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Olympia 2016
Von Tauziehen bis Pferdeweitsprung

Verrückte Olympia-Disziplinen Von Tauziehen bis Pferdeweitsprung

Weitspucken, Tauziehen, Sackhüpfen - diese Disziplinen gelten als absolute Höhepunkte bei jedem Kindergeburtstag. Doch einst waren sie sogar olympisch. Eine Auswahl der verrücktesten „Sportarten“ der Olympia-Geschichte.

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Olympia-Klassiker: Tauziehen, hier 1912 in Stockholm.  

Quelle: dpa

Pferdeweitsprung, Pferdehochsprung und Gespannfahren: Die Pferdewettbewerbe sind seit jeher fester Bestandteil der Olympischen Spiele. Bei den Spielen 1900 in Paris allerdings waren die Tiere besonders gefordert. Beim Pferdeweitspringen nötigte der Belgier Constant van Langhendonck sein Pferd Extra Dry zu einem Flug über 6,10 Meter. Im Pferdehochsprung waren 1,85 Meter für Gold nötig. Und im Gespannfahren - auch als Postkutschfahren bezeichnet - triumphierte der Belgier Georges Nagelmackers. Mit Pferden hatte er übrigens ansonsten wenig im Sinn: Nagelmackers gilt als einer der Begründer des Eisenbahnverkehrs.

Tauziehen: Tauziehen ist ein echter Olympia-Klassiker und eine der ältesten Sportarten der Welt. Schon 2500 vor Christus sind auf Wandzeichnungen Vorläufer der Sportart zu sehen. Zwischen 1900 und 1920 stand die Disziplin im Programm der Olympischen Spiele. Zum skandalösen Höhepunkt kam es bei den Spielen 1908 in London. Im Viertelfinale unterlagen die USA einem Betriebsteam der Polizei von Liverpool. Die Amerikaner protestierten danach, weil die Briten Nägel an ihren Schuhen getragen und sich damit einen Wettbewerbsvorteil verschafft hatten. Die rein britische Jury lehnte den Einspruch jedoch mit der fadenscheinigen Begründung ab, dass die Nagelschuhe Teil der Dienstkleidung und deshalb zugelassen seien. Olympiasieger wurden die Liverpooler trotzdem nicht. Im Finale unterlagen sie dem Polizeiteam aus London.

Kopfweitsprung: Auch im Schwimmen kannte der olympische Einfallsreichtum keine Grenzen. Bei den Spielen 1904 stand Kopfweitsprung auf dem Programm. Es durften dabei nach dem Eintauchen ins Wasser keine Schwimmbewegungen gemacht werden. Der US-Amerikaner William Dickey gewann mit 19,05 Metern. Das Problem dabei: Parallel zu Olympia fand die Weltausstellung statt, und die Landwirtschaftsunternehmen schütteten fröhlich ihren Dünger in den See. Etliche Schwimmer erkrankten deshalb.

Sackhüpfen, Tonnenspringen und Weitspucken: Die Olympischen Spiele von St. Louis 1904 gingen als die „Westernspiele“ in die Geschichte ein. Unglaubliche 102 Sportarten waren olympisch. Sie wurden parallel zur Weltausstellung ausgetragen und die Grenze zwischen olympischen Disziplinen und Jahrmarktattraktionen war fließend. Beim Tonnenspringen etwa mussten die Teilnehmer alle 50 Meter kopfüber durch an Seilen aufgehängte Fässer springen. Goldmedaillen wurden auch im Sackhüpfen und Tabakweitspucken verteilt. Ergebnislisten existieren jedoch nicht mehr. Überliefert ist dagegen die Geschichte des Marathonläufers Fred Lorz. Er ließ sich im Wettbewerb 17,7 Kilometer im Auto seines Managers kutschieren, bis das Gefährt den Geist aufgab. Anschließend lief er zu Fuß über die Ziellinie und ließ sich als Sieger feiern. Nachdem Zuschauer den Betrug verraten hatten, bezeichnete Lorz seine Aktion als Witz. Er wurde lebenslang gesperrt und gewann trotzdem 1905 den Boston-Marathon.

Kunst und Kultur: Die vielleicht ungewöhnlichsten Medaillengewinner in der Geschichte der Olympischen Spiele sind Künstler. Zwischen 1912 und 1948 wurden bei den olympischen Kunstwettbewerben Olympiasieger in den Bereichen Architektur, Literatur, Musik, Malerei sowie Bildhauerei gekrönt. Die Verflechtung von Sport und Kultur bei Olympia ging auf eine Idee von Pierre de Coubertin zurück, dem Begründer der modernen Olympischen Spiele. Coubertin reichte übrigens 1912 unter dem Pseudonym „Georges Hohrod und Martin Eschbach“ seine „Ode an den Sport“ ein und wurde damit als einziger Teilnehmer Olympiasieger in der Kategorie Literatur.

Schießen auf lebende Tauben: Die Olympischen Spiele 1900 in Paris waren eine blutige Angelegenheit. Über 300 Tauben mussten ihr Leben lassen, weil beim Schießen damals einmalig auf lebende Objekte geschossen wurde. Der Belgier Leon de Lunden holte 21 Tauben vom Himmel, verfehlte nur zwei - und wurde damit Olympiasieger.

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Gesamtwertung Frauen Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Lauf 1. Mewes Gwendolyn 1984 LAC Langenhagen 708 30 2. Krause Mandy 1987 Post SV Lehrte 511 28 3. Lyda Hannelore 1958 LAC Langenhagen 458 29 4. Meyer Kathrin 1980 Garbsener SC 264 22 5. Grohmann Nadine 1985 Allegretto Hannover [...]

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