Philipp Lahm & Co. haben sich in einem öffentlichen Brief bei den Fans für den heimlichen Abgang nach ihrer Rückkehr aus Südafrika entschuldigt. Dass trotz der öffentlich verbreiteten Entscheidung, nach dem dritten Platz bei der Fußball- Weltmeisterschaft auf einen offiziellen Empfang und eine Jubelfeier zu verzichten, einige tausend Fans spontan am Montag zum Frankfurter Flughafen gekommen waren, habe die Nationalmannschaft nicht erwartet. „All diejenigen, die sich vergeblich auf den Weg gemacht hatten, bittet das Team um Entschuldigung“, hieß es am Dienstag auf der Internetseite der Nationalelf.
Die Spieler hatten nach der Landung des Lufthansa-Airbusses 380 abgeschottet von der Öffentlichkeit ihren weiteren Heimweg angetreten, während die Fans am Flughafen-Ausgang vergeblich auf ihre Lieblinge warteten. „Wir können verstehen, dass Sie sich zum Abschluss dieses großartigen Turniers gewünscht hätten, dass sich das Team noch einmal seinen Fans zeigt“, erklärte das Team jetzt und ergänzte: „Aber es ist das Selbstverständnis dieses Teams, sich nicht für einen dritten Platz feiern lassen zu wollen. Diese Mannschaft will mehr, für sich und für ihre Fans.“
Die heimliche Heimreise hatte für Unmut und Unverständnis bei den schwarz-rot-goldenen Fans gesorgt. „Das gesamte Team bedauert dies zutiefst. Nichts lag der Mannschaft ferner, als ihre treuen Fans zu verärgern“, betonten die Spieler nach der falsch eingeschätzten Situation bei der Ankunft. Experten wie Franz Beckenbauer hatten sich nach den attraktiven Auftritten des DFB-Teams für eine gemeinsame Feier mit den Fans eingesetzt, wie es sie nach Platz drei bei der WM 2006 und dem Vize-Europameistertitel 2008 in Berlin gegeben hätte.
Die Spieler aber wollten „ohne etwas in der Hand“ nicht mehr öffentlich feiern, wie Bastian Schweinsteiger erklärt hatte. „Wir wünschen uns sehr, dass Sie auch weiter Ihrer Nationalmannschaft treubleiben. Und dass Sie in naher Zukunft Gelegenheit haben werden, gemeinsam mit diesem jungen, hoffnungsvollen Team einen Titel feiern zu können“, heißt es zum Abschluss in dem Internet-Schreiben, das lediglich mit DFB unterzeichnet ist.
dpa
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Kommentare
DFB-Elf ignoriert ihre Fans Kai Gieseler – 14.07.10
Wenn Bastian Schweinsteiger die Verweigerung einer Begegnung mit den Fans damit rechtfertigt, das "man nichts in der Hand habe", dann frage ich mich, was denn eine Bronzemedaille ist. Mann, WM-Dritter! Hallo! Aufwachen. Diese Elf hat ganz Deutschland ein Sommermärchen Teil 2 beschert, und verdrückt sich einfach an ihren Fans vorbei in den sicher verdienten Urlaub. Kann ich bei Frankreich und Italien verstehen, hier aber gilt: Setzen, 6! Der offene Brief macht es m. E. nur noch schlimmer.Gilt denn wirklich nur noch der Erste etwas? Haben die nachfolgenden Mannschaften kollektiv in der Reihenfolge ihrer Platzierung versagt? Wenn das das Selbstverständnis der Jungs ist, dann she ich darin 2 Punkte: Sie brennen vor Ehrgeiz und wollen die Besten sein/werden. OK.
Aber eines gilt ebenfalls: Ohne den Zweiten ist der Erste scon Letzter. Denkt mal darüber nach...
Jungs, ihr habt eine supertolle WM gespielt, ganz (Fußball-) Deutschland steht hinter Euch. Dieser Abgang war allerdings unterirdisch.
Auch und vor allem von der PR-Abteilung des DFB!
Entschuldigung der Nationalelf LNN – 14.07.10
Unser junges Team... sicher fehlt es da noch am Verständnis...Bei der Olympiade ist man/frau mit Bronze auf dem Treppchen und ist auch Stolz. Sind die so bejubelten Spieler total abgehoben? Aber da sind doch die Herren Zwanziger, Bierhof und auch Löw... warum lassen diese das durchgehen, sich haben doch sonst immer alles im Griff... nicht gerade profihaft. Vielleicht sollte dieses Team beim nächsten Länderspiel mal vor leeren Rängen spielen, das wäre dann unsere Antwort an die Mannschaft und den DFB!Vorbild-Charakter Michael Holzki – 13.07.10
Daß einige tausend Fans spontan am Montag zum Frankfurter Flughafen gekommen waren, habe die Nationalmannschaft angeblich nicht erwartet. Wie hätte man auch damit rechnen können? Denn es ist ja auch das erste Mal, daß die DFB-Elf an einem deutschen Flughafen heimkehrt."Aber es ist das Selbstverständnis dieses Teams, sich nicht für einen dritten Platz feiern lassen zu wollen. Diese Mannschaft will mehr, für sich und für ihre Fans." Eine offizielle Feier und ein kurzes Erscheinen vor den Fans sind zwei Paar (Fußball-)Schuhe.
„Nichts lag der Mannschaft ferner, als ihre treuen Fans zu verärgern." Sicher, aber die Gedanken- oder besser Respektlosigkeit läßt tief blicken!
Kurzum, PR = Note 6! (Eingeschlossen der sog. Offene Brief …)
Ehrgeiz Penkman – 13.07.10
Es wäre sicher ein schönerer Abschluss gewesen, wenn die Spieler sich diese kleine Geste abgezwungen hätten. Allerdings steckt in diesem Fauxpas auch viel Positives: diese Jungs sind mit einem dritten Platz nicht mehr zufrieden- das zeigten auch schon die Interviews nach dem Halbfinale und dem Spiel um den dritten Platz. Sie haben den Mut, sich mit einem sehr guten Ergebnis nicht zufrieden zu zeigen- hoffen wir, dass dieser Ehrgeiz sich auch in weiteren tollen Ergebnissen ausdrückt- und nicht dazu führt, dass die Jungs an ihren eigenen Ambitionen zerbrechen. Sie können noch sehr viel erreichen. Daher sollte man dieses "Skandälchen" auch nicht überbewerten. Schließlich hatten sich alle relevanten Sprecher klar zu diesem Thema geäußert.Ankunft der DFB Elf Klaus-Günther Peters, Wennigsen – 13.07.10
Hat hier etwa der DFB geschlafen ? Man hätte sich doch denken können, das nach dieser WM sich bestimmt viele Fans frühmorgens auf den Weg machen um der Mannschaft für diese tolle WM zu danken. Kommunikation zwischen Südafrika, Flieger und der Heimat hat wohl gefehlt. Auch ein offener Brief des DFB wird über die Enttäuschung vieler Fans nicht hinwegtäuschen. In Zukunft bitte besser machen.Klaus-Günther Peters