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Hannover tanzt auch auswärts wieder

TSV Hannover-Burgdorf Hannover tanzt auch auswärts wieder

Die Reisen nach Württemberg lohnen sich für die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf. Aus dem Bundesligaspiel bei HBW Balingen-Weilstetten am Sonnabend brachten sie einen 30:27 (15:15)-Erfolg mit und feierten damit den ersten Sieg in der Fremde seit Dezember 2014.

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Freude in der Fremde: Kai Häfner, Runar Karason, Malte Semisch, Lars Lehnhoff (verdeckt), Sven-Sören Christophersen und Erik Schmidt (v. l.) feiern den TSV-Triumph. 

Quelle: imago sportfotodienst

Hannover. Für solche Erfolgserlebnisse nehmen sie gern zwei Tage fern der Heimat und rund 17 Stunden Hin- und Rückfahrt auf der Autobahn in Kauf. „Gegen sechs Uhr am Sonntagmorgen waren wir zurück in Hannover“, sagte TSV-Trainer Jens Bürkle. Und weil er auf der 600 Kilometer langen Tour zurück nach Niedersachsen nicht richtig schlafen konnte, schnitt der 34-Jährige Videomaterial, um schon das nächste Spiel der Hannoveraner gegen Leipzig vorzubereiten.

Live hatte Bürkle zuvor viel Positives von seiner Mannschaft in der Balinger Sparkassen-Arena gesehen. „Wir haben die Ruhe behalten“, sagte er, „obwohl es sehr laut in der Halle war“. Die Fans im Zollernalbkreis geben HBW schon seit Jahren einen enormen Rückhalt und treiben sie zu Topleistungen auch gegen übermächtige Kontrahenten. Nicht von ungefähr gelten die Balinger als die „Gallier“ der Handball-Bundesliga.

Etwas von diesem unbeugsamen Willen bekam die TSV in der 1. Halbzeit zu spüren. Nach Mait Patrails Tor in der 20. Minute führten die Gäste klar mit 13:8, neun Minuten später aber hieß es 14:13 für HBW. „Da haben wir kurzzeitig den Faden verloren“, räumte Bürkle ein. Zur Halbzeit stand es 15:15. „Wir haben dann taktisch einiges umgestellt“, sagte der TSV-Coach. Dazu gehörte auch ein Torwartwechsel. Malte Semisch kam für Martin Ziemer, der an früherer Wirkungsstätte einen durchschnittlichen Tag erwischt hatte. Und der 23-Jährige hatte mit elf Paraden großen Anteil an den zwei Zählern in der Fremde.

So fanden die Hannoveraner auf die Siegerstraße zurück. Sie gingen eine Viertelstunde vor dem Ende mit 22:19 in Führung und gaben diesen Dreitorevorsprung nicht mehr ab. Damit hielt auch Bürkles Serie, dass er bei Duellen zwischen Balingen und Hannover in der Sparkassen-Arena nie als Verlierer das Parkett verlässt. Der heutige TSV-Coach war bis 2012 als Kreisläufer für die Schwaben aktiv, in dieser Zeit hatte es zwei Siege und ein Remis für HBW gegen die TSV gegeben.

Richtig übel nahm Bürkle aber kaum jemand, dass er die Punkte aus der alten Heimat entführt hat. „Ich bin damals in Balingen mit Standing Ovations verabschiedet worden“, sagte er. Und bei der Rückkehr am Sonnabend empfing ehrlicher Beifall den Rückkehrer. „Das Publikum in Balingen ist fair“, sagte Bürkle. Und er ist sicher, dass er wiederkommt. „Die Lage für HBW ist zwar gefährlich mit dem vorletzten Rang, aber sie werden den Klassenerhalt schaffen.“

Tore für die TSV Hannover-Burgdorf: Lehnhoff (7/davon 3 Siebenmeter), Olsen (7), Häfner (4), Christophersen, Patrail, Schmidt (alle 3), Kastening (2), Hykkerud - Zuschauer: 2350 - Zeitstrafen: Balingen 2, Hannover 4 - Nächstes Spiel: TSV Hannover-Burgdorf - SC DHfK Leipzig (Sbd., 19 Uhr, Swiss-Life-Hall).

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