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Olympia 2016
"Ich bin jetzt völlig überwältigt"

Olympia-Kanutin Sabrina Hering "Ich bin jetzt völlig überwältigt"

"Wenn du in Rio eine Medaille holst, mache ich dir einen Heiratsantrag", hatte Sabrina Herings Freund zu ihr gesagt. Die 24-Jährige sorgte im Viererkajak für Hannovers erste Medaille in Rio – und ist nun verlobt. Im Gespräch mit der HAZ erzählt sie die komplette Geschichte.

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Sabrina Hering (Vordergrund) bei den Olympischen Spielen in Rio.

Quelle: EPA/Sergei Ilnitsky/dpa

Rio de Janeiro. Das Silberrennen auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas war noch keine zwei Minuten vorbei, da riefen Sabrina Herings Teamkolleginnen aus dem Viererkajak schon quer über die Regatta-Anlage: „Paul, wo ist der Ring?“ Der 31-Jährige stand noch hinter dem Zaun, ließ sich aber nicht lange bitten, fand ein Schlupfloch und hatte seine sieben Jahre jüngere Freundin nach ihrem größten Erfolg im Arm. Dann gab er der Hannoveranerin einen dicken Kuss und holte eine kleine Schachtel mit den Verlobungsringen aus der Hose. Die Freudentränen schossen der VW-Mitarbeiterin in die Augen. Zur Siegerehrung ging es mit Ring, wenig später durfte sich die Schlagfrau des Silber-Vierers die ersehnte Olympiamedaille umhängen lassen. Dann erzählte die 24-Jährige der HAZ die Geschichte.

Wie kam es zum Heiratsantrag an der olympischen Strecke unterhalb der Christo-Statue?

Eigentlich wollte ich 2012 schon aufhören, weil mir die richtige Motivation fehlte. Da sagte mein Freund zu mir: Wenn du in Rio eine Medaille holst, mache ich dir einen Heiratsantrag. Wir sind jetzt neun Jahre zusammen, Paul ist meine große Liebe, er hat mich so toll unterstützt. Die vier Jahre hatte ich gern Geduld, die Wette war ein riesiger Ansporn für mich. Ich bin jetzt völlig überwältigt und einfach nur glücklich.

Waren Sie überzeugt, dass es mit einer Medaille klappen würde?

Die hatten wir uns fest vorgenommen. Wir wussten, es wird schwer. Aber als die Polinnen im Halbfinale ausgeschieden waren, sind unsere Chancen gestiegen. Ich war so aufgeregt, habe mich aber auch extrem auf diesen Tag gefreut. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, bei Olympischen Spielen als Zweiter über die Ziellinie zu paddeln. Wir haben das letzte Quäntchen Kraft aus unseren Armen herausgeholt.

Es ist die erste olympische Medaille, die ein Sportler aus Hannover in Rio gewonnen hat: Der Kajak-Vierer mit der 24-jährigen Sabrina Hering vom HKC Hannover kam am Sonnabend hinter dem ungarischen Team als Zweiter ins Ziel.

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Wie sind Sie mit der verantwortungsvollen Rolle der Schlagfrau zurechtgekommen?

Das hat super gepasst. Vor acht, neun Wochen habe ich das erste Mal auf Schlag gesessen, da wusste ich noch nicht, ob ich mir das zutraue. Ich hatte sogar ein klein wenig Angst davor, denn im Vierer war das neu für mich. Außerdem sitzen zwei Olympiasiegerinnen mit im Boot mit hohen Ansprüchen. Aber je länger wir geübt haben, desto wohler habe ich mich vorn gefühlt.

Was hat es mit dem Team-Spruch „Alles für Rio“ auf sich?

Den hat eine von uns mal vor Wochen geprägt. Und immer, wenn es mal nicht lief oder wir völlig kaputt waren, haben wir uns damit hochgezogen und neu motiviert. Wir haben aber auch gesagt: Wenn erst mal der 20. August vorbei ist, müssen wir den Satz nicht mehr hören. Wir sind vier verrückte Mädels, die super zusammengehalten haben. Wenn mal Dampf im Kessel war, war Tina Dietze der Ruhepol und hat gesagt: Mädels, entspannt euch mal wieder.

Neben der Medaille und dem Verlobungsring tragen Sie noch ein Armband mit der Aufschrift Rio 2016. Von wem ist das?

Das hat uns Bundestrainer Kay Vesely vor den Spielen geschenkt. Steffi Kriegerstein hatte es im Finale vergessen, ums Handgelenk zu machen. Nun ist sie schuld, dass es mit Gold nicht geklappt hat (lacht).

Sie haben die erste Kanu-Medaille für Hannover seit Ramona Portwich vor 
20 Jahren geholt. Haben Sie Kontakt zu ihr?

Ab und zu sehen wir uns am Bootshaus. Mit ihrem Sohn Laszlo habe ich schon einige Male zusammen trainiert.

Jetzt haben Sie noch 48 Stunden Zeit, Rio zu genießen. Was ist geplant?

Wir haben uns vorgenommen, jetzt nicht mehr zu schlafen, sondern alles mitzunehmen und zu genießen. Ein Sprung in den Atlantik wäre super, da kann ich meinen neuen Bikini ausprobieren.

Interview: Frank Schober

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