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Olympia 2016
US-Schwimmer erfanden Raubüberfall in Rio

Sportlern droht Anklage US-Schwimmer erfanden Raubüberfall in Rio

Vom Opfer eines dramatischen Raubüberfalls zum Gegenstand von Spott und Gelächter: Die Polizei in Rio de Janeiro bestätigte am Donnerstag, dass die Geschichte der vier US-Schwimmer frei erfunden ist, wonach sie in der brasilianischen Metropole von falschen Polizisten ausgeraubt worden waren.

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US-Schwimmstar Ryan Lochte.

Quelle: AFP / MARTIN BUREAU

Rio de Janeiro. Vielmehr waren sie in offenbar nicht mehr nüchternem Zustand bei einer Pinkelpause mit einem Tankwart aneinander geraten, dem sie die Toilettentür demolierten. "Die Athleten wurden nicht bestohlen", sagte Rios Polizeichef Fernando Velloso. Aufnahmen der Überwachungskamera einer Tankstelle zeigten zudem, dass der US-Schwimmstar Ryan Lochte und seine drei Kameraden keine Gewalt erlitten hätten. Medienberichten zufolge gerieten die vier Athleten bei der Rückkehr von einer nächtlichen Party in Streit mit einem Tankwart, nachdem sie gegen dessen Wand uriniert hatten.

Die vier Schwimmer hatten angegeben, dass falsche Polizisten sie am Sonntag bei einer nächtlichen Taxifahrt von einer Party ins Olympische Dorf ausgeraubt hätten. Lochte berichtete detailreich, einer der Täter habe ihm eine Waffe an die Stirn gehalten und sie zur Übergabe ihrer Wertsachen gezwungen. Die brasilianischen Olympia-Gastgeber entschuldigten sich daraufhin bei den US-Schwimmern.

Ungereimtheiten in den Aussagen

Ermittlungsrichterin Keyla Blank äußerte am Mittwoch aber Zweifel an den Aussagen. Sie wies auf "Ungereimtheiten" in den Angaben der Athleten hin und ordnete die Beschlagnahme ihrer Pässe an. Jack Conger und Gunnar Bentz wurden aus ihrem bereits startbereiten Flugzeug geholt, doch Lochte war da schon in die USA zurückgekehrt, während sich James Feigen nicht mehr im Olympischen Dorf aufhielt.

Die brasilianischen Onlinemedien G1 und Globo berichteten am Donnerstag unter Berufung auf die Polizei, in Wahrheit seien die Schwimmer nicht Opfer eines Raubüberfall geworden, sondern bei der Rückfahrt von einer Party in Streit mit einem Tankwart geraten, dessen Toilette sie benutzen wollten. Demnach urinierten die Sportler gegen die Wand der Tankstelle und brachen die Tür zur Toilette auf.

Sportlern droht Anklage

Anschließend hätten sie versucht abzuhauen, ohne für den Schaden zu zahlen, doch habe sie ein Wachmann mit vorgehaltener Waffe gestoppt, bis die Polizei kam. Der Sender ABC News berichtete seinerseits unter Berufung auf brasilianische Polizeikreise, Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten einen der Schwimmer, wie er die Toilettentür aufbricht und mit einem Wachmann kämpft.

Der Sprecher des olympischen Organisationskomitees, Mario Andrada, äußerte indes Verständnis für die Schwimmer und rief dazu auf, ihnen "eine Pause" zu geben. Die Athleten hätten Spaß haben wollen und einen Fehler gemacht. "Das ist Teil des Lebens", sagte Andrada, der sich am Sonntag im Namen der Organisatoren bei den Schwimmern für den angeblichen Überfall entschuldigt hatte.

Laut der Polizei droht den Sportlern eine Anklage wegen Vortäuschung einer Straftat und Sachbeschädigung. Grund für einen weiteren Verbleib in Brasilien gebe es aber nicht.

afp/RND

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