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TSV Hannover-Burgdorf

Ziemer lässt nichts anbrennen

Von Uwe Kranz

Martin Ziemer ist ein Mann der Tat. Nicht auf die lange Bank schieben wolle er seine sportliche Zukunft, hatte der Handballtorwart vergangenen Freitag im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in Barsinghausen gesagt.
Martin Ziemer ist ein Mann der Tat.

Martin Ziemer ist ein Mann der Tat.

Hannover. Am Dienstag erhielt er die Nachricht von Bundestrainer Martin Heuberger, dass er auf Abruf die EM in Serbien von zu Hause aus verfolgen muss – und damit aber auch die Chance erhält, mit möglichen neuen Klubs zu verhandeln. Und nur einen Tag später setzte der 28-Jährige seine Unterschrift unter einen neuen Zweijahresvertrag bei der TSV Hannover-Burgdorf, der von der Saison 2012/2013 an gilt.

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, mit Martin Ziemer einen aktuellen deutschen Nationalspieler zu verpflichten“, sagte TSV-Trainer Christopher Nordmeyer. Als „nicht selbstverständlich“ hob der Burgdorfer Geschäftsführer Benjamin Chatton den Zuschlag des Keepers hervor; dies zeige, „dass das Entwicklungspotenzial der TSV Hannover-Burgdorf wahrgenommen wird“.

Zuletzt hatten die Burgdorfer in Verhandlungen mit Stefan Kneer gegenüber dem SC Magdeburg den Kürzeren gezogen. Die Verpflichtung eines aktuellen Nationalspielers ist nun ein Zeichen dafür, dass die TSV mit den etablierten Klubs der Bundesliga mithalten kann. Ziemer ist damit ein wichtiger Mosaikstein in den Personalplanungen des Bundesligisten.

Der gebürtige Rostocker hatte seinen Vertrag bei seinem alten Klub HBW Balingen-Weilstetten zu Weihnachten über diese Saison hinaus zunächst verlängert, machte dann aber einen Rückzieher. Private Probleme bedingten eine größere Nähe zu seinem Heimatort, sagte der 28-Jährige. „Ich hoffe, Sportliches und Privates in Hannover verbinden zu können“, sagte Ziemer jetzt. „Die TSV ist ein Verein, der nach vorn kommen möchte. Das gilt für mich in gleichem Maße. Da steckt viel Potenzial drin.“

Für zwei der drei aktuellen Torhüter, deren Verträge sämtlichst im Sommer auslaufen, dürften mit dieser Entwicklung die Tage bei der TSV gezählt sein. Der Nummer 1, Nenad Puljezevic, werden trotz seiner fast 39 Jahre gute Chancen auf einen neuen Vertrag eingeräumt. Es gebe auch Vereine, die mit zwei starken Torhütern spielen wollten, hatte Ziemer in diesem Zusammenhang in Barsinghausen gefachsimpelt. „Ich habe aber keinen  Wunschkandidaten“, sagte er. Adam Weiners Engagement dürfte dennoch genauso im Sommer enden wie das von Nikolas Katsigiannis, der verletzungsbedingt in eineinhalb Jahren kein Spiel für die TSV absolvieren konnte.

Außer Katsigiannis, der noch immer nicht mit dem Team trainieren kann, fehlen beim heutigen Trainingsauftakt der TSV auch Morten Olsen und Aivis Jurdzs. Die Nationalspieler aus Dänemark und Lettland waren zuletzt mit ihren Auswahlteams unterwegs und erhalten eine Pause bis Anfang nächster Woche, sagte Nordmeyer. Der Slowake Csaba Szücs ist zwar dabei, muss aber nach wochenlanger Verletzungspause noch ein Aufbautraining absolvieren. Asgeir Örn Hallgrimsson und Vignir Svavarsson bereiten sich derweil mit der isländischen Auswahl auf die EM in Serbien (15. bis 29. Januar) vor. Die heutige erste Übungseinheit der TSV-Handballer wurde in die Gudrun-Pausewang-Sporthalle in Burgdorf (19 Uhr) verlegt.

In eigener Sache muss Nordmeyer die Vertragsverhandlungen mit der TSV bis Ende der kommenden Woche abschließen. Bis dahin muss der Gymnasiallehrer eine weitere Freistellung bei seinem Arbeitgeber beantragen. „Da gibt es Vorlaufzeiten, die ich einhalten muss“, sagte er.

Geisterspiel in Minden: TSV-Trainer Christopher Nordmeyer musste seinen Vorbereitungsplan noch einmal überarbeiten. Unangetastet bleiben die Testspiele am 21. Januar in Neustadt am Rübenberge gegen Fyllingen Handball (17.30 Uhr) und am 24. Januar in Burgdorf (20.30 Uhr gegen Wisla Plock. Es folgt am 26. Januar ein Test bei Zweitligist GWD Minden, zu dem keine Zuschauer zugelassen sind, und ein Viererturnier mit Gastgeber 1. FC Potsdam, Eintracht Hildesheim und dem Schweizer Erstligisten TSV Fortido Gossau am 28. Januar. Abschließend trifft die TSV am 3. Februar (19.30 Uhr) in Helmstedt auf den SC Magdeburg.

Pokalpartie terminiert: Im Viertelfinale des DHB-Pokals erwartet die TSV Hannover-Burgdorf den deutschen Rekordmeister THW Kiel am 28. Februar. Dieser Termin wurde jetzt festgelegt. Wegen der Liveübertragung im Fernsehen (Sport1) beginnt die Partie in der AWD-Hall erst um 20.45 Uhr. Eintrittskarten sind bereits erhältlich.

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