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Warum Hannover eine Handballfestung ist

TSV Hannover-Burgdorf Warum Hannover eine Handballfestung ist

Die Bundsliga-Handballer der TSV Hannover-Burgdorf sind vor heimischen Publikum fast nicht zu schklagen. Seit elf Spielen sind sie in Hannover schon ohne Niederlage. Die Gründe für den „Recken-Heimnimbus? Volle Ränge, lautstarke Fans und eine Mannschaft, die niemals aufgibt.

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Gewohntes Bild in dieser Saison: Die „Recken“ tanzen nach Siegen auf dem Hallenparkett.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Das Spruchband, das die „Recken“ am Sonntag in die Swiss-Life-Hall getragen haben, steht für eine beispiellose Erfolgsgeschichte. „Dank euch heimstark mit euch“, war dort vor dem letzten Saisonheimspiel gegen den TBV Lemgo in der Handball-Bundesliga zu lesen. Nach dem Schlusspfiff stand für die TSV Hannover-Burgdorf nicht nur ein 28:23-Sieg zu Buche, sondern auch das elfte Heimspiel in Folge ohne Niederlage (acht Siege, drei Remis) und die beste Bilanz vor den eigenen Fans in sieben Jahren 1. Liga. 24:8 Punkte mit nur zwei Niederlagen wurden noch nicht einmal vor drei Jahren verbucht, als sich die Hannoveraner mit dem 6. Tabellenplatz für das internationale Geschäft qualifizierten. In jener Saison 2012/2013 absolvierten die „Recken“ aber ebenso elf Heimpartien in Folge ohne Niederlage (neun Siege, zwei Unentschieden) zwischen der 10. und 33. Runde.

Im Gegensatz zu damals nimmt die TSV die Serie nun mit in die neue Spielzeit. Und dort kann die Ankündigung von Trainer Jens Bürkle und Kapitän Torge Johannsen aus dem August 2015 ausgebaut werden. „Unsere Halle muss zur Festung werden“, hatten beide damals gesagt. „Wir brauchen die Fans als achten Mann.“ Nun bietet die Einlaufschau in einer verdunkelten Swiss-Life-Hall oder Tui-Arena mit Trommelwirbel, Rauch und dem aufgedrehten Maskottchen Hektor im vollen Harnisch schon einen martialischen Auftakt. Doch so richtig ist dieser Funke erstmals von Dezember 2015 an auf das Parkett und die Ränge übergesprungen. „Handball ist, wenn man eine Sitzplatzkarte kauft, aber die letzten 15 Minuten stehen muss, um etwas zu sehen“, sagte TSV-Geschäftsführer Benjamin Chatton nach dem 25:25 seines Teams gegen die SG Flensburg-Handewitt und sprach damit den ersten Grund an, weshalb die Handballfestung Hannover so schwer zu schleifen ist.

Fans und Stimmung: „Hannover ist Handballstadt“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok, als er die Europameister Erik Schmidt und Kai Häfner im Neuen Rathaus empfing. Die letzten acht Heimspiele der „Recken“ waren nahezu ausverkauft. Und das Publikum spürt genau, wann das Heimteam Unterstützung braucht, und wird dann laut. Das pusht nicht nur die TSV-Profis, sondern lässt selbst routinierte und eher kaltblütige Gäste die Nerven und die Konzentration verlieren.

Moral und Kampfgeist: „Wir können alles, nur nicht konstant spielen“, urteilt Bürkle sinngemäß über seine Mannschaft. „Aber wir können deshalb jedes Spiel jederzeit drehen.“ Die Hannoveraner haben das vor heimischem Publikum gerade gegen die Topteams der Liga bewiesen: 26:23 gegen Göppingen nach 8:14-Rückstand, 25:25 gegen Flensburg nach 20:25, 25:22 gegen die Füchse Berlin nach 15:18. Eine grandiose Leistung gab es in der brechend vollen Tui-Arena gegen Rekordmeister THW Kiel, als eine durch vier Verletzte arg geschwächte „Recken“-Sieben die Schleswig-Holsteiner an den Rand einer Niederlage brachte. Das 30:30 sicherte sich der hohe Favorit erst in letzter Minute.

Ausgeglichener Kader: Seit Jahresbeginn gibt es bei der TSV keine Alleinunterhalter mehr auf dem Parkett. Lars Lehnhoff, jahrelang konkurrenzlos auf Linksaußen, teilt sich diese Position jetzt mit dem dänischen Klassemann Casper Ulrich Mortensen. Er kam nach Hannover nach der Insolvenz des HSV Hamburg. Im Tor hat die Nummer 1, Martin Ziemer, ebenfalls unerwartet starke Konkurrenz mit Malte Semisch. Und Timo Kastening ist mit gerade 20 Jahren schon mehr als ein Ersatz für Kapitän Johannsen auf Rechtsaußen. Diese Ausgeglichenheit des Kaders erlaubt dem Trainer mehr Variationen.

Der Trainer: Jens Bürkle hat sich schnell die Sympathien der Fans gesichert, kein ganz einfaches Unterfangen, weil sein Vorgänger Christopher Nordmeyer ein „Urgestein“ der TSV war. Bürkle, erst Mitte 30, hat nicht nur einen klugen Kopf, sondern auch viel Herz. Mit seiner „Gier auf Handball“ reißt der Coach nicht nur die Spieler, sondern auch die Zuschauer mit.

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Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.
2. Dezember 2016 - Frerk Schenker in HAZ-Laufpass

Gesamtwertung Frauen Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Lauf 1. Mewes Gwendolyn 1984 LAC Langenhagen 708 30 2. Krause Mandy 1987 Post SV Lehrte 511 28 3. Lyda Hannelore 1958 LAC Langenhagen 458 29 4. Meyer Kathrin 1980 Garbsener SC 264 22 5. Grohmann Nadine 1985 Allegretto Hannover [...]

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