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„Das Final Four allein wäre ein tolles Ziel“

„Recken“-Torwart Martin Ziemer im Interview „Das Final Four allein wäre ein tolles Ziel“

Im Interview spricht „Recken“-Torwart Martin Ziemer über das anstehende Pokalduell gegen Göppingen, den Traum von der Endrunde und die eigene Frusttoleranz des Handballtorhüters.

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„Göppingen ist wie ein angeschlagener Boxer“: „Recken“-Torwart Martin Ziemer warnt.

Quelle: Sielski

Hannover. Herr Ziemer, in der Bundesliga hat die TSV gegen Frisch Auf Göppingen auswärts mit 34:23 gewonnen. Ein gutes Omen für das Pokal-Achtelfinale am Dienstag?

Das Ergebnis von damals hat keine Relevanz, das wird jetzt ein völlig neues Spiel. Wir haben einen sehr guten Tag damals erwischt, und die Göppinger haben viele leichte Fehler gemacht. Mal läuft es gut, und dann dreht sich das um, wie wir es selbst in den vergangenen Wochen erlebt haben. Uns nützt auch das Schulterklopfen nach dem jüngsten Spiel in Kiel nicht. Wir haben mit 26:27 verloren, wir haben keine Punkte mitgebracht. Wir müssen uns fragen, was ist besser zu machen. Wenn wir diese Aufgaben lösen, dann kommen die Ergebnisse.

Also wird es am Dienstag nicht so einfach mit dem Gewinnen.

Göppingen ist doch wie ein angeschlagener Boxer nach dem Bundesliga-Fehlstart. Für die steht genauso viel auf dem Spiel wie für unsere Mannschaft.

Der DHB-Pokal bietet zudem den kürzesten Weg in einen europäischen Wettbewerb.

Das ist natürlich ein abgedroschener Spruch, aber es wird schon so sein, weil er immer wieder bemüht wird. Der SC Magdeburg hat sich als Pokalsieger für den Europacup qualifiziert, als Achter der Bundesliga hätten die das nicht erreicht. Aber für die „Recken“ wäre allein das Final Four ein tolles Ziel.

Was macht den Reiz dieser Pokalendrunde aus?

Ich weiß das nur vom Hörensagen, weil ich mir geschworen habe, das Final Four nur als Aktiver zu erleben, aber nicht als Zuschauer. Und in meiner Spielerlaufbahn fehlt eine solche Teilnahme. Da kann man in zwei Spielen ganz viel gewinnen. Da gibt es in der Halle vier Fangruppen, nicht nur zwei Lager wie bei den Punktspielen. Die Leute, die dahinkommen, haben Bock, Handball zu sehen. Und an dem Final-Four-Wochenende steht Handball-Deutschland still, alle Augen sind auf Hamburg und das Turnier gerichtet.

Es ist auch leichter in einem Spiel, Favoriten zu überraschen.

Na klar, da kann immer ein kleines Wunder passieren. Deutscher Meister dagegen ist in den vergangenen Jahrzehnten nie ein Außenseiter geworden.

Das Final Four wäre für Sie auch ein Höhepunkt, obwohl Sie schon Champions League gespielt haben?

Ein absoluter Höhepunkt. In der Champions League habe ich mit 18, 19 Jahren mal ein Spiel für den SC Magdeburg gegen Athen gemacht. Ich war dritter Torwart und bin in den letzten zehn Minuten aufs Feld gekommen, als Magdeburg drei Tore Rückstand hatte. Wir haben dann sogar noch gewonnen. Ich bin etwas später aber in die 2. Liga gegangen, um häufiger spielen zu können.

Und die Europapokalspiele mit den „Recken“ 2013/2014?

Da haben wir mal geschmeckt, wie schön das ist, auch wenn wir uns unter Wert verkauft haben. Ich hoffe, dass wir uns die Qualifikation irgendwann noch einmal erarbeiten können.

Hat man als Torwart eine besondere Rolle in solchen wichtigen Spielen?

Ich habe früher mal davon gesprochen, dass man entweder Held oder Depp ist. Du kannst 95 Prozent der Zeit fehlerlos spielen, dann gibt es aber diese eine vielleicht entscheidende Situation, da siehst du nicht so gut aus. Wie besonders die Position ist, sieht man ja auch an der Wortwahl. Der Torwart, das ist einer, und die Abwehr sind sechs Spieler, die namentlich nicht differenziert werden. Aber damit es im Spiel klappt, müssen Torwart und Abwehr zusammenspielen und versuchen, es dem Gegner so schwer wie möglich zu machen.

Muss man als Handball-Torwart auch besonders leidensfähig sein? Man holt ja mindestens 20-mal pro Spiel den Ball aus dem Netz, während ein Fußballkeeper zuweilen mehrere Begegnungen ohne Gegentreffer absolviert.

Man braucht mentale Stärke und eine hohe Frusttoleranz, man muss seinen Stiefel durchziehen. Natürlich denkst du manchmal, dass man dieses oder jenes hätte besser machen können. Doch rückwärts denken bringt während des Spiels wenig.

Ist der zweite „Recken“-Torwart Malte Semisch Ihr Mitspieler, Kollege oder auch Konkurrent?

Mitspieler und Kollege. Konkurrenten sind die anderen Mannschaften in der Bundesliga. Außerdem gibt es bei uns keine Hierarchie, der ist erster und der andere zweiter Torwart. Wir spielen beide, und jeder versucht natürlich, da sein Bestes zu geben.

Interview: Carsten Schmidt

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