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Olympia 2016
Radsportler mit schlechtester Bilanz seit 1996

Olympia Radsportler mit schlechtester Bilanz seit 1996

Einmal Gold, einmal Bronze - so schlecht hat der deutsche Radsport bei Olympischen Spielen zuletzt 1996 abgeschnitten. Es wird über neue Strukturen und Nachwuchsförderung diskutiert. Einigkeit über einen Weg aus der Krise herrscht aber nicht.

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Eine Gold- und eine Bronzemedaille stehen für die deutschen Radsportler zu Buche.

Quelle: Felix Kaestle

Rio de Janeiro. Rudolf Scharping war fein raus. Den Debatten über neue Strukturen und einer besseren Nachwuchsförderung musste sich der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer nach dem schlechtesten Olympia-Abschneiden seit 1996 nicht stellen.

Der frühere Verteidigungsminister weilte nach BDR-Angaben in China, nicht einmal ein Kurzbesuch gab Scharpings Terminkalender offenbar her. So war es eigentlich wie so oft: Trainer und Sportdirektoren zerbrachen sich in Abwesenheit ihres Präsidenten den Kopf, wie der Rückstand zur Radsport-Großmacht Großbritannien aufgeholt werden kann.

Die Bilanz war ernüchternd: Keine Medaille für Tony Martin und Co. auf der Straße, nicht konkurrenzfähig im BMX und im Mountainbike konnte die diesmal verletzte Vorkämpferin Sabine Spitz auch nicht mehr helfen. Einzig die Bahnrad-Ausnahmefahrerin Kristina Vogel rettete den Verband mit ihrer Goldmedaille im Sprint und dem dritten Platz im Teamsprint (mit Miriam Welte) vor einer Totalpleite. Die klare Zielsetzung vor den Sommerspielen von sechs bis neun Medaillen wurde meilenweit verfehlt. Trotzdem redete sich BDR-Sportdirektor Patrick Moster das Abschneiden schön: "Wir stehen nach Rio, wo wir uns auch vor den Spielen gesehen haben: Im Kreis der Weltspitze."

Wirklich Weltspitze? Dass es in den Straßenrennen aufgrund des Streckenprofils diesmal keine Medaillenflut geben würde, war im Vorhinein klar. Dass aber gerade auf der Bahn das gute Ergebnis von der WM im März nicht bestätigt werden konnte, wiegt schwer. So malte Vogel bereits ein düsteres Bild auf. "Du merkst, wie wir damals beißen mussten und wie die heute beißen. Das ist einfach nicht das Gleiche", sagte die Erfurterin und Kollegin Welte pflichtete bei: "Wir haben in Deutschland kein Sichtungssystem mehr."

Für Bahnrad-Bundestrainer Detlef Uibel kommt die Entwicklung gar nicht mal überraschend. Das Thema sei nach den Olympischen Spielen immer das Gleiche, monierte Uibel und betonte: "Es muss eine Hierarchie und eine klare Struktur geben, damit die Alleinverwaltung aufhört. Ich habe mehrmals schon Konzepte oder Grundlagen erarbeitet und innerhalb des BDR weitergeleitet. Leider Gottes ist es dabei geblieben." Uibel fordert seit Jahren eine Zentralisierung, wie sie die Briten mit viel Geld und Manpower praktizieren.

Im BDR stößt der langjährige Coach dabei aber auf taube Ohren. "Strukturelle Veränderungen zu fordern, ist zu kurzfristig gedacht", sagte Moster und lehnte auch eine klare Zentralisierung ab. Einem Bahnrad-Standort in Frankfurt/Oder, wo das einzige das ganze Jahr über nutzbare Velodrome steht, fehle es an Attraktivität. Uibel sieht das anders: "Die Tradition des Bahnradsports ist nun einmal in Ostdeutschland."

So wiederholen sich die Diskussionen. Der BDR kündigte wieder eine Analyse an, so wie vor vier Jahren. Damals sollte auch das Thema BMX auf die Agenda kommen. In Rio war es wie in London: In den Finals war kein deutscher Fahrer mehr dabei.

Und auf der Straße bleibt die Hoffnung, dass es in Tokio weniger Berge als in Rio gibt, wie es Martin formulierte. 2020 schaut dann vielleicht auch der Präsident mal vorbei.

dpa

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