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Olympia 2016
Zehnkämpfer Kazmirek: Keine Medaille, aber stark und stolz

Olympia Zehnkämpfer Kazmirek: Keine Medaille, aber stark und stolz

Ashton Eaton bleibt das Maß aller Dinge im Zehnkampf. Doch Kai Kazmirek aus Neuwied in Rheinland-Pfalz hat in Rio bewiesen, dass er zur absoluten Weltspitze gehört. Und Arthur Abele musste mal wieder leiden.

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Auch beim Speerwurf bleibt es für den Ulmer ein verkorkster Wettkampf.

Quelle: Lukas Schulze

Rio de Janeiro. Nach dem 1500-Meter-Lauf lagen wieder fast alle Zehnkämpfer japsend am Boden. Kai Kazmirek musste sich erst gar nicht Richtung Anzeigetafel drehen, um zu wissen, dass er seine erste Olympia-Medaille verpasst hatte.

Aufrecht und voller Stolz erschien der 25-Jährige von der LG Rhein-Wied wenig später bei den Journalisten. "100 Punkte über meiner bisherigen Bestleistung", sagte er. "Es hat viel Spaß gemacht und ich bin sehr zufrieden. Das ist ja kein Wald- und Wiesensportfest hier."

Mit 8580 Punkten landete Kazmirek auf dem vierten Platz - der größte Erfolg seiner Karriere. "König der Athleten" bleibt Ashton Eaton, der wie vor vier Jahren in London triumphierte. Mit 8893 Punkten blieb der Amerikaner zwar hinter seinem Weltrekord (9045), den er 2015 bei der WM in Peking aufgestellt hatte. Bei Sommerspielen sammelte zuvor 2004 Roman Sebrle exakt so viele Punkte.

Der WM-Sechste Kazmirek lag nach dem ersten Tag noch auf Silber-Kurs. Er musste am Ende aber dem Franzosen Kevin Mayer (8834) und dem Kanadier Damian Warner (8666) den Vortritt lassen. Im abschließenden 1500-Meter-Lauf konnte er die 44 Punkte Rückstand auf den WM-Zweiten Warner nicht mehr wettmachen. Zuvor hatte er Hausrekorde im Weitsprung (7,69 Meter), 400 Meter (46,75 Sekunden) und mit dem Speer (64,60 Meter) aufgestellt. "Ich habe mein Bestes gegeben, und wenn das für den vierten Platz reicht, dann bin ich damit sehr zufrieden", sagte Kazmirek.

Die letzte Medaille eines deutschen Zehnkämpfers hatte vor 20 Jahren Frank Busemann mit Silber in Atlanta geholt. Der zuvor als Medaillenkandidat gehandelte Arthur Abele aus Ulm enttäuschte als 15. Er litt wohl am meisten nach den 1500 Metern, als er von Krämpfen geplagt umkippte. Nach seinem frühen Aus vor vier Jahren in Peking und dem Achillessehnenriss vor 16 Monaten wollte er sich mit aller Macht durchkämpfen.

"Ich konnte mich kaum bewegen. Aber ich wollte das hier unbedingt zu Ende bringen", erkärte Abele stöhnend. "Ich glaube, ich werde mich morgen nicht aus dem Bett bewegen. Dann muss mir jemand Frühstück bringen. Am besten, ich bleibe heute gleich in der Mensa liegen."

dpa

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