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24. Spieltag

Lorbeeren

Von Der Platzwart

Die Hoffnung hat bei 96 wieder einen Namen: Manuel Schmiedebach. Hatte man in Hannover vor der Saison nicht unbedingt als Hoffnungsträger auf dem Zettel, aber in der derzeitigen Situation sollte man bei den „Roten“ nicht allzu wählerisch sein.

Schmiedebach ist, der Name lässt es ahnen, Halbkolumbianer, und als solcher scheint der junge Mann nahtlos an die einzigartige Erfolgsgeschichte halbkolumbianischer Spieler bei Hannover 96 (Siemensmeyer, Sippel, Valdetrama) anzuknüpfen.

Das 0:1 gegen Wolfsburg gilt auch wegen des beherzten Einsatzes von Schmiedebach als attraktivste Saisonniederlage der 96er und wurde von den Rängen entsprechend bejubelt. Spielfluss und Kampfgeist wurden wie verlorene Söhne begrüßt und durften sich nach der Partie in das Goldene Buch der Stadt eintragen. In der Tabelle steht zwar jetzt auf beiden Seiten des Klubnamens die 17, aber es fühlt sich total gut an, man spricht vom „hannoverschen Aufwärtstrend“. In der Sportlichen Leitung kursiert im Überschwang der Gefühle angeblich bereits der Geheimplan „Sieg“. Wobei gerade die psychologische Abteilung vor den Folgen eines unvorbereiteten Spielgewinns warnt und zur Vermeidung von Übersprungshandlungen, Kontrollverlust und Orientierungslosigkeit nach Abpfiff zunächst ein Unentschieden als Heranführung empfiehlt. Aber was sind schon Empfehlungen?

Eng wird es für das Saisonziel „Schlaudraff in der Startelf“. Der talentierte Mittelfeldspieler hatte während des Wolfsburg-Spiels selbstlos die Bewachung des VIP-Büfetts übernommen, obwohl er wegen des Überangebots an brandgefährlichen Stürmern aus dem Kader geflogen war. Insider behaupten dagegen, Schlaudraff habe sich selbst ins Abseits gestellt, als er nach der Werder-Klatsche gutgelaunt eine Modenschau besuchte und sich für teuer Geld einen Wintermantel aus echtem Faulpelz zulegte. Spätrömische Dekadenz wird bei 96 ebenso wenig geduldet wie Selbstzufriedenheit. Mirko Slomka tritt deshalb auf die Euphoriebremse und warnt seine Spieler davor, sich auf den 0:1-Lorbeeren auszuruhen. Noch sei nichts gewonnen. Selbst im Falle eines Auswärtssieges könne 96 theoretisch noch absteigen.

Für das Sechspunktespiel gegen Freiburg hat Slomka einen ausgeklügelten Dreipunkteplan entworfen: 1. Hinfahren, 2. Spielen, 3. Siegen. Anschließend sind Übersprungshandlungen bis zum Morgengrauen erlaubt.

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