Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Vorbereitung zum Hannover-Marathon

Zweifel haben beim Marathon keine Chance

Von Norbert Fettback

Noch mal die Beine ausschütteln. Nur nicht mehr übertreiben. Und dann darauf hoffen, in den letzten Stunden vor dem großen Tag die nötige innere Ruhe zu behalten: Maria Matheis-Schönhofer wird am Sonntag den ersten Marathon ihres Lebens in Angriff nehmen, und angesichts dessen macht die 50-Jährige einen erstaunlich unaufgeregten Eindruck.
Vor ihrem ersten Marathon: Maria Matheis-Schönhofer.

Maria Matheis-Schönhofer macht einen ziemlich unaufgeregten Eindruck vor ihrem ersten Marathon.

© Martin Steiner

Sie ist sich sogar ziemlich sicher, dass sie sich am Sonntag nicht auf ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang einlässt. „Ich habe zum ersten Mal überhaupt nach einem Plan trainiert und mich auch größtenteils daran gehalten“, sagt Matheis-Schönhofer. „Am Sonntag eine Zeit zwischen 4:15 und 4:30 Stunden zu schaffen wäre gut. Noch schneller zu sein wäre super.“ Dabei wollte sie am 8. Mai ursprünglich ihren sechsten Halbmarathon absolvieren – doch vor einem Monat, nachdem sie das Steinhuder Meer problemlos umrundet hatte, meldete sie kurzentschlossen für die doppelt so lange Distanz um. „Ich wollte mehr“, sagt sie.

Wer so an eine Herausforderung herangeht, wie sie ein Lauf über mehr als 42 Kilometer darstellt, und Zweifeln an sich selbst keine wirkliche Chance gibt, der hat schon halb gewonnen. Matheis-Schönhofer hat in dieser Hinsicht von der Gruppendynamik der vergangenen Monate profitiert. Sie gehört zu den mehr als 50 HAZ-Lesern, die sich seit November 2010 unter Anleitung von Markus Pingpank auf den großen Lauftag in Hannover vorbereitet haben; regelmäßige Treffs waren Teil des Programms, in dem sie Woche für Woche drei Tage fürs Laufen reservierte. „Nicht allein zu trainieren, das war für mich etwas ganz Neues“, sagt sie. „Und es war eine Erfahrung, die mir gerade auf den langen Strecken viel gebracht hat.“ Nicht nur, um einen Lauf wie die 31 Kilometer ums Steinhuder Meer durchzustehen, sondern auch, weil der gefühlten Wahrnehmung nach die drei Stunden viel schneller vergingen. „Ohne Gruppe und ohne Plan“, sagt sie, „hätte ich mich nie an einen Marathon herangewagt.“

Auf diese Weise ist aus der „Schönwetterläuferin“, wie sich Matheis-Schönhofer im Rückblick selbst bezeichnet, eine Freizeitsportlerin geworden, die sich auch vom vergangenen harten Winter nicht runterkriegen ließ. 2003, ein Jahr nach dem Umzug nach Hannover, legte die aus der Eifel stammende Frau ihre erste Runde um den Maschsee zurück – „und war danach richtig stolz, es geschafft zu haben“. Das Laufen begleitet die freiberufliche Veranstaltungsmanagerin seitdem auf Schritt und Tritt; dass sie jetzt unter die Marathonläufer geht, hat dafür gesorgt, dass ihr Ehemann Bernd stolz auf ihre sportlichen Ambitionen ist, wie sie berichtet.

Er wird sie am Sonntag auf einem Teil der Strecke durch Hannover auf dem Fahrrad begleiten; auch etliche Freunde haben ihr versprochen, sie bei ihrem Debüt zu unterstützen. Und da Matheis-Schönhofer nicht nur gut vorbereitet ist, sondern auch weiß, dass sie aufgrund der zu erwartenden hohen Temperaturen keinen Getränkestand auslassen sollte: Was kann da am Sonntag noch groß passieren?

Matheis-Schönhofer hat sich in den vergangenen Tagen einige Male an den Marathontag 2006 in Hannover erinnert. Damals hat sie ihren ersten Wettkampf überhaupt absolviert – über zehn Kilometer. Hängen geblieben ist vor allem dies: „Der Einlauf über die Ziellinie war was Tolles“, sagt sie. Am Sonntag soll es nicht anders sein. Auch wenn die Beine dann vielleicht nicht mehr wirklich wollen, wenn sie am Friedrichswall die letzten Meter vor sich hat.

Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Meistgelesene Sport-Artikel

Anzeige

Die wichtigsten Sporttermine

Roter Kanal

Wie hat mein Verein gespielt?

Fußball-Tabellen

Alle Ergebnisse der Bezirks-, Kreis-, Ober- und natürlich auch Bundesliga finden Sie in unseren Fußball-Tabellen schnell und übersichtlich.

Anzeige


Top