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Drei „Recken“ für Deutschland?

Handball-Länderspiel in Hannover Drei „Recken“ für Deutschland?

Am 10. Januar tritt die deutsche Handball-Nationalmannschaft in Hannover gegen Island an. Bei dem letzten EM-Vorbereitungsspiel könnten auch drei Spieler der TSV Hannover-Burgdorf auflaufen: Erik Schmidt, Kai Häfner und Torwart Martin Ziemer. 

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Reif für die Nationalmannschaft:
Erik Schmidt (linkes Bild, rechts) ist
nach starken Auftritten beim Supercup dabei, sich einen Stammplatz bei
Bundestrainer Dagur Sigurdsson
zu sichern. Kai Häfner (oberes Bild, links)
hat nach einer starken Hinrunde eine Chance verdient, Martin Ziemer (unten) dagegen muss wohl noch stärkeren
Keepern den Vortritt lassen.
Fotos: imago (2), Sielski

Quelle: Huebner/Vogler

Hannover. Es gehört zum guten Ton auch im Handball, sich nicht selbst ins Gespräch zu bringen. Deshalb scheuen sich gestandene Bundesligaspieler, einen Satz mit dem Wort „Nationalmannschaft auszusprechen. Auch bei der TSV Hannover-Burgdorf, selbst wenn es die Chance auf einen Auftritt vor heimischen Publikum gibt wie am 10. Januar 2016 in der Tui-Arena. Da trifft die deutsche Auswahl auf Island (Beginn um 15 Uhr), es ist das letzte Vorbereitungsspiel auf die Europameisterschaft in Polen (15., bis 31. Januar).

Eine Ausnahme machen in der Regel nur jene Akteure, die bereits zum Kader von Bundestrainer Dagur Sigurdsson gehören wie Erik Schmidt. Der 22-jährige Zwei-Meter-Riese, Kreisläufer und Abwehr-Mittelblocker bei der TSV, überzeugte jüngst im Supercup. Das zeigt das Lob von Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer an Schmidt und Abwehr-Nebenmann Finn Lemke: „Sie haben das überragend gemacht.“

Der TSV-Profi darf sich also berechtigte Hoffnungen machen, auch zum EM-Kader zu gehören und im Januar in Hannover zu spielen. Zumal Sigurdsson den eigentlich am Kreis gesetzten Patrick Wiencek (THW Kiel) nach einem Kreuzbandriss im Oktober ersetzen muss. Schmidt, der im Sommer von der TSG Friesenheim zur TSV gewechselt war, trägt viel dazu bei, dass die Abwehr seiner Clubmannschaft besser steht als in der Vorsaison. Auch offensiv beginnt er, wie von Sigurdsson gefordert, eine „Schippe draufzulegen“. Gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke warf der Hüne am Freitag sechs Tore und war damit zweitbester TSV-Schütze.

„Man muss immer versuchen, sein Bestes im Verein zu geben“, sagte Schmidt, wobei er damit nicht die komplette Voraussetzung für eine Nationalteam-Nominierung nennt. Kollege Kai Häfner erhielt noch keine Berufung in den Auswahlkader, obwohl er laut Gerald Glöde, Geschäftsführer des Handball-Verbandes Niedersachsen, eine „überragende Runde“ spielt. Auch Sigurdsson hatte angekündigt, „ihn ganz aufmerksam zu beobachten“. In diesem Falle dürfte dem Bundestrainer nicht entgangen sein, dass der Schwabe im TSV-Dress mit 96 Toren in 16 Spielen Sechster in der Bundesliga-Torschützenliste und bestplatzierter Spieler mit Stammplatz im rechten Rückraum ist.

Im Supercup aber spielten auf Häfners Position weniger wurfstarke Akteure: Michael Müller (Melsungen, 69 Treffer), Fabian Wiede (Berlin, 65) und Steffen Weinhold (Kiel, 48). Häfner stand zuletzt im September 2014 in Sigurdssons Kader. Vielleicht gelingt es ihm, am Sonnabend mit weiteren Toren in Eisenach den Bundestrainer zu überzeugen, ihm doch wieder eine Chance zu geben.

Das Potenzial für die Auswahl hat auch Torwart Martin Ziemer. Der 32-Jährige steht zuverlässig seinen Mann zwischen den Pfosten und hat der TSV auch gegen Nettelstedt-Lübbecke die Punkte gerettet. Die Liga-Statistik führt Ziemer bei den Paraden an 4. Stelle, gleichauf mit Johannes Bitter (Hamburg).

„Deutschland ist ein Torwartland“, heißt aber ein geflügeltes Wort auch in Handball-Kreisen. Sigurdsson setzt derzeit auf Andreas Wolff (Wetzlar), Carsten Lichtlein (Gummersbach) - beide sind in der Paraden-Rangliste die Nummer 1 und 3 - sowie Silvio Heinevetter (Berlin), der viele Meriten im Nationaltor erworben hat. Da hat es Ziemer richtig schwer, noch ins Team zu rücken.

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