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Der TSV fehlt die Konsquenz und Entschlossenheit

Verschenkte Punkte Der TSV fehlt die Konsquenz und Entschlossenheit

Die Stimmung von Jens Bürkle war einen Tag später erheblich gestiegen. Er hatte eine Nacht darüber geschlafen, die Wut über das Verhalten seiner Mannschaft war etwas verraucht. Der Trainer des Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf sah einiges positiver als noch am Sonntagabend.

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„Wir verschenken leider zu viel“: „Recken“-Trainer Jens Bürkle.

Quelle: Sielski

Hannover. „Wir haben ja insgesamt gut gespielt“, sagte Bürkle, „aber es haben die Entschlossenheit und die Konsequenz gefehlt.“ Grund für seine Verstimmung war nicht etwa eine Niederlage seines Clubs gegen den Bergischen HC (die TSV siegte mit 33:27) gewesen, sondern die Höhe des Erfolgs und besonders die Inaktivität seiner „Recken“ in der zweiten Halbzeit, als man die limitierten Westdeutschen geradezu aufbaute und zum Torewerfen aufforderte. Zum Glück waren die Mittel des BHC so arg begrenzt, dass sie nie für einen Punktgewinn oder gar den Sieg in der Swiss-Life-Hall infrage kamen.

Bürkle rechnete auch gestern noch einmal vor, wie wichtig das Torverhältnis in der Tabelle einer so leistungsstarken Spielklasse ist. „Das kann mehrere Plätze ausmachen“, sagte er, „und wir verschenken da einfach zu viel.“ Sein Ärger ist durchaus verständlich. Denn es war beileibe nicht das erste Mal, dass sein Team zwei grundsätzlich verschiedene Halbzeiten spielte, im Gefühl des sicheren Sieges arg nachließ, sodass am Ende mitunter knappe Erfolge in Spielen herauskamen, in denen die TSV-Profis haushoch überlegen waren. Spielmacher Morten Olsen gesteht: „So etwas machen wir leider öfter. Auch gegen den Bergischen HC haben wir irgendwann aufgehört, guten Handball zu spielen.“

Da stellt sich die Frage: Sind die „Recken“ zu schnell zufrieden? Bürkle widerspricht vehement. „Auf keinen Fall“, sagte er. „Das zeigt auch die kritische Einstellung der Spieler am Sonntag.“

Es gibt aber genügend Beispiele, die die These durchaus rechtfertigen.

31:27 nach Verlängerung gegen VfL Bad Schwartau am 27. August (1. Runde im DHB-Pokal): Die „Recken“ kamen schwer in die Partie, übernahmen aber nach 22  Minuten erstmals die Führung und erkämpften sich bis zur 39. Minute einen 18:14-Vorsprung. In neun Minuten jedoch machte der Zweitligist den Nachteil wett und lag selbst wieder mit 21:19 vorn. Nach 60  Minuten stand es 25:25, erst nach zehn weiteren Extraminuten war der hannoversche Erfolg perfekt. „Wir haben insgesamt nur zehn Minuten ordentlich agiert“, sagte Geschäftsführer Benjamin Chatton anschließend.

35:27 gegen GWD Minden am 16. Oktober: Es war gewissermaßen das Vorspiel zum Duell mit dem Bergischen HC. Mit 18:11 lag die TSV zur Halbzeit vorn, zehn Minuten später hieß es 24:14. Danach gab Bürkle unter anderem Kasper Kisum und Dominik Kalafut aus der zweiten Kader-Reihe Einsatzzeit. Deshalb grantelte der „Recken“-Coach auch nicht über den Verlust der Zehntoreführung und das 17:16 in der zweiten Hälfte, sondern lobte vielmehr die Leistung im ersten Durchgang: „Wir hatten eine überragende Konterquote, da war richtig Tempo drin.“ In diesen Worten schwang auch Erleichterung mit, weil die TSV in der Bundesliga zuvor dreimal in Folge verloren hatte.

30:20 gegen Frisch Auf Göppingen am 25.  Oktober (Pokal-Achtelfinale): Auch wenn das Resultat viel Freude machte, entgingen Bürkle die zwischenzeitlichen Wellenbewegungen nicht. 4:0 und 17:12 führten die „Recken“ jeweils zu Beginn der Halbzeiten, doch die Göppinger kamen zweimal bis auf zwei Tore heran (14:12 zur Halbzeit, 19:17 nach 45  Minuten). Der Trainer gestand: „Eine Viertelstunde vor Schluss war mir doch etwas mulmig angesichts der knappen Führung.“ In diesem Duell brachte aber ein Schlussspurt mit einer famosen Konterquote noch das klare Resultat.

Von Jörg Grußendorf 
und Carsten Schmidt

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