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Burgdorfs 
vergebene Chance

TSV-Handballer verlieren Bundesliga-Auftakt mit 18:26

Von Uwe Kranz

Hängende Köpfe und betretene Gesichter: Die Enttäuschung bei den Handballern der TSV Hannover-Burgdorf war nach dem Bundesliga-Auftakt nicht ausschließlich der Tatsache geschuldet, dass die Heimniederlage gegen die Füchse Berlin mit 18:26 recht deftig ausfiel.
Die TSV Hannover-Burgdorf hat ihr erstes Spiel der Handball-Bundesliga gegen die Füchse Berlin mit 18:26 verloren.

Die TSV Hannover-Burgdorf hat ihr erstes Spiel der Handball-Bundesliga gegen die Füchse Berlin mit 18:26 verloren.

© Florian Petrow

Den „Grün-Weißen“ war vor allem auch bewusst, dass sie eine Chance auf die ersten Punkte der neuen Saison ausgelassen haben und in der Schlussphase – wie zuvor selten in der AWD-Hall – als Mannschaft auseinandergebrochen waren. Dabei hatte sich 45 Minuten lang zunächst kein Sieger abgezeichnet.

„Beide Trainer kennen sich sehr gut. Die Mannschaften waren gut aufeinander vorbereitet“, sagte Burgdorfs Trainer Aron Kristjansson nach dem Spiel. Der neue Coach konnte sich vor 2986 Zuschauern vor allem auf seine starke 6-0-Abwehrreihe verlassen, hinter der Nenad Puljezevic einen überragenden Tag erwischt hatte. Mit 17 parierten Bällen, darunter drei Siebenmeter, hielt er die TSV lange im Spiel. Allerdings stand ihm Nationaltorwart Silvio Heinevetter auf der anderen Seite in nichts nach. Die Abwehrreihen provozierten hüben wie drüben sehr viele Fehler. „Ich war mit unserem Angriffsspiel nicht zufrieden, auf keiner Position“, monierte Kristjansson.

Vor allem das Aufbauspiel der Gastgeber ließ zu wünschen übrig. Oft zu überhastet und mit zu vielen Einzelaktionen konnte der Rückraum nur wenig Gefahr erzeugen. Das Kreisspiel fand eigentlich gar nicht statt, und die Distanzwürfe von Aivis Jurdzs, Morten Olsen, Asgeir Örn Hallgrimsson und Jan-Fiete Buschmann waren meist dankbare Beute von Heinevetter.

Als Berlin nach elf Minuten (3:5) erstmals davonzuziehen drohte, hatte Kristjansson mit dem überraschend genesenen Morten Olsen noch einen Trumpf im Ärmel. Seine Hereinnahme brachte „mehr Aggressivität und Tempo in den Angriff“, wie der Trainer feststellte. Die TSV blieb auf Augenhöhe. Bis zum 9:9-Pausenstand und auch nach der Halbzeit schien alles zu klappen. Puljezevic rettete gleich doppelt gegen den frei werfenden Nationalspieler Sven-Sören Christophersen (33.). Kurz darauf glich Lars Lehnhoff nach einem Risikoanspiel des ungarischen Nationalkeepers zum 13:13 aus.

Bei 14:14 (39.) besaß die TSV die Führungschance. Doch zunächst Lehnhoff und dann auch noch Hannes Jon Jonsson scheiterten mit ihren Siebenmetern. „Wir haben zu viele Chancen vergeben und die falschen Entscheidungen getroffen“, räumte Torge Johannsen ein, der selbst beim Stand von 14:16 viel zu überhastet abschloss und es damit den Berlinern ermöglichte, auf 18:14 (48.) und später gar auf 22:15 (57.) davonzuziehen. Die Gegenwehr der Burgdorfer war gebrochen.

„Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen“, sagte Kristjansson. „Aber wir müssen den Entwicklungsprozess im Fokus behalten. Wir brauchen jetzt Zeit, um das Zusammenspiel mit Morten Olsen zu üben.“ Zunächst bleiben für eine merkliche Verbesserung noch fünf Tage bis zum Auswärtsspiel in Melsungen.

Tore für die TSV Hannover-Burgdorf: Jurdzs (4), Olsen (4/davon 1 Siebenmeter), Hallgrimsson, Johannsen (beide 3), Lehnhoff (2), Jonsson und Svavarsson. Füchse Berlin: Pettersson (8), Nincevic, Jazska, Laen (alle 3), Wilczynski (3/1), Löffler, Kubisztal (beide 2), Karason und Christophersen – Strafzeiten: Hannover 5, Berlin 2 – Zuschauer: 2986 – Nächstes Spiel: MT Melsungen – TSV Hannover-Burgdorf (Sonntag, 17.30 Uhr).

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