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Hannover-Burgdorf holt Punkt gegen Rekordmeister

Handball-Bundesliga Hannover-Burgdorf holt Punkt gegen Rekordmeister

Die TSV Hannover-Burgdorf schafft ein 30:30 gegen den deutschen Handball-Meister am Ostersonntag. Und 9900 begeisterte Fans in der Tui-Arena feiern den Gastgeber enthusiastisch.

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Ilija Brozovic (34, THW Kiel, li.) kann Runar Karason (24, TSV Hannover-Burgdorf) nicht aufhalten.

Quelle: Sielski

Hannover. Eine Serie musste reißen. Aber dass ausgerechnet der THW Kiel am Ostersonntag in der Handbal-Bundesliga Federn lassen würde und nicht die TSV Hannover-Burgdorf, damit hatte niemand gerechnet, auch nicht im Lager der "Recken". Der deutsche Rekordmeister kassierte beim 30:30 nach 13 Bundesliga-Siegen in Folge den ersten Punktverlust und einen Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft.

"Auf uns kommt eine Herkulesaufgabe zu", hatte TSV-Trainer Jens Bürkle vor dem Duell mit der erfolgreichsten deutschen Handball-Mannschaft der letzten zwei Jahrzehnte gesagt. Die Europameister Kai Häfner und Erik Schmidt fehlten den Hannoveranern ebenso wie Spielmacher Morten Olsen. Da wirkte es fast wie ein frommer Wunsch von Bürkle, als er versprach: "Wir werden alles reinhauen."

Am Sonntag spielten die "Recken" gegen den Rekordmeister THW Kiel. Die Mannschaften trennten sich 30:30 (14:14).

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Doch die TSV-Profis erfüllten die Hoffnung ihres Coaches und übernahmen in der Tui-Arena von Beginn an das Kommando. 4:1 führte der Gastgeber nach acht Minuten, 10:6 für die "Recken" stand es nach 17:30 Minuten. "Der THW wirkte müde", räumte Bürkle ein. Die Schleswig-Holsteiner hatten am Mittwochabend einen Kraftakt in der Champions League mit dem 36:29-Erfolg über Pick Szeged leisten müssen. Aber sie hatten wohl auch eine geschwächte hannoversche Mannschaft erwartet, deren Widerstand sich in Grenzen halten würde.

Weit gefehlt. Die "Recken" brachten mit einer zupackenden Abwehr, die die starken Kieler Schützen ein ums andere Mal stoppte, mit einem überragenden Martin Ziemer im Tor, der allein vor dem Wechsel zehn Würfe hielt, und einer konzentrierten Angriffsleistung den Meister in riesige Verlegenheit. Erst drei Tore in den letzten zwei Minuten vor der Pausensirene brachten dem Favoriten wenigstens noch das 14:14-Remis. Da spielte der THW eine Qualität meisterlich aus - jene der erfolgreichen Schnellangriffe. "Elf von 13 Kontern saßen, diese Quote ist natürlich sensationell", sagte Bürkle anerkennend.

Nach dem Wechsel gab es den zweiten Teil des hannoverschen Handball-Wunders. "Die Leistung der Mannschaft macht mich stolz", sagten Bürkle und TSV-Geschäftsführer  Benjamin Chatton unisono. Und der Coach hob hervor, dass sein ersatzgeschwächtes Team sich nach dem 17:19-Rückstand nach 38 Minuten "schnell gefangen" habe. Eine Viertelstunde vor Schluss hatten die "Recken" wieder auf 21:21 ausgeglichen und führten wenig später sogar mit 26:22, auch weil Sven-Sören Christophersen in dieser Phase nahezu jeden Wurf ins Netz setzte.

Der Rückraumspieler bot eine besondere Willensleistung. Er war erkältet sowie am Fuß und an der Hand verletzt, spielte aber trotzdem und half seiner Mannschaft zu dem wichtigen Punktgewinn.

Eine besondores Beispiel an Einsatzfreude bot auch TSV-Kapitän Torge Johannsen. "Bei ihm läuft das System noch nicht wieder rund", sagte Bürkle im Vorfeld und meinte damit, dass der Rechtsaußen nach einem halben Jahr Verletzungspause noch Zeit braucht. Johannsen saß daher die meiste Zeit auf der Bank, kam aber in der 58. Minute aufs Feld, um einen Siebenmeter zu werfen. Die Gäste hatten mittlerweile zum 28:28 ausgeglichen. Zudem waren seine Kollegen zuvor viermal vom Punkt am Kieler Keeper Niklas Landin gescheitert. Johannsen aber behielt die Nerven und brachte die TSV mit 29:28 in Führung. Als eine Minute vor der Schlusssirene das 30:28 für den Gastgeber fiel, riss es das Publikum von den Sitzen. Der erste Sieg gegen die Kieler im 14. Bundesligaspiel war greifbar nahe für die Hannoveraner.

Doch der Meister, der nach Ansicht seines Trainers Alfred Gislason "keine gute Vorstellung" bot, behielt die Nerven und rettete mit zwei schnellen und erfolgreichen Angriffen noch das 30:30. Doch das tat der Freude keinen Abbuch in der Arena: Das Publikum war begeistert über ein dramatisches Spiel, zu dem insbesondere die "Recken" beigetragen haben. Sie wahrten übrgens ihre Erfolgsserien gegen die Übermannschaft aus Kiel: Auch das sechste Spiel in der Tui-Arena endete mit mindestens einem Punktgewinn für die TSV. Und in der Bundesliga sind die Hannoveraner vor heimschem Publikum seit acht Partien unbesiegt.

Tore für die TSV Hannover-Burgdorf: Christophersen, Hykkerud, Patrail (alle 5), Karason (4/davon 2 Siebenmeter), Mortensen, Lehnhoff (beide 3), Kasteniing (2), Johannsen (1/1), Yannick Dräger und Szücs – Zuschauer: 9900 – Zeitstrafen: Hannover-Burgdorf 4, Kiel 7 – Nächstes Spiel: TVB Stuttgart - TSV Hannover-Burgdorf (Fr., 15. April, 19.45 Uhr).

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