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Medaillenloser Abschluss für deutsche Kanuten

Olympia Medaillenloser Abschluss für deutsche Kanuten

Die Sprint-Premiere bei Olympischen Spielen endet für die deutschen Kanuten ohne Medaille. Ronald Rauhe wird im Einer-Kajak und mit Partner Jonas Ems im Zweier jeweils Achter. Insgesamt gewinnt der Deutsche Kanu-Verband aber sechs Medaillen in London.

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Ronald Rauhe und Jonas Ems haben die Medaillenränge deutlich verpasst.

Quelle: dpa

Eton. Ronald Rauhe warf wutentbrannt sein Paddel an Land. Minutenlang tigerte er stinksauer auf dem Anlegesteg hin und her, ehe er seinen Partner Jonas Ems umarmte. Das mit berechtigten Medaillenambitionen gestartete Duo belegte am Samstag zum Abschluss der olympischen Kanu-Wettbewerbe von London nur den enttäuschenden achten Rang im Sprint. Auf der vom harten Gegenwind beeinträchtigten Bahn sechs auf dem Dorney Lake in Eton paddelte das Kajak-Gespann der Konkurrenz über 200 Meter hinterher.

„Der Einer war für mich nicht so enttäuschend. Aber im Zweier hatte ich das Gefühl, dass sogar Gold oder zumindest Silber möglich ist. Wir haben die Chance einfach verschenkt. Das tut weh, wenn man weiß, dass es wohl die letzten Olympischen Spiele waren“, schimpfte Rauhe und schickte ein nicht druckreifes Schimpfwort hinterher.

Bei der Olympia-Premiere der Sprintrennen war Rauhe bereits im Einer lediglich Achter geworden. Silke Hörmann aus Karlsruhe belegte den 15. Rang. Gar nur 16. und damit Letzter wurde im Feld der Sprint-Spezialisten 1000-Meter-Olympiasieger Sebastian Brendel im Canadier. „Das war heute im Rahmen der Erwartungen. Aber man muss ehrlicherweise sagen, das entspricht nicht unserem Anspruch als Deutscher Kanu-Verband“, sagte DKV-Präsident Thomas Konietzko.

Nach dem medaillenlosen Abschlusstag standen für den Deutschen Kanu-Verband (DKV) in London damit dreimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze zu Buche. „Großes Kompliment an die Mannschaft. Wir sind unserer Zielvorgabe sehr nah gekommen“, sagte Sportdirektor Jens Kahl. Der DKV hatte als Anspruch sieben Medaillen, drei davon in Gold. Zudem gewannen die Slalomkanuten Sideris Tasiadis Silber im Canadier und Hannes Aigner Bronze im Kajak. „Wir sind der erfolgreichste olympische Sportverband in Deutschland“, bilanzierte Konietzko nicht ohne Stolz.

Erste Sprint-Olympiasieger wurden Ed McKeever (Großbritannien) und Lisa Carrington (Neuseeland) im Kajak, Juri Tscheban (Ukraine) im Canadier und Juri Postrigaj/Alexander Djatschenko (Russland) im Zweier-Kajak.

Wenngleich die olympische Sprint-Premiere für die deutschen Kanuten ohne Medaille endete, waren die Abschlussrennen ein Erlebnis für Rauhe. „Das ist ein extremes Spektakel. Die Zuschauer toben. Das ist Spaß, in so einem Kessel zu fahren“, sagte der Potsdamer. Weniger gut zu sprechen war er auf seine Rennen im Einer und im Zweier. „Vielleicht wollten wir einfach zu viel“, sagte der 30 Jahre alte Potsdamer. Und sein Essener Partner Ems berichtete: „Wir haben ungefähr 80 Meter vorm Ziel einen Wackler gehabt.“

Die erst vor drei Jahren anstelle der 500-Meter-Rennen der Männer ins olympische Programm gekommenen 200 Meter waren auch für Sebastian Brendel nach dem verpassten Finale keine Motivation mehr. „Die Luft war raus, der Körper ist runtergefahren. Ich habe das Rennen jetzt einfach noch mitgenommen und die Atmosphäre hier einfach genossen“, erklärte der 1000-Meter-Olympiasieger nach Platz acht im B-Endlauf. Dennoch verlässt er London am Montag auf der „MS Deutschland“ mit einem Hochgefühl: „Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Man muss die Zeit jetzt genießen.“ 

dpa

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