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Olympia 2016
Deutschlands Lauf-Zwillinge ernten scharfe Kritik

Lisa und Anna Hahner Deutschlands Lauf-Zwillinge ernten scharfe Kritik

Trotz ihrer schlechten Platzierung beim Marathon in Rio sind die deutschen Zwillinge Lisa und Anna Hahner lachend und Hand in Hand ins Ziel gelaufen. Das gefiel nicht jedem. "Es wirkte so, als absolvierten sie einen Volkslauf", kritisierte der Deutsche Leichtathletik-Verband.

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Nach dem gemeinsamen Zieleinlauf von Anna (r.) und Lisa Hahner übt der Deutsche Leichtathletik-Verband scharfe Kritik an den Zwillingen.

Quelle: EPA/BERND THISSEN

Rio de Janeiro. Wenn Platzierung und Zeit bei einem olympischen Wettbewerb in den Hintergrund treten, "dann ist das respektlos und ein Schlag ins Gesicht aller anderen Athleten der deutschen Olympiamannschaft", schimpfte Thomas Kurschilgen, Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verband. Die Zwllinge Lisa und Anna Hahner hätten das olympische Marathon-Rennen mit mehr als 21 Minuten Rückstand auf die Siegerin und mehr als 15 Minuten über ihren Bestleistungen auf Platz 81 und 82 beendet. "Es wirkte so, als absolvierten sie einen Volkslauf und nicht die olympische Entscheidung."

Die Hahner-Zwillinge hatten mit riesigem Rückstand die Plätze 81 (Lisa) und 82 (Anna) belegt, waren dennoch Hand in Hand und jubelnd über die Ziellinie gelaufen. Im Ziel feierten sie vor den Kameras mit den estnischen Luik-Drillingen Lili, Leila und Liina, die noch schlechter abgeschnitten hatten. Anja Scherl war als 44. beste Deutsche gewesen und rund acht Minuten schneller als die Hahner-Schwestern.

Wutausbruch von Mockenhaupt

Ihre Leistung sei aber kaum gewürdigt worden, weil sich das öffentliche Interesse auf den Zieleinlauf der Zwillinge konzentriert habe, kritisierte die deutsche Serienmeisterin Sabrina Mockenhaupt. "Wer redet eigentlich von ihr? Wenige!", schimpfte Mockenhaupt. "Zwillinge sind viel interessanter, und wenn sie noch zusammen ins Ziel laufen, ist das Medienspektakel perfekt!"

Den Zwillingen warf Mockenhaupt vor, dass sie sich nicht authentisch präsentieren und nur für die Medien inszenieren würden. "Sie haben heute auch gekämpft, also kann man ihnen keinen Vorwurf machen, sie hätten nicht alles gegeben. Ich wünschte mir nur endlich mal die Ehrlichkeit, mal zuzugeben, dass es mal nicht so gelaufen ist", schrieb die 35-Jährige in einem Eintrag bei Facebook, den sie allerdings nach kurzer Zeit wieder löschte.

"Warum muss man mit aller Gewalt verkaufen wollen, dass man immer lacht und alles immer super ist?", fragte Mockenhaupt. "Ich liebe Menschen mit Ecken und Kanten und bin traurig, dass Anja Scherl bei dieser Inszenierung völlig untergegangen ist. Da fragt man sich, ob sich Ehrlichkeit und ein Kämpferherz in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch lohnt."

dpa/sid/RND

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