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„Das Projekt Olympia ist kippelig“

Kai Häfner „Das Projekt Olympia ist kippelig“

Über seine Handball-Leidenschaft, Verletzungen im Allgemeinen und der gebrochenen Hand im Besonderen, die Zukunft nach dem Sport und ein persönliches Ereignis im Sommer spricht Handball-Europameister Kai Häfner im großen HAZ-Interview.

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„Ich werde alles geben, um in Rio dabei zu sein“: Kai Häfner kämpft um die Olympiachance.

 Guten Tag, Herr Häfner, wie geht es Ihrer linken Hand?

Es läuft nach dem Bruch Anfang März alles nach Plan. Ich bin jetzt wieder im Teamtraining dabei und mache auch schon Pass- und Wurfübungen. Ich komme langsam wieder rein.

Könnte es ein baldiges Comeback geben?

Man muss jetzt erst einmal abwarten, wie die Hand unter Belastung reagiert. Ich hatte gute Therapeuten von United Physio in Hannover. Die Mobilisierung mit Greif- und Fingerübungen ging recht schnell. Vielleicht klappt es noch in den letzten Saisonspielen mit einem Einsatz.

Nervt das lange Warten nicht?

Natürlich fällt es schwer, geduldig zu sein. Gerade bei solchen Höhepunkten wie gegen THW Kiel in der Tui-Arena war das Zuschauen hart. Und man möchte den Kollegen auch helfen.

Hatten Sie Einschränkungen im Alltag?

Nein. Mit links mache ich Sport, werfen oder mit dem linken Fuß schießen. Alles andere mache ich mit der rechten Hand.

Sie haben ja nicht als einziger „Recke“ in dieser Saison pausieren müssen. Ist Handball besonders verletzungsträchtig?

Handball ist ein Kontaktsport. Das Spiel ist körperbetont. Es geht zur Sache, da kann schon mal was passieren. Aber ich glaube nicht, dass das Risiko größer ist als in anderen Sportarten.

Während Ihrer Verletzung haben Sie vermehrt PR-Termine wahrgenommen – weil Sie mehr Zeit hatten oder weil Sie Europameister sind?

Es trifft beides zu. Termine mit Sponsoren sind wichtig für den Verein, und natürlich sind da eher die Profis gefordert, die nicht im täglichen Training mit dabei sind. Aber es ist auch spürbar, dass Erik Schmidt und ich nach dem EM-Titel stärker nachgefragt werden für Termine.

Spüren Sie auch darüber hinaus mehr Interesse an Ihrem Sport?

Definitiv. Unsere Spiele sind jetzt nahezu ausverkauft. Und solche Duelle wie gegen Flensburg oder Kiel haben die Stadt und die Region elektrisiert.

Was fasziniert Sie denn am Handball?

Ich mag Mannschaftssportarten und alles mit Bällen seitdem ich laufen kann. Ich habe als Kind auch Fußball und Tennis gespielt. Im Handball sind Athletik und Dynamik vereint, man braucht eine gute Technik, aber auch taktisches Verständnis. Und Handball ist spannend. Der Spielverlauf kann in den 60 Minuten mehrfach drehen.

Seit wann sind Sie dabei?

Ich habe mit fünf, sechs Jahren in einer Bambini-Mannschaft in Schwäbisch Gmünd angefangen. Mein Vater war selbst aktiver Handballer, das hat den Ausschlag gegeben.

Sie haben zunächst auch bei Bundesligisten wie Göppingen und Balingen in der Heimat gespielt. Warum gab es vor zwei Jahren den Wechsel in den Norden?

Ich wollte zu einem Verein mit Perspektive wechseln auch auf die internationalen Wettbewerbe. Diese Bedingungen finde ich in Hannover. Außerdem gefällt mir das Leben in der Stadt sehr gut. Wobei es in dieser Saison schwer wird mit dem Europacup. Der 5. Platz ist schon ein Brett, zumal die Berliner jetzt kräftig vorgelegt haben mit dem Sieg über die Rhein-Neckar Löwen. Aber man vergisst oft, dass wir im vergangenen Jahr lange in Abstiegsgefahr waren. Die jetzige Entwicklung ist hervorragend. Ich freue mich schon auf die nächste Spielzeit, weil wir keinen Abgang haben und mit Fabian Böhm einen starken Neuzugang.

Haben die „Recken“ Potenzial?

Natürlich. Hannover ist vorbildlich insbesondere in der Nachwuchsarbeit. Die Jungen bekommen bei uns Einsatzchancen, und sie nutzen sie auch wie Timo Kastening. So muss es laufen.

Wie sieht es mit den eigenen Träumen und Zielen aus, beispielsweise im Hinblick auf die Olympischen Spiele?

Ich würde alles geben, um dabei zu sein. Aber das Projekt Olympia ist kippelig. Ich habe mich wegen des Handbruchs zuletzt dem Bundestrainer nicht zeigen können. Es gibt 30 Spieler, die zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft gehören, das ist eine unglaubliche Breite.

Nur 14 dürfen nach Rio mitfahren.

Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Bonus für die Europameister gibt. Aber ich habe ja selbst bei der EM erlebt, wie schnell man von der heimischen Couch zur Mannschaft stoßen kann.

Falls es mit Rio nicht klappt, wäre Olympia 2020 in Tokio eine Option?

So weit denke ich noch nicht.

Gibt es Pläne für die Zeit nach dem Sport?

Als Handballprofi verdient man nicht so viel wie die Fußballer. Da muss man sich schon Gedanken über eine vernünftige Ausbildung oder ein Studium machen.

Das heißt in Ihrem Fall?

Ich habe in Tübingen einen Bachelor-Abschluss in Sportmanagement erworben. Jetzt habe ich General Management als Masterstudium an der Fern-Uni Bad Honnef belegt. Das ist ideal für mich, weil es in Hannover ein Büro der Einrichtung gibt.

Ein großes Fest wird es in diesem Jahr aber noch geben für Kai Häfner.

Das ist richtig. Meine Freundin und ich heiraten standesamtlich im Sommer im Alten Rathaus. Das ist ein schöner Ort für solch einen Anlass.

Folgt auch eine kirchliche Trauung?

Meine Freundin stammt auch aus Württemberg, also werden wir dieses Fest in der Heimat feiern. Das wird aber erst im nächsten Jahr sein, weil wir Zeit für all die Vorbereitungen brauchen.

Mit Hochzeitsplaner?

Nein, das organisieren wir schon selbst.

Interview: Carsten Schmidt

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