Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Nordmeyer kehrt in die Schule zurück

Ex-Trainer der Recken Nordmeyer kehrt in die Schule zurück

Mit dem Kapitel Profihandball hat er abgeschlossen. Der frühere Trainer der "Recken", Christopher Nordmeyer, genießt eine Auszeit und freut sich aufs Unterrichten: Er kehrt nach fünf Jahren wieder in den Schuldienst zurück.

Voriger Artikel
"Recken" feiern fünften Sieg in Serie
Nächster Artikel
TSV verpflichtet Fabian Böhm

Mehr Zeit für die Familie: Christopher Nordmeyer, früherer Handballtrainer der „Recken“, genießt die ersten stressfreien Tage seit vier Jahren. Foto: Surrey

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Jetzt gibt die Familie den Takt an. „Ich habe noch das Mittagessen vorbereitet“, erzählt Christopher Nordmeyer. Und er erscheint mit flottem Schritt am Treffpunkt in der hannoverschen Altstadt, weil die Parkplatzsuche in diesen Tagen nun einmal mehr Zeit in Anspruch nimmt als an normalen.

Der 48-Jährige, bis Juni Trainer des Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf, strahlt dennoch viel Ruhe und Gelassenheit aus. „Ich genieße mein jetziges Leben“, sagt er. „Ich freue mich vor allem, mehr Zeit zu haben für das, was meine beiden Kinder brauchen.“ Dazu gehört auch der Familienurlaub im Sommer und im Herbst. „Das war vier Jahre lang nicht möglich wegen der Bundesliga. Und auch vor Weihnachten lief es stressfreier, diesmal konnte ich alle Geschenke schon vorher besorgen“, erzählt Nordmeyer.

Natürlich soll auch Ehefrau Anja, von Beruf Lehrerin, von der aktuellen Auszeit profitieren. Deshalb kümmert sich Nordmeyer auch um das leibliche Wohl zur Mittagszeit. „Meine Frau hat organisiert, an ihr ist viel hängen geblieben, als ich noch als Profitrainer gearbeitet habe.“

Nordmeyer ist kein Coach im Wartestand. „Das Kapitel Profitrainer ist abgeschlossen“, sagt er - wie frühere Tätigkeiten im Robinson Club oder als Tennislehrer. Dabei ist der Burgdorfer schon stolz, dass er es viereinhalb Jahre im Profisport ausgehalten hat: „Ich zählte zur aktiven Zeit zu den dienstältesten Trainern in der Liga“, sagt er.

Nun kehrt der Coach zu den Wurzeln zurück. „Ich habe mich, als ich im Februar 2011 die TSV übernommen habe, aus dem Schuldienst für fünf Jahre beurlauben lassen“, sagt Nordmeyer. „Ich werde im August 2016 wieder als Lehrer anfangen, das habe ich ja gelernt.“ Tätig war er bis 2011 an der Lutherschule, in den Fächern Deutsch und Sport.

Die Distanz zum Bundesliga-Handball wahrt Nordmeyer auch, indem er Besuche bei den Heimspielen in der Swiss-Life-Hall vermeidet. „Ich möchte erst gar nicht in die Rolle des Ober-Kommentators kommen“, sagt er. „Ich will den Verein und die Mannschaft in Ruhe arbeiten lassen.“ Er betont aber, dass er „Fan der TSV“ sei. „Ich habe in dem Verein 1975 mit Handball angefangen“, sagt Nordmeyer, 2009 schaffte er als Spieler mit der TSV den Aufstieg in die 1. Liga. Da gibt es gewachsene Bindungen, auch durch Bruder Alexander Grah, mit dem er zusammen in Burgdorf gespielt hat. Grah war auch sein Kotrainer in der Bundesliga.

Ohne die Verbundenheit mit der Heimat hätte es Nordmeyers Erstliga-Engagement wohl nicht gegeben. „Ich bin kein Profitrainer, ich muss das nicht machen“, sagt der 48-Jährige. Nordmeyer ist in diesem Berufszweig Quereinsteiger. Zuvor hatte er - ehrenamtlich und erfolgreich - die Handball-Frauenmannschaften von Wacker Osterwald und Hannover Handball (1993 bis 2004) trainiert. „Wir haben 2. Bundesliga gespielt, dadurch hat mancher erst erfahren, wo dieses Osterwald liegt“, sagt Nordmeyer.

Ganz vom Handball kommt er auch jetzt nicht los: Der 48-Jährige bildet sich fort zum EHF-Master-Coach. Dabei geht es um Innovation, Trainingswissenschaft, Menschenführung und auch Psychologie im „internationalen Leistungssegment“, wie es in der Lehrgangsausschreibung heißt.

Das Interesse an neuen Horizonten prägt auch den Lehrer, der Nordmeyer vom nächsten Schuljahr an wieder sein wird. „Bei mir wird es ein vielseitiges Sportangebot geben, nicht nur Handball“, sagt er. Sport habe eine hohe Wertigkeit im Unterrichtsplan, ergänzt er, aber auch im Fach Deutsch lässt er Vorlieben erkennen. „Ich mag die Klassiker in der Literatur“, sagt er - mit Interpretationen, die in die Moderne weisen. Deshalb schätzt Nordmeyer auch das hannoversche Schauspiel: „Es ist ein toller Ort der Begegnung.“

xxxxx

Die Vorgeschichte

Das Heft des Handelns behielt Christopher Nordmeyer bis zum Schluss in der Hand. Er ersuchte am 13. Mai 2015 den Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf um die vorzeitige Beendigung des Trainervertrags, der bis Sommer 2016 datiert war. Zwar hatte die Abstiegsgefahr schon zwei Monate vorher im Umfeld des Clubs zu Zweifeln am Trainer geführt. Aber Nordmeyer ertrug die Kritik ebenso wie Gerüchte über eine vermeintliche Spielerrevolte. „Die hat es nie gegeben“, sagt er noch heute. Die viereinhalb Jahre auf der Bank hätten aber Kraft und Zeit geraubt, die insbesondere der Familie gefehlt habe. Typisch für Nordmeyer: Seinen Entschluss teilte er erst der Öffentlichkeit mit, als der Klassenerhalt nahezu perfekt war. Einfach die Brocken hinwerfen wollte das „Handball-Urgestein“ aus Burgdorf nicht.cas

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus TSV Hannover-Burgdorf
Recken besiegen HSC 2000 Coburg

Die TSV Hannover-Burgdorf bleibt sich treu in der Handball-Bundesliga. Starken Auftritten folgen Zitterpartien, und so wurde es am Sonntag gegen den HSC 2000 Coburg nichts mit dem allseits erwarteten klaren „Recken“ -Erfolg.

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.
2. Dezember 2016 - Frerk Schenker in HAZ-Laufpass

Gesamtwertung Frauen Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Lauf 1. Mewes Gwendolyn 1984 LAC Langenhagen 708 30 2. Krause Mandy 1987 Post SV Lehrte 511 28 3. Lyda Hannelore 1958 LAC Langenhagen 458 29 4. Meyer Kathrin 1980 Garbsener SC 264 22 5. Grohmann Nadine 1985 Allegretto Hannover [...]

mehr