Die Westküsten-Metropole mit 620.000 Einwohnern (mit Umland 2,2 Millionen) ist die erste auf Meereshöhe gelegene Stadt, die Olympische Winterspiele ausrichtet. Gegründet wurde sie 1886 von Abenteurern in der Zeit des Fraser-Canyon-Goldrausches. Die etwa 2600 Sportler, die 17 Tage lang um die Plätze auf dem olympischen Treppchen wetteifern, kommen aus fast 90 Nationen. Es gibt 86 Entscheidungen (neu: Skicross Frauen und Männer) in 15 Sportarten. In Turin kämpften vor vier Jahren 2508 Aktive aus 80 Ländern um olympisches Edelmetall.
In Vancouver werden die Hallensportarten wie Eishockey, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf und Curling ausgetragen. Im 125 Kilometer nördlich von Vancouver gelegenen Skiparadies Whistler, das 670 Meter über dem Meeresspiegel liegt, gehen die alpinen und nordischen Wettkämpfe über die Bühne. Für die Veranstaltungen gibt es 1,6 Millionen Eintrittskarten. Am schnellsten vergriffen waren die Tickets für die Eröffnungsfeier im BC Place Stadium, das Eishockey-Finale und die Eisschnelllauf- und Eiskunstlauf-Wettbewerbe. In der ersten Phase des Verkaufs brachten die Eintrittskarten mehr als 345 Millionen kanadische Dollar (220 Millionen Euro) ein. Insgesamt kosten die Olympischen Winterspiele rund 1,7 Milliarden Dollar (1,1 Mrd. Euro) plus 580 Millionen Dollar (360 Mio. Euro) für den Aufbau und die Renovierung der Austragungsstätten sowie 1,6 Milliarden Euro für die Infrastruktur.
Für die Sportler und die etwa 350.000 Besucher, die der Tourismusverbund Tourism Vancouver erwartet, hat sich die Stadt herausgeputzt. Die Veranstalter haben 6000 grün-blaue Fahnen an den Laternen in der Innenstadt aufgehängt, die 18 unterschiedliche Motive aus dem Sport zeigen und die Besucher mit dem Motto der Spiele „With Glowing Hearts“ (Mit glühenden Herzen) empfangen.
Die offiziellen Maskottchen heißen Quatchi (ein Bigfoot), Sumi (ein Fabelwesen mit den Flügeln eines Donnervogels und den Beinen eines Schwarzbären) und Miga (ein mythischer Seebär). Vorlagen für die Maskottchen bildeten traditionelle Wesen der First Nations. Das Organisationskomitee Vanoc hat die Ureinwohner des Landes aber nicht nur als kulturelle Botschafter, sondern auch als Arbeiter, Übersetzer und Künstler in die Olympischen Spiele integriert.
Vancouver will während der Wettkämpfe möglichst autofrei bleiben und hat mit Hochdruck daran arbeitet, sein schnelles und umweltfreundliches Transportsystem zu verbessern. Um das Verkehrsaufkommen um bis zu 30 Prozent zu reduzieren, forderte das Organisations-Komitee VANOC die Einwohner darauf vor, das Auto öfter mal stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, zu Fuß zu gehen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.
Um die Sicherheit der Athleten und Besucher kümmert sich die Royal Canadian Mounted Police (RCMP), die kanadische Bundespolizei. Im Einsatz sind insgesamt 16500 Soldaten, Polizisten und privates Wachpersonal, die die Tausende Kilometer lange Westküste, den Luftraum über den Austragungsorten sowie die nahe Grenze Kanadas mit den USA überwachen. Für friedliche legale Proteste werden in Vancouver spezielle Zonen eingerichtet, in denen jeder seine Meinung kundtun darf.
Im Kampf gegen Doping hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) seine Anstrengunggen mehr als verdoppelt. In Vancouver sind 1600 Urin- und mehr als 400 Bluttests geplant. Die Testergebnisse sollen acht Jahre lang eingefroren werden.
Der Großteil der Medaillen wird Whistler und in den bis zu 3000 Meter hohen Bergen ringsum vergeben. Hier kämpfen die nordischen und alpinen Skisportler ebenso wie Biathleten, Bob-, Rodel- und Skeletonpiloten um das Edelmetall. Mit einem Schneefall-Rekord von 4,18 Meter bereits im November ist das beliebteste Skigebiet Nordamerikas bestens für die Wettbewerbe gerüstet, vorsorglich haben die Organisatoren Naturschnee gebunkert.
Nach Whistler kommen die Teilnehmer auf dem Sea-to-Sky-Highway. Diese überwiegend zweispurige Strecke gibt es seit Mitte der sechziger Jahre und gilt mancherorts als gefährlicher Unfallschwerpunkt. Für die Spiele wurde die Straße erweitert, doch angesichts der Topografie gibt es immer noch manches Nadelöhr.
Doch die abenteuerliche Fahrt lohnt sich: Skifans können in Whistler rund 280 Kilometer Pisten erkunden. Selbst während der Olympischen Spiele wird dort privater Wintersport möglich sein: Die meisten Pisten sind für nichtolympische Gäste offen. Die Spiele sollen Whistler Mountain künftig noch mehr Besucher bescheren (bisher zwei Millionen jährlich). Die Straßen in dem Ort mit seinen 10.000 Einwohnern sind ausgebaut und erneuert worden. Während der Winterspiele befördern ausschließlich Elektrobusse die Sportler, Betreuer und Gäste. Die Bewahrung der natürlichen Umgebung stand dabei aber Vordergrund, und so passt sich vieles in die Landschaft ein - selbst das Sliding Centre, die Bob- und Rodelbahn.
Quellen: vancouver2010.com/DOSB/kanada-presse.de/tourismvancouver.com
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