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TSV Hannover-Burgdorf besteht Feuertaufe

28:28 bei Europacup-Premiere TSV Hannover-Burgdorf besteht Feuertaufe

Die TSV Hannover-Burgdorf hat ihr erstes Spiel auf internationaler Ebene erfolgreich beendet. Bei der Europacup-Premiere verschafften sich die „Recken“ durch ein 28:28 in Schaffhausen eine gute Ausgangslage

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Erster Torschütze im Europapokal: Der Burgdorfer Lars Lehnhoff erzielt den Premierentreffer auf internationaler Ebene.

Quelle: Petrow

Schaffhausen. Etwas unentschlossen gingen die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf nach dem 28:28 bei den Kadetten Schaffhausen über die Spielfläche. Dass man nach Ablauf der 60 Minuten noch nicht so recht weiß, was das Ergebnis wert ist, war neu für sie und schien die Spieler etwas zu verunsichern. Schließlich ließen sich die Burgdorfer Handballer aber doch von ihren etwa 200 mitgereisten Fans feiern. Und die waren in der Beurteilung des Ergebnisses, über das sie sich lautstark freuten, optimistischer als die Burgdorfer Spieler: Dieses Remis in der Schweiz war für sie eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der Swiss-Life-Hall am Sonnabend (19 Uhr).

Die TSV hat ihre Feuertaufe im Europapokal bestanden und das erste Spiel der Vereinsgeschichte auf internationaler Ebene nicht verloren. Es war nicht zuletzt auch ein Erfolg der medizinischen Abteilung der Burgdorfer, die in einer arbeitsreichen Woche außer den Langzeitverletzten Torge Johannsen und Tamás Mocsai alle TSV-Profis für den Einsatz fit bekam. Eine Punktlandung vor allem für Spielmacher Csaba Szücs. „Ich habe heute noch zwei Behandlungen von unserer Physiotherapeutin Charlotte Röber bekommen und wusste eigentlich bis zehn Minuten vor dem Spiel nicht, ob es geht“, sagte der Slowake. Es ging – und wie.Nicht nur die vier Tore des 26-Jährigen begeisterten Christopher Nordmeyer. „Mir hat auch seine Spielsteuerung sehr gefallen“, sagte der TSV-Trainer.

Erfolgreiche Europapokal-Premiere der TSV-Handballer: In Schaffhausen erleben 200 mitgereiste Anhänger ein packendes Unentschie

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Dass es am Ende in der Schweiz nicht zu einem Sieg reichte, lag an einem früheren Hildesheimer: Kadetten-Torwart Arunas Vaskevicius, von 2006 bis 2008 für die Eintracht-Handballer aktiv, wuchs besonders in der 1. Halbzeit über sich hinaus und parierte viele frei geworfene Bälle. Nach der Pause leistete sich die TSV zudem eine Schwächephase in Abwehr und Angriff. Das Spiel schien zugunsten der Kadetten zu kippen, die sich bis auf 22:17 absetzten (44.).

In einer Auszeit brachte Nordmeyer seine Mannschaft jedoch wieder auf Kurs. Jetzt musste Szücs sogar in der Abwehr mit ran, um die Anzahl der Wechsel zu begrenzen und das Spiel der Burgdorfer damit schneller zu machen. „Ich hoffe, es geht ihm deshalb nicht allzu schlecht“, sagte der Coach, der bei seinen Auswechslungen auch ein Auge auf die bevorstehenden Aufgaben in der Bundesliga beim VfL Gummersbach am Mittwoch und dem Rückspiel drei Tage später haben musste. Aber die Maßnahme zahlte sich aus. Joakim Hykkkerud traf viermal in drei Minuten, und die TSV führte fünf Minuten vor dem Ende mit 26:25.

In der Schlussphase mit vielen Strafzeiten auf beiden Seiten glich Borut Mackovsek 30 Sekunden vor dem Ende zum 28:28 aus. Den letzten Treffer erzielte Neuzugang Runar Karason ins leere Tor der Kadetten, doch kurz zuvor war bereits die Schlusssirene ertönt.
„Wir haben heute viele Fehler gemacht“, resümierte Mait Patrail, früherer Kadetten-Spieler in Reihen der Gäste. „Wenn wir das zu Hause besser machen, haben wir eine gute Chance weiterzukommen.“ Vieles sei reine Nervensache, wie Vizekapitän Jan Fiete Buschmann feststellte. „Auch für viele Spieler war das heute das erste Europapokalspiel. Viele von uns waren etwas nervös. Das sollte im nächsten Spiel weg sein.“

Und spätestens dann wissen auch alle, was das Remis in Schaffhausen wirklich wert gewesen ist.

Der Neue trumpft auf

Sollte ihm die 13 etwa Pech bringen? Die ersten Aktionen von Runar Karason im Trikot der TSV Hannover-Burgdorf waren jedenfalls alles andere als glücklich. In der 13. Minute des EHF-Pokalspiels bei den Kadetten Schaffhausen hatte ihn Trainer Christopher Nordmeyer erstmals aufs Feld geschickt, noch nicht ahnend, dass der Isländer am Ende der Partie sogar als bester Spieler seiner Mannschaft ausgezeichnet werden sollte.

Der 25-Jährige begann im rechten Rückraum selbstbewusst und nahm sich gleich die erste Chance zum Wurf – drüber. Kurz darauf der zweite Versuch – vorbei. Und als er beim dritten Mal den Pfosten traf, da hatten viele auf der Tribüne schon ein bisschen Mitleid mit dem Neuzugang der Gäste. „Es war am Anfang ein bisschen viel für mich: die neue Halle, viele neue Spieler und viele neue Spielzüge. In der Pause habe ich mir Zeit genommen, um mich noch einmal richtig zu konzentrieren“, sagte der Isländer.

Zuvor war ihm kurz vor der Pause doch noch sein erstes Tor im TSV-Dress gelungen. Und von da an hatte er seine Nervosität abgelegt. Stark in der Abwehr und ohne erkennbaren Bruch im Angriffsspiel, trumpfte der ehemalige Spieler der Rhein-Neckar Löwen auf und erzielte drei weitere Tore auf dem Weg zum wichtigen 28:28. „Runar hat einen super Start bei uns gehabt“, meinte Trainer Nordmeyer. „Man muss auch seine Situation bedenken: Er ist innerhalb von drei Tagen zu uns gewechselt, und dann ist da noch der Druck, der Mannschaft unbedingt helfen zu wollen.“ Wenn Karason, der nach dem Spielende als bester Burgdorfer Spieler sogar ein kleines Geschenk erhielt, in den nächsten Spielen an die Form der 2. Hälfte in Schaffhausen anknüpfen kann, wird er seiner neuen Mannschaft garantiert noch oft helfen können.

Tore Kadetten Schaffhausen: Jurca (10/davon 6 Siebenmeter), Graubner, Tominec (je 5), Emrich, Göpfert, Mamic (je 2), Pendic und Krauthoff – 
TSV Hannover-Burgdorf: Hykkerud (6), Patrail, Szücs, Karason (je 4), Lehnhoff (4/2), Mackovsek (2), Sevaljevic (1/1), Buschmann, Pollex und Kastening – 
 Zeitstrafen: 5/5 – Zuschauer: 1720 – Nächstes Spiel: VfL Gummersbach – 
 TSV Hannover-Burdorf (Mi., 20.15 Uhr).

TSV-Fans geben Ton an

Sie feierten die Mannschaft, sie feierten den Trainer, sie feierten das Remis – und ein bisschen auch sich selbst. Die Fans der TSV Hannover-Burgdorf haben sich in der Schweiz eindrucksvoll in Erinnerung gebracht. „Überragend“, nannte Coach Christopher Nordmeyer die Unterstützung seines Teams durch die Anhänger aus Hannover und Burgdorf. Fast 200 Handballfreunde waren zum EHF-Pokalspiel nach Schaffhausen mitgereist, zusammen bildeten sie einen grün-weißen Block in der nur zu zwei Dritteln gefüllten BBC-Arena und unterstützen ihre Idole schon beim Warmmachen mit Schlachtrufen und Liedern.

Schnell wurde klar, wer in der Halle die stimmliche Übermacht hat, denn die „orangene Wand“, wie die Gastgeber ihren Fanblock bezeichnen, hatte diesen Namen an diesem Abend nicht im Ansatz verdient. Zu viele Plätze blieben leer. Und das „Hopp Kadette“, das der Hallensprecher immer wieder einforderte, war auch nur während der besten Phase der Schweizer im 2. Durchgang kurz zu hören. Die restliche Spielzeit und auch lange danach beherrschten die „TSV, TSV“-Rufe die Halle.

„Unsere Fans haben eine tolle Stimmung gemacht. Das hat uns sehr geholfen“, sagte Rückraumspieler Mait Patrail, der auch froh war, dass von den angeblich so gefürchteten Kuhglocken der Gastgeber nur eine einzige auf der Tribüne zu hören war. Und die läuteten die Burgdorfer Anhänger nach der Partie auf dem Spielfeld auch noch selbst. Als Zeichen der Verbrüderung mit Kadetten-Fans wurden gemeinsame Gruppenfotos gemacht und dann zusammen gefeiert. Auch am kommenden Sonnabend beim Rückspiel dürfte deshalb in puncto Stimmung einiges zu erwarten sein. Und wenn die TSV dann auch noch die Gruppenphase erreicht, dann hätten die grün-weißen Fans einen weiteren Grund zum Feiern.

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