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So kämpft der Chef der Recken

TSV Hannover-Burgdorf So kämpft der Chef der Recken

Seit 2011 ist Benjamin Chatton (36) Ge­schäftsführer bei den Handball-Re­cken der TSV Hannover-Burgdorf. Doch die aktuelle Situation ist neu für den Erfolgsmanager: 13 Spiele 2017, zwölf Pleiten, ein Unentschieden. Im Interview steht er Rede und Antwort zur Horror-Bilanz.

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BEDRÜCKT: Recken-Geschäftsführer Benjamin Chatton (links) und Trainer Jens Bürkle gucken ratlos nach der bitteren 24:25-Pleite gegen Leipzig.
 

Quelle: Foto: Sielski

Die schwarze Serie Ihrer Recken in diesem Jahr hört nicht auf. Woran liegt’s, dass es einfach nicht läuft?

Schwierig, da einfach nur einen Grund zu nennen. Klar ist: Wir spielen nicht mehr auf dem Niveau der Hinrunde und erzielen nicht mehr die Ergebnisse. Vielleicht haben wir in der Hinrunde auch ein bisschen über unserem Niveau gespielt, aber das soll keine Ausrede sein. Durch die Hinrunde ist natürlich die Erwartungshaltung gestiegen – extern und intern. Wir analysieren stetig, was der Grund ist. Und wir werden das auch nach der Saison tun, mit etwas Abstand.

Sind die Spieler einfach zu platt und mental am Ende?

Von der WM im Januar sind alle unsere Nationalspieler, außer Runar Karason, mit einem negativen Gefühl ge­kommen. Und der Rest des Teams hat zu fünft Vorbereitung gemacht. Dann hast du am Beginn direkt eine knappe Niederlage in Erlangen, verlierst anschließend zweimal gegen Topteams. Und dann ist da eine Negativserie draus geworden, die für alle Beteiligten nicht zufriedenstellend ist. In meiner Funktion kann ich leider nur analysieren, wie es so weit gekommen ist. Die Saison ist noch nicht abgeschlossen, darum ist dieser Prozess auch noch nicht abgeschlossen.

Am Mittwochabend unterlagen sie dem SC DHfK Leipzig mit 24:25 (15:11) trotz einer zeitweiligen Achttoreführung.

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... oder liegt’s am Trainer?

Wie gesagt, wir analysieren die Situation und alles, was damit zu tun hat. Das sind wir allen Fans, Sponsoren und auch uns selbst schuldig. Irgendetwas ist uns verloren gegangen im Laufe des Jahres. Und jeder hinterfragt sich und seine Arbeit. Sie können sicher sein: Wenn wir das Gefühl hätten, dass Jens Bürkle der einzige entscheidende Grund ist, dass es nicht läuft, hätten wir schon reagiert. Auch wenn wir uns an den Ergebnissen natürlich messen lassen müssen. Die Arbeit, die im Training geleistet wird, ist gut. Aber was dabei rumkommt, ist zu wenig.

Aber grundsätzlich käme eine Trennung infrage?

Grundsätzlich müssen wir im Moment alles hinterfragen und werden sehen, welche Schlüsse wir daraus ziehen. Denn wenn die Ergebnisse nicht stimmen, ist es richtig, alles zu hinterfragen. Nehmen wir einen Vergleich: Wenn mein Auto nach links zieht, weil ich einen platten Reifen habe, hilft es ja nichts, das Lenkrad zu tauschen, nur weil es normalerweise für die Fahrtrichtung verantwortlich ist. Wir bewerten nicht nur unsere Ergebnisse, sondern auch den Weg. Aber wir werden versuchen, alles zu tun, damit es nächstes Jahr besser läuft. Nur wer überstürzt Schlüsse zieht, läuft immer Gefahr, dass es nicht die richtigen sind. Grundsätzlich habe ich na­türlich immer Namen von möglichen neuen Spielern oder Trainern im Kopf, aber das ist doch einfach mein Job als Geschäftsführer.

Die Fans stehen hinter dem Team, trotz der Katastrophenbilanz. Und dennoch gibt’s manchmal den Vorwurf, dass einige Spieler nicht richtig kämpfen für die Recken. Können Sie das verstehen?

Das kann ich nicht so stehen lassen. Natürlich bekommt jeder unserer Spieler am Monatsende Gehalt. Aber was einen Leistungssportler wirklich motiviert, ist Erfolg, das sind Siege. Für mich ist es nicht vorstellbar, dass je­mand extra verliert, weil es ihm einfach egal ist. Zu den Fans: Die stehen in dieser Phase unfassbar hinter uns. Die Atmosphäre und die Stimmung sind einfach toll, sie haben ein überragendes Gespür dafür, dass die Mannschaft in dieser Situation ihre Unterstützung braucht. Dafür kann ich mich nur bedanken.

Ist das die größte Herausforderung, seit Sie Recken-Geschäftsführer sind?

Natürlich ist das eine sehr schwierige Phase, und alle Beteiligten sind sehr unzufrieden, wie es momentan ist. Aber große Herausforderungen gibt es immer im Profisport. Wichtig ist: Ich bin überzeugt, dass wir perspektivisch gute Voraussetzungen in der Region Hannover haben, um erfolgreich Bundesliga-Handball zu spielen. Aber im Moment ärgert mich der Blick auf die Tabelle maßlos.

Gibt’s ein Punkteziel für die letzten drei Saisonspiele?

Nein. Das Ziel ist zunächst, das nächste Spiel in Coburg zu gewinnen. Wir warten sehnsüchtig auf einen Sieg ...

Von Jonas Szemkus

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