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Narrenotto

Roter Platz Narrenotto

Der perfekte Tabellenplatz. Die 9 ist die höchste einstellige Zahl im Dezimalsystem und die kleinste ungerade zusammengesetzte Zahl, die keine fermatsche Pseudoprimzahl ist.

Hannover, ein Sonnabend bei Sonnenschein. Die Partie 96 gegen Mainz geht in die Nachspielzeit. Es steht 2:2, Experten sprechen von Unentschieden. Auf der 96-Bank hektische Betriebsamkeit. Mirko Slomka will diesen, genau diesen einen Punkt. Er könnte auch drei haben, im Stadion wären drei Punkte mehrheitsfähig. Doch Slomka will einen. Dafür ist er bereit, zum Äußersten zu gehen, personell das Beste aus der Mannschaft rauszuholen. Also Diouf. Nur Kenner wissen in diesem Moment: Hier reift ein großer Plan.

Mirko Slomka ist ein fußballverrückter Mathematiker mit Trainerlizenz und dem Narrenotto der Lindener Narren, der der Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus ist. Während andere mit Müh‘ und Not und Taschenrechner eine Halbzeit analysieren können, durchdenkt Slomka blitzschnell 50 Jahre Profifußball in Europa, Südamerika und Großbritannien, bevor er seine Schlüsse zieht. Slomka weiß wie kein anderer: Platz 9, ja, das ist es!

Der perfekte Tabellen platz. Die 9 ist die höchste einstellige Zahl im Dezimalsystem und die kleinste ungerade zusammengesetzte Zahl, die keine fermatsche Pseudoprimzahl ist. Der Haselbusch der Weisheit trägt neun Haselnüsse. Wer auf Platz 9 steht, hat donnerstags frei und neun Mannschaften hinter sich gelassen. Langfristig garantiert Platz 9 Champions-League-Ruhm. 2007 (Quersumme: 9) landet Borussia Dortmund auf Platz 9. Heute Wembley, Finale. Auf Platz 8 beendet damals der VfL Bochum die Saison. Mit denen möchte heute niemand tauschen. Für Platz 9 braucht 96 gegen Mainz exakt einen Punkt. Bei einem Sieg droht das Horrorszenario Europa League mit Fahrtkosten, Kunstrasen und Borschtsch.

Wen soll Slomka bringen? Eggimann? Nikci? Nein, keine Schweizer. Cherundolo liest seinen neuen Vertrag, zum x-ten Mal wendet er das karierte DIN A5-Blatt. Bleibt Markus Miller. Problem: Miller ist immer für ein Tor gut, vorne wie hinten. Zu unsicher. Slomka schaut auf Sofian Chahed. Chahed hat gegen die Reinickendorfer Füchse mal zwei Tore geschossen, aber das ist lange her. Die Entscheidung steht.

93. Minute. 96 wechselt gemütlich. Chahed für Diouf. Der Gästeblock verstummt, Trainer Tuchel fällt der Bart auf den Rasen. Alle im Stadion ahnen, dass sie in diesem Moment Zeugen einer taktischen Meisterleistung sind, die sie aus Mangel an Fußballsachverstand aber erst viel später verstehen werden. Das ist so wie beim quadratischen Reziprozitätsgesetz, da müssen sich auch alle außer Slomka erst einmal in Ruhe hinsetzen. Eine Minute später, Abpfiff. Das 2:2 steht, Platz 9 ist für 96 wahrscheinlicher denn je. Weil er kein Populist ist, verzichtet Slomka auf eine La Ola vor der Fankurve. Slomkas mittelfristiger Fahrplan für 96: deutsche Meisterschaft 2017, das Double ein Jahr später, Chahed gegen Leverkusen von Anfang an.

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Gesamtwertung Frauen Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Lauf 1. Mewes Gwendolyn 1984 Dets RaceTeam 642 27 2. Marx Beate 1979 Dets RaceTeam 420 21 3. Lyda Hannelore 1958 LAC Langenhagen 366 23 4. Klippel-Westphal Kerstin 1970 Klippel Schuhmoden Burgwedel 211 21 5. Meier Sabine 1966 S [...]

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