Es war dieses Tor in der letzten Sekunde des Relegationsrückspiels gegen die TSG Friesenheim, das 25:18, ein Freiwurf, der der TSV Hannover-Burgdorf die Tür zur Handball-Bundesliga öffnete. Es machte den Schützen Jacek Bedzikowski zum „Aufstiegshelden“ und brachte dem Polen viele Sympathien beim hannoverschen Publikum ein. Vor dem Heimspiel am heutigen Sonnabend gegen die Füchse Berlin, mit dem die TSV in die inzwischen zweite Saison im Oberhaus startet, ist diese Schlüsselszene in der Geschichte des Burgdorfer Klubs für ihn allerdings längst Vergangenheit. Abgehakt.
„Ich blicke immer nach vorn auf die neue Saison. Das erste Spiel ist besonders wichtig. Außerdem ist es ein Heimspiel“, sagt der 37-Jährige, der in der in der neuen Saison neben seiner Rolle als Spieler auch als Kotrainer die Geschicke des Teams lenken will.
Mit Verantwortung hat der 102-fache Nationalspieler keine Probleme. Im Mittelblock der TSV-Abwehr führte er schon in den vergangenen Jahren das Kommando in der Defensive. Auch Trainer Aron Kristjansson setzt auf diese Fähigkeiten. „Wir haben mit Jacek Bedzikowski, Vignir Svavarsson und Gustav Rydergard drei starke Spieler für diese Position. Aber Jacek ist die Nummer 1“, hebt der Coach dessen Führungskraft hervor.
In der Offensive kann Bedzikowski dafür ein bisschen kürzertreten. „Die Positionen in der Mitte und am Kreis passen mir gut. Das haben wir auch trainiert. 15 bis 20 Minuten kann ich das spielen“, sagt er. Diese verringerte Spielzeit im Angriff hat allerdings mehr mit den starken Neuzugängen Morten Olsen (Mitte) und Svavarsson (Kreis) zu tun und der Absicht, Bedzikowski für die Abwehraufgaben zu schonen. Die neue Rolle als Kotrainer soll ihn während der Spiele dagegen nicht belasten, und so legt der Pole sie beim Anpfiff kurzerhand ab. „Auf der ,Platte‘ bin ich nur Spieler“, sagt er.
Der Vater von zwei Kindern soll seine analytischen Fähigkeiten und die Erfahrungen aus vielen Jahren in der Bundesliga bei Bayer Dormagen, dem TV Großwallstadt und dem Wilhelmshavener HV vor allem in den Tagen zwischen den Begegnungen einbringen. „Mit dem Trainer werde ich Spielanalysen betreiben, und wir werden gemeinsam nach Lösungen suchen, um unsere Taktik zu verbessern“, sagt Bedzikowski. „Während der Spiele werde ich natürlich dem Trainer auch etwas sagen, wenn mir irgendetwas auffällt. Aus dem Spiel heraus hat man eine andere Perspektive als von der Bank.“
Ob das Trainergespann zum Erfolgsduo wird, könnte sich schon heute Abend andeuten. „Leider fehlen uns mit Morten Olsen und Piotr Przybecki zwei wichtige Stammspieler. Deshalb wissen wir nicht genau, wo wir stehen“, sagt Bedzikowski. Für den Auftakt seien deshalb die Füchse auch der richtige Gegner. „Ich hoffe, dass das Spiel bis zum Ende auf Messers Schneide steht. Dann können wir mit etwas Glück und mithilfe der Zuschauer eine Überraschung schaffen“, sagt der Kotrainer. Und möglicherweise wird Bedzikowski dann auch wieder mit einem entscheidenden Treffer zum Helden.
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