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Olympia 2016
Posse um US-Schwimmer weitet sich aus

Zweifel an angeblichem Überfall Posse um US-Schwimmer weitet sich aus

Die Affäre um vier angeblich während der Olympischen Spiele in Rio ausgeraubte US-Schwimmer zieht weitere Kreise: Nachdem eine brasilianische Richterin am Mittwoch zwei US-Athleten aus dem Flieger gen USA holen ließ, hat sich das US-Außenministerium eingeschaltet. Olympiasieger Ryan Lochte betont derweil: "Wir sind die Opfer".

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"Wir sind die Opfer", sagt Schwimm-Olympiasieger Ryan Lochte.

Quelle: dpa

Rio de Janeiro. Schwimm-Olympiasieger Ryan Lochte bleibt auch nach seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro bei seiner Version, er und weitere Mitglieder des US-Teams seien ausgeraubt worden. Ein NBC-Reporter berichtete, Lochte habe in einem siebenminütigen Telefoninterview versichert, dass die von den brasilianischen Behörden angezweifelte Geschichte keine Erfindung sei. "Wir sind die Opfer, und wir sind froh, in Sicherheit zu sein", habe Lochte gesagt. Mit leicht veränderten Details habe er wiederholt, er sei mit seinen Teamkollegen an einer Tankstelle mit vorgehaltener Waffe überfallen und ausgeraubt worden.

Schwimmer aus startbereitem Flieger geholt

Der Fall hatte am Mittwoch eine überraschende Wendung genommen. Wegen erheblicher Zweifel an den Aussagen von Lochte und James Feigen zum vermeintlichen Überfall am vergangenen Sonntag ordnete eine Justizbehörde an, die Reisepässe des Duos einzukassieren. Lochte und Feigen saßen zu diesem Zeitpunkt allerdings schon im Flieger nach Hause.

Jack Conger und Gunnar Bentz wurden dagegen aus ihrem bereits startbereiten Flugzeug geholt und in Gewahrsam genommen. Später wurden sie auf freien Fuß gesetzt, sie müssen sich aber für weitere Anhörungen am Donnerstag zur Verfügung halten.

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Die vier Schwimmer hatten angegeben, sie seien am Sonntag bei einer nächtlichen Taxifahrt von einer Party ins Olympische Dorf von Bewaffneten ausgeraubt worden. Lochte berichtete in Interviews detailreich, einer der Täter habe ihm eine Waffe an die Stirn gehalten. Die Schwimmer hätten sich auf den Boden legen und ihre Wertsachen abgeben müssen.

Erst die Entschuldigung, dann Zweifel

Die brasilianischen Olympia-Gastgeber entschuldigten sich daraufhin offiziell bei den US-Schwimmern für den Vorfall. Ermittlungsrichterin Keyla Blank äußerte inzwischen aber erhebliche Zweifel an den Aussagen. Sie wies in einer Erklärung auf "mögliche Ungereimtheiten" in den Angaben der Athleten hin, die in einer persönlichen Anhörung geklärt werden müssten. Demnach machten die angeblichen Überfallsopfer widersprüchliche Angaben zur Zahl der Täter. Zudem hätten sich immer noch keine Zeugen gemeldet, auch der Taxifahrer sei nicht ausfindig gemacht worden.

Die Richterin wies auch auf Videoaufnahmen einer Überwachungskamera hin, welche die Schwimmer bei der Rückkehr ins Olympische Dorf nach dem angeblichen Überfall zeigten. Die Männer wirkten darauf "körperlich und mental völlig unbeeindruckt und scherzten sogar miteinander", erklärte sie.

Die vier Sportler stehen nun im Verdacht der Falschaussage und Vortäuschung einer Straftat. Mittlerweile zieht der Fall auch Kreise in der Politik: Das US-Außenministerium hat sich eingeschaltet. Zum einen wurden die vier US-Sportler zur Kooperation mit den brasilianischen Behörden aufgerufen. Gleichwohl erklärte das Ministerium, den Schwimmern - wenn nötig "allen konsularischen Beistand" zu leisten.

afp/sid/RND/zys

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