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Abwehr ist die größte Baustelle der "Recken"

TSV Hannover-Burgdorf Abwehr ist die größte Baustelle der "Recken"

Die „Recken“ suchen nach Gründen für die dritte Niederlage in Folge. Den Handball-Bundsligisten schmerzt besonders die Zwangspause des verletzten Rückraumspielers Sven-Sören Christophersen.

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„Sehr ernüchternd“: Jens Bürkle und die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf stehen nach dem erneuten Punktverlust in Balingen unter Druck.

Quelle: Sielski

Hannover. Jens Bürkle wirkte nicht nur wegen der kurzen Nachtruhe und der langen Busfahrt angeschlagen. „Das war sehr ernüchternd“, sagte der Trainer der TSV Hannover-Burgdorf Mittwochmittag und bezog sich auf die 27:30 (15:16)-Niederlage seiner Bundesliga-Handballer am Abend zuvor beim HBW Balingen-Weilstetten. Eigentlich hatten die Hannoveraner vom bisherigen Tabellenletzten beide Punkte mitnehmen wollen, doch stattdessen gab es die dritte Niederlage in Folge in einer Begegnung, die nicht nur Bürkle als „kleines Finale“ eingestuft hatte.

Der noch vor gut drei Wochen gefeierte beste Start der Erstliga-Geschichte ist restlos verpufft, stattdessen macht sich leichte Krisenstimmung breit. „Natürlich wollten wir aus Balingen und auch zuvor aus Stuttgart etwas mitnehmen“, sagte Bürkle, der aber auch darauf hinwies, dass er vor beiden Kontrahenten gewarnt hatte. Nun aber kommt es am Sonntag (Beginn um 17.15 Uhr) in der heimischen Swiss-Life-Hall zum nächsten richtungsweisenden Spiel. Zu Gast ist Wiederaufsteiger GWD Minden, der nur einen Zähler hinter der TSV liegt. Warum läuft es bei den „Recken“ zurzeit nicht rund, was muss sich ändern? Eine Bestandsaufnahme.

Die Ausgangslage: Wahrscheinlich ist die Tabellensituation der „Recken“ noch besser als die Stimmung. „Es war sehr leise auf der Rückfahrt“, sagte Bürkle. 6:8 Punkte haben die Hannoveraner. Damit weisen sie dieselbe Bilanz auf wie nach sieben Spieltagen der Vorsaison. Und es viel möglich: Sowohl zum 5. Platz (Europacup) als auch zum 16. Rang (Abstieg) haben die am Dienstag auf den 11. Platz zurückgefallenen TSV-Profis nur zwei Zähler Abstand. Bürkle fordert auch deshalb einen Sieg gegen Minden, „damit wir da unten erst gar nicht hineingeraten“. Anderenfalls gäbe es eine ausgesprochene ungemütliche Auswärtsfahrt zum THW Kiel, wo das Team in sechs Tagen antritt und alle bisherigen sieben Spiele verloren hat.

Die Schwächen: Jeweils 30 Gegentore in den letzten zwei Auswärtsspielen zeigen, dass es in der Defensive hakt. „Wir müssen in der Abwehr mehr Zugriff bekommen“ forderten Bürkle und TSV-Geschäftsführer Benjamin Chatton übereinstimmend als Konsequenz aus dem Auftritt in Balingen. Ärgerlich waren die zahlreichen HBW-Treffer im Sieben-gegen-sechs-Spiel nach der Pause. Wie man eine solche Offensiv-Überzahl entschärfen kann, lässt Bürkle seit Juli immer wieder trainieren. Nur gefruchtet hat es zumindest im Württembergischen wenig. Zudem haben auch die Torhüter Martin Ziemer und Malte Semisch „schon stärkere Spiele gezeigt“ (Bürkle) als in Balingen.

Das Personal: Die Probleme in der Abwehr hängen durchaus mit der Verletzung von Sven-Sören Christophersen zusammen. Der routinierte Rückraumspieler, der wegen einer Daumenverletzung aus dem ersten Spiel in Göppingen voraussichtlich bis zum Jahresende ausfällt, spielte in der Vorbereitung eine wichtige Rolle im Mittelblock. „Natürlich wiegt der Ausfall schwer“, sagte Bürkle. Auch das Fehlen von Csaba Szücs (Achillessehnenriss, Comeback vielleicht in der Rückserie 2017), der das Spiel der „Recken“ lenken und beruhigen kann, zeigt Wirkung: Morten Olsen ist auf der Spielmacher-Position nun fast die ganze Zeit gefordert und dementsprechend stark belastet. Erschwerend kommt hinzu, dass Kasper Kisum, der die Ausfälle im Rückraum kompensieren sollte, bislang keine Akzente bei der TSV setzte. Der Rückraum ist aber nicht die einzige Baustelle: Linksaußen Casper Ulrich Mortensen kann wegen anhaltender Achillessehnenbeschwerden nicht spielen, wenigstens gab Kollege Lars Lehnhoff nach einem überstandenem Knochenödem am Dienstag sein Comeback. Der 30-Jährige war mit sechs Toren bester Werfer, auch wenn die „Effizienz“ (Bürkle) noch etwas fehlte.

Die Psychologie: In Balingen reichte eine zweimalige Dreitoreführung nicht, um Sicherheit zu gewinnen. „Einmal war es ein falscher Schiedsrichterpfiff, der uns um den Ausbau des Vorsprungs gebracht hat“, sagte Bürkle. Chatton stellte fest, dass „eine schwache Viertelstunde“ den Ausschlag gegeben habe. Er bemängelte zudem, dass die eigentlich besser besetzte TSV ihre Fähigkeiten auf dem Spielfeld nicht im vollen Ausmaß abgerufen habe. „Es kommt nicht darauf an, wer den stärkeren Motor hat, sondern wer schneller fährt“, sagte er. Bürkle forderte: „Wir brauchen mehr Gier gegen Minden.“

Fan-Reaktionen

Die Enttäuschung überwiegt: Die jüngste „Recken“-Niederlage wird auch von den Fans bei Facebook diskutiert. Eine Stimmen-Auswahl, bei den Namen handelt es sich um die Nutzer-Anmeldungen, die nicht mit tatsächlichen Namen übereinstimmen müssen.

Jens Jano (mit Foto des Mannschaftsbusses): „Auswärtsschlaffis sind wenigstens heile zu Hause angekommen. Hoffe, es haben alle die lange Fahrt zum Nachdenken genutzt.“
Guenther Denecke: „Die Fahrt nach Balingen hat sich nun wirklich nicht gelohnt.“
Dieter Barnekow: „Herzlichen Glückwunsch … Balingen stand bisher mit nur einem Pluspunkt da. Das kann einfach nicht sein.“
Jette MP: „Auch wenn sie in letzter Zeit nicht gut spielen, muss man sich nicht einen ,Schuldigen‘ suchen. Wir haben nun mal viele Verletzte, die uns sowohl in der Abwehr als auch im Angriff fehlen.“
Stefan Boller: „Langsam ist mal Schluss mit lustig.“
Michael Wesner: „Es hat im Angriff und in der Abwehr nicht gestimmt. So verliert man verdient in Balingen.“
Dirk Kohnert: „Hallo Hannover-Burgdorf, was ist bei euch los? Am Anfang standet ihr noch oben und jetzt – Platz 11 in der Bundesligatabelle.“
Katrin Nitschke: „Ob das noch lange gut geht?“

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