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Olympia 2016
Fabian Hambüchen will sein Gold-Reck kaufen

Mitbringsel von den Olympischen Spielen Fabian Hambüchen will sein Gold-Reck kaufen

Am Dienstag holte Fabian Hambüchen bei den Olympischen Spielen Gold am Reck – jetzt belohnt er sich mit einem ganz besonderen Mitbringsel aus Rio de Janeiro. "Es wird wohl so etwa fünf Riesen kosten", verriet der 28-Jährige im Vorfeld. Doch die "Riesen" kann er sich sparen.

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Fabian Hambüchen hat Gold am Reck geholt – und beendet seine Karriere.

Quelle: Soeren Stache/dpa

Rio de Janeiro. Mit einer Erinnerung der besonderen Art belohnt sich Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen. Der 28-Jährige möchte das Reck aus der Olympic Arena von Rio erwerben. "Ich bin nach der Mixed-Zone mit meinem kanadischen Kumpel noch mal in die Halle gegangen, um das Reck zu fotografieren. Da kam mit der Gedanke: Hey Alter, das Ding musst Du kaufen", erläuterte der Tunstar im Deutschen Haus am Dienstagabend (Ortszeit) seine Pläne. "Es wäre ja blöd, wenn ich das Ding hier stehen lasse", sagte Hambüchen.

"Es wird wohl so etwa fünf Riesen kosten"

Mit den Verantwortlichen des deutschen Geräte-Herstellers Spieth habe er schon gesprochen. "Sie haben signalisiert, das müsste klar gehen", berichtete Hambüchen. Seinen Platz soll das Königsgerät in der Trainingshalle in Wetzlar finden. "Auf den Pfosten sind die olympischen Ringe und ich werde mein Autogramm drauf setzen, dann ist das ein Unikat", sagte Hambüchen. Über die Kosten habe er sich noch keine Gedanken gemacht: "Es wird wohl so etwa fünf Riesen kosten, also noch überschaubar." Allerdings sei die Logistik der Überfahrt per Schiff noch ungeklärt.

Doch vermutlich wird er die Riesen gar nicht brauchen. Der deutsche Hersteller will ihm das Reck schenken. "Es muss noch von der Geschäftsführung abgesegnet werden, aber da finden wir sicher einen Weg. Fabian muss das Reck nicht kaufen, wir unterstützen ihn seit Jahren und ich finde es toll, was er hier in Rio geleistet hat", sagte Jürgen Garziella, Manager von Spieth Gymnastics, der Münchner Tageszeitung "tz" (Donnerstag). Auch der Transport ist quasi schon geregelt. "Wir übernehmen das gerne kostenlos", sagte ein Sprecher von Lufthansa Cargo am Mittwoch. "Wir fliegen das Reck gerne nach Frankfurt und würden es auch nach Wetzlar vor die Turnhalle liefern."

"Meine Gefühle sind im totalen Chaos"

Die Medaille werde er sicher verwahren. "Nichts wäre schlimmer, als wenn sie geklaut würde. Deshalb wird sie bestimmt zu den anderen beiden aus Peking und London in einen Safe kommen und nur zu besonderen Anlässen rausgeholt", kündigte er am Abend an. Seine scherzhafte Ankündigung, das Deutsche Haus "in einen Haufen Schutt" zu zerlegen, machte er natürlich nicht wahr. "Da sind die Emotionen mit mir durchgegangen. Meine Gefühle sind im totalen Chaos. Es es war doch klar, dass wir uns hier nicht ins Jenseits abschießen. Das ist doch keine exzessive Saufparty", meinte er bei einem Gläschen Wein vor dem Pool des idyllisch gelegenen Clubs.

Was für ein Abgang: Hambüchen hatte am Dienstag bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro das Finale am Reck gewonnen. Bereits im Vorfeld hatte der 28-Jährige das Ende seiner internationalen Turn-Karriere angekündigt. Der erfolgreichste deutsche Turner stand zum vierten Mal in einem olympischen Reck-Finale. Es ist seine dritte Medaille: In Peking hatte er Bronze und in London Silber gewonnen.

Emotionen, Leidenschaft, Einsatz: Sehen Sie hier die schönsten Bilder von den Olympischen Spielen in Rio.

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Fabian Hambüchen

Ein Rückblick auf eine große Karriere:

  • 2002: Die Öffentlichkeit wird in Patras erstmals aufmerksam auf einen 14-Jährigen, der bei der Junioren-EM Gold am Barren gewinnt.
  • 2003: Mit 15 Jahren nimmt Hambüchen als jüngster Turner erstmals an der WM der Senioren teil. Er hilft, im kalifornischen Anaheim in letzter Sekunde das Ticket für Olympia zu sichern.
  • 2004: Bei der EM in Ljubljana startet er noch einmal bei den Junioren und sahnt ab: drei Titel, einmal Silber, einmal Bronze. Auf Grund seiner geringen Körpergröße wird der Begriff vom Turn-Floh geboren. Wenige Wochen später sorgt der „Professor“ bei Olympia für Furore, als er mit 16 Jahren ins Reck-Finale einzieht. Da er Probleme mit den Kontaktlinsen hat, muss er eine Brille tragen, deshalb der Spitzname.
  • 2004: Bei der EM in Ljubljana startet er noch einmal bei den Junioren und sahnt ab: drei Titel, einmal Silber, einmal Bronze. Auf Grund seiner geringen Körpergröße wird der Begriff vom Turn-Floh geboren. Wenige Wochen später sorgt der „Professor“ bei Olympia für Furore, als er mit 16 Jahren ins Reck-Finale einzieht. Da er Probleme mit den Kontaktlinsen hat, muss er eine Brille tragen, deshalb der Spitzname.
  • 2006: Bei der WM in Aarhus macht er als Dritter erstmals im Mehrkampf auf sich aufmerksam. Zudem überrascht er mit Bronze am Sprung - es soll sein einziges WM-Edelmetall an diesem Gerät bleiben.
  • 2007: Nach dem Reck-Erfolg bei der EM in Amsterdam folgt der wichtigste WM-Sieg: Vor Heim-Kulisse feiert er in Stuttgart einen grandiosen Triumph. Es ist der einzige WM-Titel seiner Laufbahn.
  • 2008: Erstmals seit der Vereinigung erkämpft die deutsche Riege in Lausanne eine EM-Medaille: Silber. Hambüchens Erfolg am Königsgerät macht ihn zum Top-Favoriten für Olympia in Peking. „Der mentale Druck war riesig“, sagt er und gewinnt Bronze.
  • 2009: Bei der EM Mailand wird er der König der Turner, gewinnt den Mehrkampf. Wenige Monate später in London ein Bänderriss beim Einturnen der WM in London. Die Absage ist unabdingbar.
  • 2010: Erstmals wird eine DTB-Riege in Birmingham Europameister. Am Reck reicht es für Hambüchen zu Platz drei, ebenso wie bei der WM in Rotterdam.
  • 2011: Im Januar reißt die Achillessehne. Er erlebt die EM in Berlin nur als Zuschauer an Krücken. Bei der WM in Tokio schaffen die Deutschen die Olympia-Qualifikation als Sechster, am Reck steht Hambüchen als Vierter neben dem Podest.
  • 2012: Der bisherige Höhepunkt der Karriere. Nach verpatztem Mehrkampf gelingt dem Hessen in London Olympia-Silber an seinem Spezialgerät.
  • 2013: Antwerpen wird ein voller Erfolg. Hambüchens Bronze im Mehrkampf und Silber am Reck sind die einzige deutschen WM-Medaillen.
  • 2014: Medaillenloses Jahr für Hambüchen. Aber der achte Platz im WM-Mehrkampf von Nanjing ist aller Ehren wert.
  • 2015: Hambüchen wird Studenten-Weltmeister und gewinnt auch bei der Premiere der Europaspiele in Baku am Reck.
  • 2016: Eine lädierte Sehne in der Schulter zwingt zur dreimonatigen Trainingspause. Doch im Juni ist er wieder da, schafft mit starken Reck-Leistungen bei der DM und der Quali in Frankfurt die Teilnahme an seinen vierten Spielen.

dpa/RND/are

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