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Eine schmerzhafte Niederlage für die "Recken"

25:31 im Heimspiel gegen Leipzig Eine schmerzhafte Niederlage für die "Recken"

Die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf haben ihr Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig mit 25:31 verloren. Bereits zur Halbzeit lagen die "Recken" mit 10:14 zurück. In der Tabelle steht der Verein vor dem schwierigen Auswärtsduell mit Vereinsweltmeister Füchse Berlin auf Platz 12.

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Nach einem umkämpften Spiel unterliegt die TSV Hannover-Burgdorf den Gästen aus Leipzig mit 25:31.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Die hannoversche Handball-Welt stand Kopf. Die Gäste des SC DHfK Leipzig tanzten ausgelassen auf dem Parkett der Swiss-Life-Hall und skandierten: „Auswärtssieg, Auswärtssieg“. Im selben Augenblick flüchteten die Spieler der TSV Hannover-Burgdorf durch die stilisierte „Recken-Festung“ in Richtung Kabine – nur Nachwuchskräfte wie Julian Hinz und Hendrik Pollex verharrten noch etwas länger zum Autogrammeschreiben. Der Stachel der 25:31 (10:14)-Heimniederlage in der Bundesligapartie am Sonnabendabend saß tief. Kai Häfner, mit sechs Toren noch erfolgreichster TSV-Spieler, sprach von einem „Katastrophenspiel“.

Im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig musste sich die TSV Hannover-Burgdorf mit 25:31 geschlagen geben. Als nächstes wartet das schwere Auswärtsspiel bei den Füchsen in Berlin.

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Die hannoversche Heimfestung ist von einem Liganeuling geschliffen worden, der goldene Oktober, den Geschäftsführer Benjamin Chatton ausgerufen hatte, muss einen frühen Frost verkraften. „Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag“, sagte TSV-Trainer Jens Bürkle nach der Niederlage, die sein Team auf den 12. Tabellenrang zurückwarf. Der 34-Jährige wirkte geradezu konsterniert. „Wir haben am Montag und Dienstag so gut trainiert, den Jungs stand das Lachen im Gesicht – und dann dieses Ergebnis“, ergänzte er. Eine Unterschätzung des Kontrahenten war nach Bürkles Warnung vor dem „variablen Spiel und der individuellen Klasse“ der Leipziger eigentlich auszuschließen gewesen.

Die erste böse Überraschung gab es schon vor dem Spiel, weil Olafur Gudmundsson Name auf dem Mannschaftsbogen fehlte. Der Rückraumspieler der TSV hatte sich am Freitag, „fünf Minuten vor Trainingsende“ (Bürkle), erneut am Sprunggelenk verletzt. Aber auch ohne ihn erwischten die Gastgeber einen guten Start und erzielten vor 3108 Besuchern nach 47 Sekunden die 1:0-Führung. Es war aber der einzige Vorteil für die TSV bis zum Abpfiff. Insbesondere mit der Leipziger Defensive kamen die Hannoveraner überhaupt nicht zurecht. Schwächen und teilweise auch Pech mit Lattentreffern beim Abschluss führten dazu, dass nach einer Viertelstunde nur zwei Tore für die TSV gefallen waren.

Zu diesem Zeitpunkt führten die Leipziger mit 6:2. Sie behaupteten im Laufe der Partie diesen Vorsprung erstaunlich souverän, obwohl auch sie geschwächt antraten – Rückraum-Ass Philipp Weber litt noch unter den Nachwirkungen einer Sprunggelenksblessur aus der Partie der Sachsen gegen die SG Flensburg-Handewitt. Der Aufsteiger setzte sich wesentlich besser in den direkten Duellen in Szene und zeigte stellenweise schön einstudierte Kombinationen. Zudem hatten sie mit Milos Putera einen überragenden Torwart, Martin Ziemer und Malte Semisch auf hannoverscher Seite dagegen waren zu häufig machtlos gegen die gegnerischen Torwürfe.

Allerdings klappte auch bei den Leipzigern nicht alles im Torwurf, sie leisteten sich aber weniger Fehlversuche als die TSV. Besonders groß war die Freude beim ehemaligen hannoverschen Profi Aivis Jurdzs, der sieben Tore erzielte. „Bei ihm ist heute der Knoten geplatzt“, sagte SC-Coach Christian Prokop. Er selbst konnte seine guten Erinnerungen an Spiele in der Swiss-Life-Hall ausbauen. „2007 bin ich hier mit den Andertern in die 2. Liga aufgestiegen“, sagte der 36-Jährige. „Und jetzt haben wir einen ganz wichtigen Sieg gefeiert.“

Seine Freude am Gästeerfolg hatte auch das Leipziger Handball-Idol Stefan Kretzschmar. Der 42-Jährige, ehrenamtlicher Aufsichtsrat beim SC DHfK, spendete seinen Profis schon während der Partie reichlich Applaus.

Torschützen für die TSV Hannover-Burgdorf: Häfner (6), Lehnhoff (5/davon 5 Siebenmeter), Olsen (5), Christophersen, Kastening (je 3), Hykkerud, Karason, Schmidt – Zuschauer: 3108 – Zeitstrafen: Hannover 5, Leipzig 5 – Disqualifikation nach 3. Zeitstrafe: Schmidt (Hannover) – Nächstes Spiel: Füchse Berlin – TSV Hannover-Burgdorf (Sonntag, 15 Uhr).

Kritik in sozialen Netzwerken: „Vergessen und Straftraining“

Diesen hohen, sirrenden Klang hatte in der Swiss-Life-Hall noch niemand gehört. Auch nicht vor Jahrzehnten, als das Gebäude noch Stadionsporthalle hieß. Aber die hohen und etwas gedämpften Töne weckten Erinnerungen an längst vergangene Zeiten: So hörte es sich in den Fußballstadien der DDR an, wenn die Fans Dynamo Dresden, Carl-Zeiss Jena oder Lokomotive Leipzig nach vorn trieben.

Das Sirren kam aus dem Gästeblock, und die Leipziger Handball-Anhänger verschafften sich auch mit Paukenschlägen Gehör. Ihr „Leipzig, Leipzig“ war gut zu hören, weil es auf der anderen Seite viele hannoverschen Zuschauer die Sprache verschlagen hatte. So chancenlos wie beim 25:31 hatten sie das eigene Team nicht erwartet. „Es hat Spaß gemacht, wir kommen gern wieder“, sagte der Leipziger Geschäftsführer Karsten Günther nach der Partie. Da antwortete der hannoversche Kollege Benjamin Chatton mit bittersüßer Miene: „Ich freue mich, dass wir so gastfreundlich eingeschätzt werden.“

Deutlichere Worte nach dem Schock in der Halle fanden hannoversche Handball-Anhänger auf der Facebook-Seite der TSV. „Kretsche war auch in der Halle und konnte ganz entspannt Leipzigs Sieg feiern. Heute habe ich Geld wirklich für nichts rausgeschmissen“, schrieb Nathalie Nolte*. Marianne Kramkowski* meinte: „Der Kampfgeist blieb in der Kabine. Leider.“ Petra Busch* forderte „vergessen und Straftraining“. Und Thomasito Ungläubig* wandte sich an die Sportliche Leitung: „Herr Bürkle (Trainer Jens Bürkle, d. Red.) muss sich bald etwas einfallen lassen, sonst spielen die ,Recken’ nach der heutigen Leistung schneller gegen den Abstieg, als uns lieb ist. Und ... Herr Chatton sollte sich schnellstens um Ersatz für Joakim Hykkerud, Mait Patrail und Csaba Szücs kümmern.“

Der Unmut macht sich früh in der Saison Luft, zumal die Hannoveraner bisher acht Punkte geholt und dabei starke Auftritte gegen die Spitzenteams aus Göppingen (26:23), Hamburg (23:23) und Melsungen (24:24) hatten. In der Vorsaison hatte es erst einen kurzfristigen Liebesentzug als „Warnung“ gegeben, nachdem die Mannschaft in Abstiegsgefahr geraten war. Doch in diesem Sommer hatten Trainer und Geschäftsführer der TSV mit einem „Top-Ten-Platz“ ihrem Publikum Besserung gelobt. Das erklärt die recht frühe Enttäuschung, weil offenbar nur wenige Anhänger so duldsam sind wie Lena Gieseke*: „Richtige Fans stehen auch jetzt hinter der Mannschaft, wo es nicht so rund läuft. Viel Erfolg!“, schrieb sie.

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