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Olympia 2016
Hambüchen gewinnt Gold am Reck

Olympia in Rio Hambüchen gewinnt Gold am Reck

Der deutsche Turner Fabian Hambüchen hat am Reck die Goldmedaille gewonnen. Der 28-Jährige krönte damit seine internationale Karriere, die er nach den Olympischen Spielen in Rio beenden will.

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Turner Fabian Hambüchen hat im letzten internationalen Wettkampf seiner Karriere Olympia-Gold am Reck gewonnen.

Quelle: Soeren Stache/dpa

Rio de Janeiro. Erst entlud sich die ganze Anspannung in einem gewaltigen Schrei, dann stieß Fabian Hambüchen die rechte Faust in der Luft. Der deutsche Ausnahme-Turner hat seine große Karriere am Dienstag mit der Goldmedaille am Reck bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gekrönt.

Als Erster ging er in seinem letzten internationalen Wettkampf ans Gerät und setzte der Konkurrenz nach perfekter Show mit 15,733 Punkten eine Note vor, die von keinem Rivalen mehr übertroffen werden konnte. Danell Leyva (USA/15,500) und Nile Wilson (Großbritannien/15,466) landeten auf dem zweiten und dritten Platz. 

Zum vierten Mal im olympischen Reck-Finale

Es war das erste Gold für einen deutschen Turner seit dem Sieg des Berliners Andreas Wecker in Atlanta 1996. Glücklich lag Hambüchen seinem Vater in den Armen, als die quälend lange Warterei auf die Übungen der Konkurrenz und deren Wertungen zu Ende war. Hambüchen hüllte sich in die deutsche Fahne und brüllte immer wieder Freudenschreie ins Publikum.

Der erfolgreichste deutsche Turner stand zum vierten Mal in einem olympischen Reck-Finale. Es ist seine dritte Medaille: In Peking hatte er Bronze und in London Silber gewonnen. Über seine Konkurrenten hatte er vorher gesagt: "Das sind alles echte Knallertypen. Die können jederzeit einen raushauen."

Im Vorkampf war zwar niemand an Hambüchens hohe Wertung herangekommen. Aber: "Das heißt leider gar nichts", hatte Hambüchen gesagt. "Es geht wieder bei Null los." Er hatte jedoch versichert: Entspannt und "mit einem Lächeln" wolle er an den großen Auftritt herangehen, locker bleiben und das übliche Programm abspulen. "Ich werde jetzt nicht probieren, etwas Besonderes zu tun oder zu zaubern."

Hambüchen beendet internationale Karriere

Sein Auftritt von exakt 45 Sekunden im Finale war der Schlusspunkt unter eine große Karriere. Nicht zuletzt wegen der Blessuren in der Schulter beendet der frühere Reck-Weltmeister in Rio seine internationale Karriere. Mit fünf Jahren war Fabian erstmals unter den Fittichen seines Vaters an die Geräte gegangen, schon als Junior gehörte er zu den besten deutschen Turnern.

Sechsmals stand er bei Weltmeisterschaften im Reck-Finale und holte 2007 beim Heimspektakel in Stuttgart Gold. Dank sechs EM-Titeln und 40 nationalen Meisterschaften ist er der erfolgreichste deutsche Turner der Geschichte.

Fabian Hambüchen nimmt zum letzten Mal an Olympischen Spielen teil. "Er ist ein Jahrhunderttalent, das wir so schnell nicht wieder finden werden", sagt DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam. Ein Rückblick auf eine große Karriere:

  • 2002: Die Öffentlichkeit wird in Patras erstmals aufmerksam auf einen 14-Jährigen, der bei der Junioren-EM Gold am Barren gewinnt.
  • 2003: Mit 15 Jahren nimmt Hambüchen als jüngster Turner erstmals an der WM der Senioren teil. Er hilft, im kalifornischen Anaheim in letzter Sekunde das Ticket für Olympia zu sichern.
  • 2004: Bei der EM in Ljubljana startet er noch einmal bei den Junioren und sahnt ab: drei Titel, einmal Silber, einmal Bronze. Auf Grund seiner geringen Körpergröße wird der Begriff vom Turn-Floh geboren. Wenige Wochen später sorgt der „Professor“ bei Olympia für Furore, als er mit 16 Jahren ins Reck-Finale einzieht. Da er Probleme mit den Kontaktlinsen hat, muss er eine Brille tragen, deshalb der Spitzname.
  • 2004: Bei der EM in Ljubljana startet er noch einmal bei den Junioren und sahnt ab: drei Titel, einmal Silber, einmal Bronze. Auf Grund seiner geringen Körpergröße wird der Begriff vom Turn-Floh geboren. Wenige Wochen später sorgt der „Professor“ bei Olympia für Furore, als er mit 16 Jahren ins Reck-Finale einzieht. Da er Probleme mit den Kontaktlinsen hat, muss er eine Brille tragen, deshalb der Spitzname.
  • 2006: Bei der WM in Aarhus macht er als Dritter erstmals im Mehrkampf auf sich aufmerksam. Zudem überrascht er mit Bronze am Sprung - es soll sein einziges WM-Edelmetall an diesem Gerät bleiben.
  • 2007: Nach dem Reck-Erfolg bei der EM in Amsterdam folgt der wichtigste WM-Sieg: Vor Heim-Kulisse feiert er in Stuttgart einen grandiosen Triumph. Es ist der einzige WM-Titel seiner Laufbahn.
  • 2008: Erstmals seit der Vereinigung erkämpft die deutsche Riege in Lausanne eine EM-Medaille: Silber. Hambüchens Erfolg am Königsgerät macht ihn zum Top-Favoriten für Olympia in Peking. „Der mentale Druck war riesig“, sagt er und gewinnt Bronze.
  • 2009: Bei der EM Mailand wird er der König der Turner, gewinnt den Mehrkampf. Wenige Monate später in London ein Bänderriss beim Einturnen der WM in London. Die Absage ist unabdingbar.
  • 2010: Erstmals wird eine DTB-Riege in Birmingham Europameister. Am Reck reicht es für Hambüchen zu Platz drei, ebenso wie bei der WM in Rotterdam.
  • 2011: Im Januar reißt die Achillessehne. Er erlebt die EM in Berlin nur als Zuschauer an Krücken. Bei der WM in Tokio schaffen die Deutschen die Olympia-Qualifikation als Sechster, am Reck steht Hambüchen als Vierter neben dem Podest.
  • 2012: Der bisherige Höhepunkt der Karriere. Nach verpatztem Mehrkampf gelingt dem Hessen in London Olympia-Silber an seinem Spezialgerät.
  • 2013: Antwerpen wird ein voller Erfolg. Hambüchens Bronze im Mehrkampf und Silber am Reck sind die einzige deutschen WM-Medaillen.
  • 2014: Medaillenloses Jahr für Hambüchen. Aber der achte Platz im WM-Mehrkampf von Nanjing ist aller Ehren wert.
  • 2015: Hambüchen wird Studenten-Weltmeister und gewinnt auch bei der Premiere der Europaspiele in Baku am Reck.
  • 2016: Eine lädierte Sehne in der Schulter zwingt zur dreimonatigen Trainingspause. Doch im Juni ist er wieder da, schafft mit starken Reck-Leistungen bei der DM und der Quali in Frankfurt die Teilnahme an seinen vierten Spielen.

dpa/sid/RND

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