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Olympia 2028 in Deutschland? - Zuversicht nur in NRW

Sportpolitik Olympia 2028 in Deutschland? - Zuversicht nur in NRW

München hat 1972 als bis dato letzte deutsche Stadt Olympische Spiele ausgerichtet. Danach waren viele Bewerbungen schon gescheitert, bevor sie überhaupt eingereicht wurden. Nächste Chance: 2028.

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Michael Mronz hält eine Olympia-Bewerbung mit dem Zentrum Nordrhein-Westfalen im Jahr 2028 für umsetzbar.

Quelle: Friso Gentsch

Berlin. Rio 2016 ist gelaufen, 2020 vergeben, 2024 verspielt. Und 2028? Soll sich die Sportnation Deutschland wieder um Olympische Spiele bewerben? Und wenn ja, mit welcher Stadt?

Die schmerzlichen Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit sind wahrlich kein Mutmacher für visionäre Sport-Großprojekte. Schließlich waren die Bewerbungen um die Winterspiele 2022 in München und die Sommerspiele 2024 in Hamburg jeweils am Bürgerwillen krachend gescheitert. Von einem neuen Anlauf hält man dort überhaupt nichts, optimistische Signale kommen dagegen aus Düsseldorf.

So hält Sportvermarkter Michael Mronz eine Bewerbung mit dem Zentrum Nordrhein-Westfalen im Jahr 2028 für umsetzbar. "NRW hätte mit einer "Rhein-Ruhr Olympic City"-Bewerbung die notwendigen Strukturen und Voraussetzungen dazu", sagte Mronz kürzlich der Tageszeitung "Rheinische Post". Ein derartiges Vorhaben sei indes nur dann zu realisieren, wenn eine Städteregion antrete.

Mronz hält diese Idee vor allem deshalb für umsetzbar, "weil die Sportstätten zu circa siebzig Prozent schon vorhanden sind". Alle Sportarten könnten sich vor einer gigantischen Kulisse präsentieren, was weltweit einzigartig wäre, sagte Mronz. Allerdings sei eine Bewerbung um die Spiele 2028 nicht realistisch, wenn ein europäisches Land für 2024 den Zuschlag bekommt.

Deshalb heißt es für die Olympia-Befürworter an Rhein und Ruhr: Daumendrücken für Los Angeles! Neben der kalifornischen Metropole bewerben sich noch Paris, Rom und Budapest. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet im September 2017 über die Vergabe der Sommerspiele 2024.

"Wir sind auf jeden Fall offen für die Idee. Für mich ist aber auch klar, dass das erste Signal da vom Sport selbst kommen muss", sagte Nordrhein-Westfalens Sportministerin Christina Kampmann (SPD). "Für mich ist auch klar, dass wir Olympische Spiele nur dann stattfinden lassen können und auch nur eine Bewerbung in Gang setzen können, wenn die Menschen in Nordrhein-Westfalen dahinter stehen."

In München standen sie nicht dahinter. Nie wäre es für die bayerische Landeshauptstadt leichter gewesen, 50 Jahre nach den Sommerspielen auch Gastgeber für das olympische Winterfestival zu sein. Doch 2013 lehnten die Bürger der vier betroffenen Gemeinden eine Bewerbung für 2022 (jetzt in Peking) praktisch mit 4:0 ab. Zuvor war schon die Bewerbung von München/Garmisch-Partenkirchen für 2018 (nun in Pyeongchang/Südkorea) geplatzt.

Er sehe "in nächster Zukunft für eine weitere Olympia-Bewerbung keine Perspektive", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. "Das Signal der Bürger war mehr als deutlich - und das sollten wir akzeptieren."

Auch in Hamburg leckt man noch die Wunden - 51,6 Prozent der Menschen hatten sich am 29. November 2015 dagegen entschieden, überhaupt den Hut in den Ring zu werfen. "Das Votum der Bevölkerung gegen die Winterspiele 2022 in München und die Sommerspiele 2024 in Hamburg hat eine deutliche Skepsis gegenüber der Umsetzbarkeit von Großprojekten hierzulande offenbart", erklärte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) kürzlich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Eine neue deutsche Olympia-Bewerbung hält er derzeit für nicht realisierbar.

dpa

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