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Olympia 2016
Tokio als Ziel: Brendel relativiert Rücktritts-Andeutungen

Olympia Tokio als Ziel: Brendel relativiert Rücktritts-Andeutungen

Ein möglicher Rücktritt von Sebastian Brendel wäre ein harter Schlag für die deutschen Rennkanuten, zumal auch andere Leistungsträger in Tokio 2020 altersbedingt nicht mehr dabei sein werden. Doch der Potsdamer will die Japan-Spiele wohl doch noch mitnehmen.

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Sebastian Brendel gewann im Canadier-Einer Gold.

Quelle: Facundo Arrizabalaga

Rio de Janeiro. Nur einen Tag nach selbst ausgelösten Spekulationen über ein baldiges Karriereende hat der zweimalige Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel die Sommerspiele 2020 zu seinem nächsten großen Ziel erklärt.

Das sei zumindest der langfristige Plan, sagte das Canadier-Ass aus Potsdam in Rio de Janeiro. Einschränkend fügte der 28-Jährige hinzu: "Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Ich muss das mit der Familie beraten und muss natürlich sehen, ob Körper und Kopf da mitspielen."

Brendel hatte nach seinem zweiten Olympiasieg im Canadier-Einer über 1000 Meter am Dienstag gesagt, erst kommendes Jahr eine Entscheidung über die Zeit danach treffen zu wollen. Zumindest 2017 werde er in jedem Fall noch paddeln, betonte er.

Ein baldiges Karriereende Brendels wäre kaum zu kompensieren für Deutschlands seit langem erfolgreichsten deutschen Sommersportverband. Brendel steht wie kein anderer für den Erfolg, rettete den Paddlern in der jüngeren Vergangenheit bei mäßigen Weltmeisterschaften ein ums andere Mal die Bilanz. "Wenn ich die Jugend angucke, weiß ich nicht so richtig, wer in meine Fußstapfen treten könnte", sagte Brendel selbst und bezeichnete den Zustand als "besorgniserregend".

Sollte sich Brendel doch noch umentscheiden, würde der Potsdamer nicht als einziger deutscher Top-Rennkanute Abschied von Olympia nehmen. Der langjährige Leistungsträger Ronald Rauhe (34) hat bereits bekanntgegeben, dass Rio seine letzten Spiele sind. Dasselbe dürfte altersbedingt für Max Hoff (33) gelten.

Erst im Frühjahr zeigte sich bei den nationalen Ausscheidungen und den Weltcups, dass kaum ein Nachwuchskanute mit den Etablierten mithalten kann. Dennoch gab sich der nach Olympia abtretende Coach Kießler zuversichtlich. "Wir haben schon bei der U23-WM dieses Jahr ordentliche Ergebnisse erzielt, mir ist nicht bange."

Verbandschef Thomas Konietzko machte mittelfristige Personalprobleme aus. "Ich habe keine Bedenken, dass es bis Tokio noch reicht. Für danach brauchen wir aber schon Glück, dass wir Ausnahmetalente wie Sebastian Brendel oder Max Hoff wieder finden", sagte er.

Grund dafür sei das schlechte Standing vieler olympischer Sportarten bei Kindern. Der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes urteilte, dass "Sporttreiben in Deutschland nicht mehr cool" sei. "Die Eltern haben viele Ziele mit ihren Kindern, aber nicht, dass die Kinder mal im Sport erfolgreich sind", sagte er. "Sport hat in der gesellschaftlichen Wertschätzung an Bedeutung verloren." Resultat sei, dass in vielen Disziplinen die Erfolge deutlich zurückgingen.

"Wir müssen eine Strategie finden, wie wir ähnlich wie in Amerika oder in Frankreich aufzeigen können, dass Sport ein wertvoller Bestandteil der Gesellschaft ist", sagte Konietzko und forderte Reformen in Sport-Deutschland. "Bevor wir versuchen, die Politik zu überzeugen, muss der organisierte Sport seine Hausaufgaben selbst machen. Und da müssen wir besser werden, als wir es bisher sind."

dpa

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