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Verblüffender Auftritt der „Recken“

25:25 gegen SG Flensburg Verblüffender Auftritt der „Recken“

25:25 gegen die SG Flensburg: Die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf haben am Donnerstag den großen Favoriten dank eines furiosen Endspurts geärgert. Der Spielbericht von HAZ-Sportredakteur Carsten Schmidt.

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Ein Europameister zieht ab, der andere schaut zu: Kai Häfner (am Ball) steuerte acht Tore zur TSV-Überraschung gegen Flensburg bei, links Erik Schmidt. 

Quelle: Sielski

Hannover. „Wir spielen gegen die vielleicht beste Clubmannschaft der Welt“, hatte Jens Bürkle im Vorfeld prophezeit. Der Trainer der TSV Hannover-Burgdorf sah seine Handballer daher als krassen Außenseiter im Bundesligaspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt. Doch die TSV bot aber in der ausverkauften Swiss-Life-Hall den 4100 Besuchern eine engagierte und verblüffende Vorstellung mit einem ganz starken Endspurt. Das 25:25 (10:15)-Unentschieden war hoch verdient.

Die Gäste verloren einen wichtigen Punkt im Kampf um die deutsche Meisterschaft, weil sie zu früh das Spiel abgehakt hatten und nicht mit der hannoverschen Energie gerechnet hatten. Hannover bleibt damit ein schlechtes Pflaster für die Flensburger, sie ließen dort zum vierten Mal in Folge Punkte in Niedersachsen.

Die personellen Voraussetzungen für diese Energieleistung waren bei den Hannoveranern so gut wie nur zu Saisonbeginn. Trainer Bürkle konnte auf den kompletten Profikader zurückgreifen, nach Lars Lehnhoff, Morten Olsen und Csaba Szücs gab auch Kapitän Torge Johannsen sein Comeback auf dem Parkett.

Flensburg hatte den besseren Auftakt, aber der Halbzeitstand von 15:10 zugunsten des Tabellendritten ließ der TSV noch eine gewisse Hoffnung für die zweiten 30 Minuten. Die „Recken“ wirkten in der Abwehr entschlossener als in den jüngsten Partien. Torwart Martin Ziemer parierte einige Male stark, darunter auch einen Siebenmeter. Zudem waren die Gäste im Abschluss erstaunlich nachlässig.

Die Hannoveraner fanden aber gegen die kompromisslose Flensburger Defensive kaum eine Lücke zum aussichtsreichen Torwurf. Und kamen die TSV-Profis einmal zum Abschluss, scheiterten sie öfter als ihnen lieb war an Flensburgs Nummer 1, Mattias Andersson.

Nach dem Wechsel wurde es zunächst auf den Rängen unruhig, weil das Publikum eine sehr zweifelhafte Zweiminutenstrafe gegen Timo Kastening mit gellenden Pfiffen quittierte. Bereits in der ersten Halbzeit hatte das Schiedsrichtergespann mit einigen Entscheidungen zulasten des Gastgebers den Zorn der Zuschauer auf sich gezogen.

Mit einem 16:21-Rückstand aus hannoverscher Sicht ging es in die Schlussviertelstunde. Und auf einmal bekam die TSV die zweite Luft. Die Halle wurde laut, als Kai Häfner sieben Minuten vor dem Ende auf 22:24 verkürzen konnte. Und als wieder Europameister Häfner drei Minuten vor der Schlusssirene das 24:25 warf, hielt es niemandem im Publikum mehr auf seinem Sitz. Tatsächlich warf Sven-Sören Christophersen in der Schlussminute den 25:25-Ausgleich. Doch die Gäste erhielten in letzter Sekunde noch einen Freiwurf, den sie aber neben das Tor setzten.

Danach tanzten die TSV-Profis unter den Standing Ovations der Besucher, unterbrochen nur durch ein abermaliges Pfeifkonzert gegen die Unparteiischen, denen die hannoverschen Fans viele Entscheidungen übel nahmen.

„Hut ab vor Hannover“ – Stimmen zum Spiel

Jens Bürkle (TSV-Trainer): „Für uns fühlt sich das Ergebnis an wie ein Sieg. Ganz großes Kompliment an meine Mannschaft, die sich niemals abschütteln ließ, auch beim 18:24 nicht. Auch die Halle war voll da, so was habe ich hier bisher noch nicht erlebt. Meiner Mannschaft muss ich ein ganz großes Kompliment aussprechen. Das Schiedsrichtergespann hat sich unglaublich gut in den vergangenen Jahren entwickelt. Ich habe es aber schon noch besser gesehen als heute Abend.“

Ljubomir Vranjes (Trainer SG Flensburg): „Es ist so, dass wir einen Punkt verloren haben. Wir haben fast das ganze Spiel über geführt. In der letzten Viertelstunde war aber die Leistung nicht da, einige Spieler waren müde. Ich habe einige Wechsel vorgenommen, das hat aber nicht gefruchtet. Das Remis ist für mich wie eine Niederlage. Hut ab vor Hannover.“

Benjamin Chatton (TSV-Geschäftsführer): Wenn Sie einen Sitzplatz kaufen und die letzte Viertelstunde stehen, dann sind Sie beim Handball. Wir warten zwar weiter auf den ersten Sieg 2016, diese Partie hat uns aber einen gefühlten Erfolg beschert.“

Die Fakten

Tore für die TSV Hannover-Burgdorf:  Häfner (8), Christophersen (5), Olsen (4), Mortensen (3/davon 2 Siebenmeter), Karason, Patrail (beide 2), Lehnhoff (1/1)

Zuschauer: 4100 (ausverkauft)

Zeitstrafen: Hannover 7, Flensburg 2

Nächstes Spiel: Bergischer HC – TSV Hannover-Burgdorf (19. März, 19 Uhr).

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