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"Ich genieße jeden Moment" Kai Häfner und Erik Schmidt kommen kaum zur Ruhe

Nach EM-Sieg Kai Häfner und Erik Schmidt kommen kaum zur Ruhe

Ein Termin im Morgenmagazin und viele Autogrammjäger auf der Straße: Der Wirbel und die Gratulationsflut um die Handball-Europameister istgroß. Auch die "Recken" Kai Häfner und Erik Schmidt kommen nach dem Sensationstriumph in Polen kaum zur Ruhe.

„Das brachte Gänsehaut“: Die Hannoveraner Erik Schmidt (links) und Kai Häfner stehen noch unter dem Eindruck des EM-Finales und der anschließenden Feiern.

Quelle: imago

Hannover. Erst einmal Luft holen und alles sacken lassen. Dazu bekommen Erik Schmidt und Kai Häfner jetzt ein wenig Zeit – und die beiden Handball-Europameister haben sogar schon in ihrer sportlichen Heimat vorbeigeschaut. Schmidt übernachtete nach dem großen Bahnhof für die Nationalmannschaft in der Berliner Max-Schmeling-Halle von Montag auf Dienstag in seiner hannoverschen Wohnung, und Häfner traf gestern Mittag wieder in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein.

Der Wirbel und die Gratulationsflut nach dem Sensationstriumph in Polen verblüfft die Profis des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf. „So etwas habe ich noch nie erlebt, das brachte Gänsehaut“, sagte Schmidt über die Fanfeier in der Hauptstadt. Und das Finale gegen Spanien in der „Riesenarena in Krakau“ sei ein besonderes Erlebnis gewesen. „Wir haben die Iberer gar nicht zum Zug kommen lassen“, sagte der 23-jährige Kreisläufer, der gestern zu den Eltern nach Rüsselsheim fuhr und sich heute mit seiner Freundin Wellness gönnt und alte Freunde besucht.

Häfner kehrte auf Umwegen zurück. „Ich war um 5.30 Uhr Gast im Morgenmagazin von RTL“, sagte der 26-Jährige. Daher musste er nach dem Empfang von Berlin nach Köln reisen – positiver Stress. „Wir sind ja als Handballer froh darüber, dass wir so eine Plattform bekommen“, sagte Häfner. Auch Schmidt hat schon erfahren, wie populär Handball auf einmal ist. „In Berlin haben mich ein paar Jungs erst groß angeschaut und dann gefragt, ob ich der Erik Schmidt bin“, erzählte er. „Und dann wollten sie ein Autogramm haben.“

In Häfners Elternhaus in Schwäbisch Gmünd läutet derweil das Telefon Sturm. „Alle wollen gratulieren, erzählt die Familie“, sagte der Rückraumspieler. Er hat eine besondere EM-Geschichte: Erst vor dem letzten Hauptrundenspiel gegen Dänemark rutschte er nach Verletzungen von Kollegen ins Aufgebot. „Ich habe die Tasche schon für drei und nicht für zwei Partien gepackt“, sagte Häfner. Clubkollege Schmidt, der von Beginn an dabei war, bestätigt, dass das deutsche Team zu diesem Zeitpunkt schon an die Halbfinalchance geglaubt hat. „Wir wussten, dass die Dänen nervös werden, wenn das Spiel eng bleibt. Das ist uns gelungen.“ Als Vater dieser Siegermentalität machen Schmidt und Häfner Bundestrainer Dagur Sigurdsson aus. „Er hat uns hervorragend eingestellt.“

Die Ruhe ist für Schmidt und Häfner aber nur von kurzer Dauer. Am Freitag spielen beide mit dem Nationalteam in Nürnberg gegen eine Liga-Weltauswahl. Und in zehn Tagen herrscht wieder Bundesligaalltag. Dann geht es zum TuS Nettelstedt-Lübbecke. „Wir wollen an unsere Erfolgsserie anknüpfen“, sagten Schmidt und Häfner, derzeit ist die TSV Ligaachter nach fünf Siegen in Folge. Und beide wissen, dass der Platz im deutschen Olympiakader nur über starke Leistungen im zweiten Saisonabschnitt erkämpft werden kann. „Ich glaube nicht, dass die Europameister einen Freifahrtschein bekommen, zumal wohl nur 14 Spieler mitdürfen, und nicht 16 wie bei der EM“, sagte Schmidt.

In Hannover haben beide auf jeden Fall ihr sportliches Glück gefunden. „Die TSV ist ein tolles Projekt“, sagte Häfner, der seit 2014 beim Club unter Vertrag steht. Und Schmidt ergänzte: „Hannover ist eine super schöne Stadt.“

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