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Olympia 2016
Dschungelkönige bekommen mehr als Olympiasieger

Kritik von Ex-Schwimmer Dschungelkönige bekommen mehr als Olympiasieger

Der frühere Weltklasseschwimmer Markus Deibler schaltet sich in die Diskussion um die bislang schlechte Bilanz der deutschen Sportler in Rio ein. Über wenige Medaillen dürfe sich niemand wundern, wenn in Deutschland ein Olympiasieger nur 20.000 Euro bekomme, ein Dschungelkönig aber 150.000 Euro.

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"Deutschland hat eine schlechte Förderung und sehr gute Dopingkontrollen", kritisiert der frühere Weltklasseschwimmer Markus Deibler.

Quelle: Oliver Mehlis/dpa

Rio de Janeiro. "In einem Land, in dem ein Olympiasieger 20.000 Euro Prämie bekommt und ein Dschungelkönig 150.000 Euro, sollte sich niemand über fehlende Medaillen wundern", schrieb Deibler (26) bei Facebook. Der Kurzbahn-Weltrekordler über 100 m Lagen hatte seine Karriere vor knapp eineinhalb Jahren beendet.

Deutschland habe "eine schlechte Förderung und sehr gute Dopingkontrollen. Damit können wir nicht mit Ländern konkurrieren, die sehr viel fördern und beim Thema Doping nicht so genau hinsehen oder es sogar betreiben", hieß es in dem Eintrag weiter. Deibler betonte: "Ich sage nicht, dass hier die Kontrollen eingestellt werden sollen."

Deibler: Sportler nicht als Totalversager hinstellen

Der Kurzbahn-Weltmeister von 2014 wünscht sich, dass künftig überall so konsequent kontrolliert wird, wie in Deutschland. "Wenn ich ein Comeback starten würde, müsste ich neun Monate vor meinem ersten Auftritt bei der NADA angemeldet sein und für Dopingkontrollen zur Verfügung stehen. Genau so sollte man es auch mit Ländern halten", schrieb Deibler.

Die deutschen Sportler haben bis Freitag vier Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille in Rio gewonnen. Der CSU-Politiker Mayer forderte bereits einen nationalen Sportgipfel. Es müsse schonungslos analysiert werden, warum andere Nationen stärker seien als Deutschland.

Deibler erinnerte in seinem Facebook-Beitrag an den olympischen Gedanken "Dabei sein ist alles" und forderte, dass Sportler nicht mehr als Totalversager hingestellt würden, wenn sie keine Medaille gewinnen. Stattdessen könne man sich einfach darüber freuen, "was über die Teilnahme hinausgeht".

Für Gold zahlt die Stiftung Deutsche Sporthilfe 20.000 Euro, Silber bringt 15.000 Euro, Bronze 10.000 Euro. Das ist deutlich mehr als bei den Olympischen Spielen 2012 in London: Damals gab es 15.000 Euro (Gold), 10.000 Euro (Silber) und 7500 Euro (Bronze). Besonderheit: Jeder bekommt die Medaillenprämie nur einmal. Falls also ein Sportler zweimal Gold gewinnt, kassiert er also trotzdem nur 20.000 Euro ( einen Hintergrundbericht zu diesem Thema finden Sie hier).

Viel Zuspruch für Deibler, aber auch Kritik

Deiblers Beitrag wird auf seiner Facebook-Seite kontrovers diskutiert. "Find ich super, dass es mal einer sagt", schreibt zum Beispiel eine Frau. "Ein sehr zutreffender Kommentar", meint ein Mann. "Wer sich nur ansatzweise mit dem Leistungssport Schwimmen befasst hat, weiß, dasss junge Menschen hier ihre komplette Jugend und teilweise auch Ausbildung dem Sport opfern."

Es gibt aber auch Widerspruch: "Über 100 Athleten sind Sportsoldaten, dazu noch diverse im Polizeidienst, mit allen Vorzügen, die ein Beamter genießt, ohne dafür täglich zum Dienst zu müssen", schreibt ein Nutzer. "Bei Erfolg winken evtl. Werbeeinnahmen, zusätzlich zur Besoldung. Ich finde, dass sie also nicht schlecht versorgt sind."

sid/RND/Lars Becker/Markus Werning

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