Startseite HAZ
Volltextsuche über das Angebot:

Olympia 2016
So viel bringt eine Olympia-Medaille

20.000 Euro und mehr für Gold So viel bringt eine Olympia-Medaille

Von wegen alles für die Ehre: Bei Olympia 2016 geht es längst nicht nur um Medaillen. Athleten können mit Top-Platzierungen auch Tausende von Euros – oder gar Häuser – als Belohnung abräumen. Die deutschen Sportler hinken dabei, trotz deutlicher Erhöhung, hinterher.

Voriger Artikel
Das ist in der Nacht bei Olympia passiert
Nächster Artikel
Vielseitigkeitsreiter gewinnen Team-Silber

US-Schwimmer Ryan Murphy kassiert für seinen Sieg über 100-Meter-Rücken rund 22.500 Euro. Im Vergleich zu manch anderen Nationen ist das wenig.

Rio de Janeiro. 20.000 Euro erhält jeder deutsche Sportler, der bei den Olympischen Spielen von Rio 2016 (5. bis 21. August) Gold gewinnt. Arme deutsche Athleten: Das ist vergleichsweise wenig im Vergleich zu anderen Nationen. Ex-Schwimmweltmeister Mark Warnecke schlug jüngst Alarm: „Das Schlechteste, was passieren könnte, ist, wenn unsere Olympiasieger später Hartz-IV-Empfänger werden.“ Das olympische Kohleprogramm im Überblick: 

Wie viel können die deutschen Sportler in Rio verdienen? Für Gold zahlt die Stiftung Deutsche Sporthilfe 20.000 Euro, Silber bringt 15.000 Euro, Bronze 10.000 Euro. Das ist deutlich mehr als bei den Olympischen Spielen 2012 in London: Damals gab es 15.000 Euro (Gold), 10.000 Euro (Silber) und 7500 Euro (Bronze). Besonderheit: Jeder bekommt die Medaillenprämie nur einmal. Falls also ein Sportler zweimal Gold gewinnt, kassiert er also trotzdem nur 20.000 Euro. Die Prämien für Mannschaftssportarten sollen sich zwar an diesen Summen orientieren, werden jedoch gesondert durch den Gutachterausschuss der Deutschen Sporthilfe festgelegt.

Gibt es auch für „Blech“ Geld? Nicht nur die Medaillengewinner kommen in den Genuss von Prämien – auch Endkampfplatzierungen bringen Geld. Für Platz vier gibt es 5000 Euro. Platz fünf: 4000 Euro. Platz sechs: 3000 Euro, Platz sieben: 2000 Euro, Platz acht: 1500 Euro. Alle Prämien werden übrigens erst über ein Jahr nach dem Ende der Spiele ausgezahlt. Da ist Geduld gefragt. 

Wer bezahlt die deutschen Prämien? Je mehr Medaillen in Rio gewonnen werden, desto teurer wird es für die Deutsche Sporthilfe. 50 Medaillen würde der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gern gewinnen. 2012 nach den Spielen von London zahlte die Deutsche Sporthilfe 1,3 Millionen Euro an Athleten aus, nach den Spielen 2016 könnte es wegen der Prämien-Erhöhungen teurer werden. Die Deutsche Sporthilfe finanziert sich überwiegend aus Spenden, Fundraising, Lotterie- oder Briefmarkenerlösen.

Was können Olympia-Helden aus anderen Nationen verdienen? Die wegen Dopingvergehen in die Kritik geratene Läufernation Kenia zahlt für Gold in Rio nur 10.000 Euro. Damit ist das afrikanische Land eine der wenigen Nationen, wo für Gold weniger als in Deutschland gezahlt wird. Etwa im deutschen Bereich liegen die USA mit 22.500 Euro. Frankreich hat 50.000 Euro für Gold ausgelobt, die Dopingnation Russland zahlt etwa 55.000 Euro. In Italien gibt es 150.000 Euro für den Platz ganz oben auf dem Treppchen. Und das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange: 2012 bot Singapur seinen Athleten 800.000 Dollar für Gold, Georgien gut 700.000 Dollar, Aserbaidschan 510.000 Dollar und Thailand 310.000 Dollar. In China werden die Olympiasieger mit Häusern ausgestattet, anderswo mit lebenslanger Unterstützung. In Ungarn zum Beispiel gibt es eine Zusatzrente. Und es gibt auch Nationen, wo vom Staat gar nichts für Gold gezahlt wird: In Großbritannien werden die Olympiasieger auf Briefmarken verewigt, in Schweden erhalten sie ein Rio-Maskottchen. Alles für die Ehre!

Warum zahlt Deutschland vergleichsweise wenig? Das hängt zum einen mit den begrenzten Mitteln der Sportförderung zusammen. Zum anderen geht viel Geld in die berufliche Absicherung der Olympiastarter. Viele sind bei der Bundespolizei, Bundeswehr oder dem Zoll beschäftigt und werden für sportliche Maßnahmen freigestellt. Durch das Elite-Programm (Sponsor Mercedes-Benz) wird ein Drittel der Mitglieder des deutschen Olympiateams mit 400 bis 800 Euro pro Monat unterstützt. Knapp 50 Sportler sind im Eliteplus-Programm, das über eineinhalb Jahre 1800 Euro im Monat garantiert. Für Ex-Schwimmer Warnecke ist klar: „Sportler sollen durch einen Olympiasieg nicht reich werden und sich dann Porsches oder Ferraris kaufen können, aber sie sollen durch den Sport auch keinen Nachteil im späteren Leben haben.“  Die Sporthilfe sieht sich als Karrierebegleiter – finanziell aussorgen kann man mit den Olympia-Prämien nicht. Allerdings haben einige Sportler mit ihren Sponsoren Prämien für Olympia ausgehandelt. Damit lassen sich die 20.000 Euro für Gold aufstocken.

Von Lars Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Top-Nachrichten
Recken besiegen HSC 2000 Coburg

Die TSV Hannover-Burgdorf bleibt sich treu in der Handball-Bundesliga. Starken Auftritten folgen Zitterpartien, und so wurde es am Sonntag gegen den HSC 2000 Coburg nichts mit dem allseits erwarteten klaren „Recken“ -Erfolg.

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.
2. Dezember 2016 - Frerk Schenker in HAZ-Laufpass

Gesamtwertung Frauen Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Lauf 1. Mewes Gwendolyn 1984 LAC Langenhagen 708 30 2. Krause Mandy 1987 Post SV Lehrte 511 28 3. Lyda Hannelore 1958 LAC Langenhagen 458 29 4. Meyer Kathrin 1980 Garbsener SC 264 22 5. Grohmann Nadine 1985 Allegretto Hannover [...]

mehr