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Olympia 2016
Slalom-Kanuten verscheuchen Schreckensszenarien

Olympia Slalom-Kanuten verscheuchen Schreckensszenarien

Die deutschen Slalom-Kanuten hoffen, dass ihnen ein böses Erwachen nach der Olympia-Pleite in Rio erspart bleibt. Im Extremfall geht es den medaillenlosen Paddlern nämlich ans Geld.

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Die deutschen Slalom-Kanuten sind in Rio nicht gerade abgesoffen, aber für Medaillen hat es auch nicht gereicht.

Quelle: Antonio Lacerda

Rio de Janeiro. Im Deutschen Haus von Rio verarbeiteten die Slalom-Kanuten ihre Olympia-Enttäuschungen bis tief in die Nacht, der Verbandschef verscheuchte derweil erste Schreckensszenarien.

Im Extremfall könnte die Null-Medaillen-Ausbeute der Stangen-Paddler nämlich auch finanzielle Auswirkungen haben, falls die öffentliche Förderung der Sportart gekürzt wird. "Wir waren nicht so schlecht, als dass wir in eine schlechtere Fördergruppe fallen - das glaube ich zumindest", sagte Kanu-Präsident Thomas Konietzko, obwohl die Zielvorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes verfehlt wurde. Konietzko kündigte Gespräche an: "Wir werden in vernünftigen Verhandlungen mit dem DOSB unsere gute Perspektive aufzeigen."

Zweimal Vierter, einmal Fünfter, einmal Siebter - es fehlte nicht viel zu den angepeilten zwei Medaillen innerhalb der vier Slalom-Disziplinen. Bundestrainer Michael Trummer verteidigte seine Athleten um den ärgsten Gold-Anwärter Sideris Tasiadis, der es im Canadier-Einer nur auf Rang fünf geschafft hatte. "Wenn unsere schlechteste Platzierung ein siebter Platz war, dann kann keiner sagen, dass wir nicht auf den Punkt fit gewesen wären." Konietzko gestand dennoch: "Es waren nicht unsere Olympischen Spiele, da gibt es auch keine Ausreden. Wir haben unsere Ziele nicht erreicht."

Letztlich fehlte auch etwas Glück. Um die Winzigkeit von drei Hundertstelsekunden verpasste Hannes Aigner im Kajak-Einer Bronze, den Canadier-Zweier-Weltmeistern Franz Anton und Jan Benzien fehlten etwas mehr als drei Zehntel zum Podest. "Deshalb müssen wir jetzt auch nicht in Sack und Asche nach Hause gehen", befand Konietzko, "in unserem Sport ist einfach alles extrem knapp beisammen". Coach Trummer sprach davon, dass die vorderen Plätze "so eng weggegangen" seien wie nie. "Wenn uns jemand Medaillenchancen abstreitet, dann ist das meiner Meinung nach fehl am Platz", konstatierte er.

Nun liegt es an Deutschlands Weltklasse-Rennkanuten, die Pleiten ihrer Slalom-Kollegen vergessen zu machen. Am Donnerstag landete das 13-köpfige Team um die London-Olympiasieger Sebastian Brendel, Tina Dietze und Franziska Weber in Rio; am Montagvormittag stehen die ersten Vorläufe an. "Wir ärgern uns jetzt und gucken nächste Woche, dass wir im Rennsportbereich besser sind", sagte Konietzko.

Hier sind sechs Medaillen aus zwölf Disziplinen das Ziel. Wachsen die Geradeaus-Paddler über sich hinaus, ist auch mehr möglich. Dann könnte der Verband sein Gesamtziel von acht Plaketten vielleicht doch noch erreichen. "Am Ende zählen wir zusammen", meinte Konietzko.

dpa

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