Es gibt jetzt eine Ideallinie quer durch Hannover. Sie ist blau, deutlich auf dem Asphalt sichtbar und soll am Sonntag den Marathonläufern dabei helfen, die 42,195 Kilometer lange Strecke möglichst flott zu bewältigen. Diese blaue Markierung ist aber auch ein roter Faden durch Hannover. Wer sich beim Laufen Zeit lässt oder sich als Zuschauer an die Strecke begibt, der wird zahlreiche Stellen und Plätze zum Anschauen und Verweilen entdecken. Und im Gegensatz zum sichtbaren „Roten Faden“ in der Innenstadt führt die blaue Marathonlinie Sportler und Zuschauer auch an Plätze, die etwas außerhalb der üblichen Besichtigungsrouten liegen. Ein Überblick:
Das natürliche Hannover
Schon bald nach dem Start etwa ab dem zweiten Streckenkilometer kommen die Läufer an das hannoversche Hausgewässer, den Maschsee. Von dort aus führt ihr Weg inklusive Leinemasch insgesamt sechs Kilometer durchs Grüne, ehe sie am Leistungszentrum der Schützen in der Wilkenburger Straße wieder auf städtisches Terrain geführt werden. Zum Maschsee begibt sich der Zuschauer vom Start am Trammplatz zur Stadtbahnstation Aegidientorplatz (fünf Minuten Fußweg), fährt mit den Linien 1 (Richtung Sarstedt) oder 2 (Rethen) bis zur Haltestelle Döhrener Turm und läuft noch einmal fünf Minuten durch die Eilenriede zum südlichen Ufer. Die Topathleten (Zielzeit 2:10 Stunden) kommen dort gegen 9.15 Uhr vorbei, ambitionierte Amateure (Zielzeit 3:30 Stunden) gegen 9.25 Uhr, Hobbysportler (Zielzeit 4:45 Stunden) kurz nach 9.30 Uhr.
Das wohnliche Hannover
Es geht zurück zum Döhrener Turm und mit der Stadtbahn Richtung Langenhagen oder Alte Heide eine Station weiter zum Altenbekener Damm. Dort passieren die „Marathonis“ etwa bei Kilometer 13 die imposante Gilde-Brauerei im neogotischen Baustil – die Topläufer gegen 9.40 Uhr, die Ambitionierten gegen 10.05 Uhr, die Hobbysportler gegen 10.25 Uhr. Es lohnt sich dort auch ein Abstecher in die Nebenstraßen: In der Südstadt gibt es manche Altbauten aus der Gründerzeit und der Jahrhundertwende, aber auch Wohnungsbau der zwanziger Jahre zu sehen.
Das großstädtische Hannover
Dorthin zieht es das Läuferfeld per pedes und eilige Zuschauer mit der Stadtbahn Richtung Langenhagen oder Alte Heide bis zu den Stationen Kröpcke oder Hauptbahnhof. Gut zwei Kilometer von der Gilde-Brauerei entfernt säumen repräsentative Bauten und Stadtvillen aus dem 19. Jahrhundert die Georgstraße bis zur Staatsoper kurz vor dem Kröpcke. Es schließt sich eine breite, funktionelle Einkaufsmeile an. Und ausgangs des Zentrums passieren die Sportler den Hauptbahnhof mit seiner Neorenaissance-Fassade. Topläufer sind dort kurz nach 9.45 Uhr zu sehen, Ambitionierte gegen 10.20 Uhr, Hobbysportler gegen 10.50 Uhr.
Das alternative Hannover
Dorthin führt die Strecke die Läufer nach Schleifen durch die Oststadt, die List und Vahrenwald. Hinter der Lutherkirche geht es durch die Schaufelder Straße am Sprengelgelände mit der ehemaligen Schokoladen- und Kofferfabrik vorbei. In diesem Bereich fanden 1994 die sogenannten Chaostage der Punks statt. 32 Kilometer haben die Sportler an der Lutherkirche geschafft, die für ihre Unterstützer mit den Stadtbahnlinien 6 (Nordhafen) und 11 (Haltenhoffstraße) ab Kröpcke bis zur Station Kopernikusstraße zu erreichen ist. Die Topläufer werden dort gegen 10.35 Uhr erwartet, die Ambitionierten gegen 11.40 Uhr, die Hobbysportler gegen 12.30 Uhr.
Das künstlerische Hannover
Der Marathon-Endspurt vom Königsworther Platz bis zum Platz der Göttinger Sieben vor dem Landtag wird flankiert von der Skulpturenmeile mit zahlreichen Skulpturen und Plastiken. Am bekanntesten sind die Nanas von Niki de Saint Phalle am Leibnizufer. Die Läufer haben dann gut 40 Kilometer zurückgelegt und passieren die prallen Damen gegen 11 Uhr (Topsportler), 12.20 Uhr (Ambitionierte) und 13.15 Uhr (Hobbysportler). Für das Publikum empfiehlt sich der Rückweg aus der Nordstadt mit den Linien 6 (Messe-Ost) und 11 (Zoo) bis zum Steintor und ein fünfminütiger Fußmarsch durch die Altstadt. Von den Nanas aus ist es dann nur noch ein Katzensprung bis zum Ziel am Neuen Rathaus. Vor diesem schlossartigen Prachtbau werden sich insbesondere die „Marathonis“ königlich fühlen, wenn sie dort ihre Medaillen in Empfang nehmen.
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