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Nine-Sager

Roter Platz Nine-Sager

Neun Heimsiege, neunmal in der Rückrunde nicht verloren, neun Tore von Szabolcs Huszti, neun Gegentore mehr als der HSV, neun gelbe Karten mehr als Borussia Dortmund Punkte – und die erste Vertragsverlängerung von Dirk Dufner erhält der Mann mit der Nummer 9. War die Saison so schlecht? Nine, nine, sagt der Platzwart. Hier seine neun Saisonhighlights.

Tröstlich: Auswärts verlieren kann jeder. Aber keiner so schön wie 96. Beispiel Schalke: Vier Buden und ein Fallrückziehertor des Monats aus 18 Metern. Der Platzwart plädiert auf Trostpunkte für unterhaltsame Niederlagen. Vorteil: 96 wäre dann 4.

Belag: 96, das war in dieser Saison auch eine Untergrundgeschichte. Moskauer Kunstrasen, hannoverscher Schundrasen, eine Geschichte von Soden und Gomorrha. Leon Andreasen hat aus Protest gegen das Halmelend seine Coldplay-Platten verbrannt, Szabolcs Huszti schießt Elfmeter künftig aus dem Stand.  
Beleg: Wenn es eines Beweises bedurft hätte, wie gut klare Verhältnisse einer Mannschaft tun, Hannover 96 hat ihn geliefert. Kaum hat 96-Chefcoach Mirko Slomka seinen Vertrag verlängert, kehrt Ruhe ein im Verein. Die Leistungen stabilisieren sich auf hohem Niveau, genauso wie die Männerfreundschaft zwischen Kind, Schmadtke und Slomka. Geht doch.

Integration I: Ende 2012, ein halbes Jahr nach der Verpflichtung, bemerkt 96, dass Verteidiger Hiroki Sakai „aus einem anderen Kulturkreis kommt“. Der Beschluss, sich um den jungen Mann zu kümmern, kommt überall gut an. Ein Dolmetscher bringt Sakai die ersten Wörter bei („Hannover“, „Fußball“, „Alte Liebe“) und erklärt, dass der defekte MP3-Player, der zur Begrüßung auf dem Hotelkopfkissen lag, ein Hörgerät ist.
Integration II: Brasilianer sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Zum Beispiel 1,90 Meter, siehe Franca. Aber es kommt nicht auf die Größe an. Schon gar nicht beim kleinen HSV.
Losglück I: 96 war so nah dran. 3. Runde, so weit waren die „Roten“ im DFB-Pokal seit einer Ewigkeit nicht mehr gekommen. Was den Gegner anging: Nach Siegen gegen Nöttingen und Dresden brauchte 96 niemanden zu fürchten. Schon gar nicht Dortmund. Es folgte ein unglückliches 1:5 und die Erkenntnis: Diese Borussia würde in dieser Saison sehr, sehr schwer haben. Jedenfalls gegen die Bayern.

Losglück II: Wer will Liverpool, Lazio oder Lyon, wenn er Anschi Machatschkala haben kann? Eben. Ein Traumlos im 16.-Finale der Europa League. Eine Traditionsmannschaft aus dem Kaufkasus mit Dienstsitz Marbella, die ihre Heimspiele für gewöhnlich bei minus acht Grad in Moskau austrägt. Damit die Gastmannschaften nicht so weit fahren müssen. Nett. Die 96-Fans wären zwar lieber direkt nach Marbella gefahren, aber das kann ja nachgeholt werden. In der übernächsten Euro-League-Saison.

Praktisch: In den Heimspielen gegen Frankfurt und Machatschkala probiert die 96-Stadiongastronomie das neue Natur-Refill-System auf der Westtribüne aus. Aus einem halben Bier wird nach einer Viertelstunde im Schneetreiben ein Alster, voll. Und das alles gratis. Wozu da noch ein Dach?
Zuversicht: „Wir sind trotzdem irgendwie von uns überzeugt“. Fürths Verteidiger Lasse Sobiech fasst nach der 13. Niederlage seiner Truppe die Stimmung zusammen. Ein schönes Motto, das auch bei 96 in dieser Saison jederzeit konsensfähig gewesen wäre. War doch eine überzeugend Saison. Irgendwie.

Der Platzwart

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