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Die WM-Finalisten im Spieler-Vergleich

Niederlande gegen Spanien Die WM-Finalisten im Spieler-Vergleich

Zwei Kleine mit großem Torriecher: Wesley Sneijder, David Villa und der Rest im Vergleich - die Niederlande und Spanien kämpfen am Sonntag im Finale der Weltmeisterschaft um den Titel.

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Wesley Sneijder (links) hat 2010 eine Glückssträhne, auf der anderen Seite ist David Villa bei dieser WM kaum zu stoppen.

Quelle: afp

Niederlande

Maarten Stekelenburg: Beim ersten niederländischen Spiel in Südafrika (2:0) gegen Dänemark mussten viele Fußballfans genauer hinschauen, und ihr erster Gedanke war: Oh, Edwin van der Sar hat sich aber verändert. Van der Sar war geschätzt 30 Jahre der Torhüter in der „Elftal“, bei Manchester United hatte er in der vergangenen Saison noch überragend gespielt. Stekelenburg galt vor der WM als Schwachpunkt. Doch der 27-jährige von Ajax Amsterdam überraschte ausgerechnet bei der WM mit vielen Torwartpannen als einer der Besten. Gut möglich ist, dass sein Name auch in Deutschland bald öfter zu hören ist: Bayern-Trainer Louis van Gaal hat auf Stekelenburg ein Auge verworfen.

Gregory van der Wiel: Zur WM reiste der Rechtsverteidiger mit nur acht Länderspielen, beim Turnier hat er dem sieben Jahre älteren Khalid Boulahrouz (VfB Stuttgart) den Rang abgelaufen. Im Finale wird er froh sein, wenn bei den Spaniern Fernando Torres auf der Ersatzbank sitzt: Dann muss er auf seiner Seite nicht gegen David Villa spielen.

Johnny Heitinga: Eigentlich ist er Rechtsverteidiger, in „Soccer City“ wird Heitinga allerdings dort spielen, wo er bereits im Halbfinale gegen Uruguay (3:2) zum Einsatz kam: in der Innenverteidigung. Motto des 26-Jährigen während der WM: „Wer rasiert, der verliert.“ Seine Spielweise entspricht in etwa dem, was man von einem Verteidiger des englischen Klubs FC Everton erwartet: kompromisslos, rustikal. Villa wird ihn kennen lernen.

Joris Mathijsen: Einer von vielen Bekannten der Niederländer aus der Bundesliga. Der 30-Jährige spielt beim Hamburger SV und macht das dort weitgehend ordentlich, ohne überragend zu sein. Seine Schwächen könnten im Finale zu einem Problem für die Niederländer werden: Mathijsen ist nicht besonders schnell.

Giovanni van Bronckhorst: Sein Linksschuss in den Torwinkel war eines der schönsten WM-Tore, bei seinem Torjubel war zu erkennen: Er war selbst überrascht, dass so ein herrlicher Treffer von ihm kommt. Und das mit 35 Jahren in seinem vorletzten Spiel, denn nach dem Finale soll für den Kapitän Schluss sein.

Mark van Bommel: Der 33-Jährige vom FC Bayern München geht immer dahin, wo es weh tut – vor allem für den Gegenspieler. Trainer Bert van Marwijk überredete ihn zum Comeback, denn er wusste, was er an dem defensiven Mittelfeldspieler hat: van Bommel ist sein Schwiegersohn. Im Finale wird er versuchen, auf seine spezielle Art den Spaniern Andres Iniesta und Xavi den Spaß zu verderben. Für beide könnte das schmerzhaft werden, denn van Bommel foult gerne und viel. Aber kaum einer erklärt den Schiedsrichtern anschließend so vehement und überzeugend, dass alles gar nicht so schlimm war.

Nigel de Jong: Beim Hamburger SV galt van Bommels Hilfskraft im defensiven Mittelfeld als Fehleinkauf; als Manchester City mit viel Geld lockte, ließen ihn die Hanseaten gerne ziehen. In der „Elftal“ ist er unverzichtbar.

Wesley Sneijder: Der Mann hat 2010 eine Glückssträhne. Meister und Pokalsieger mit Inter Mailand ist er bereits geworden, Champions-League-Sieger im Finale gegen Bayern München ebenfalls. In Südafrika wurde er bereits viermal zum Spieler des Tages gewählt. Weltmeister wäre also die nächste logische Erfolgsstufe. Im Viertelfinale gegen Brasilien überraschte er sich selbst am meisten: Ihm gelang das Siegtor zum 2:1 – mit dem Kopf. Sneijder hatte vorher noch nie einen Kopfballtreffer erzielt, was bei einer Größe von 1,70 Meter ja auch kein Wunder ist.

Arjen Robben: Jeder kennt seinen Lieblingstrick, am Toreschießen hindern können ihn dennoch nur wenige: Wenn Robben vom rechten Flügel nach innen zieht, um mit links zu schießen, dann ist er unwiderstehlich. Für den FC Bayern hat er so die meisten seiner 16 Bundesligatreffer erzielt, dazu kamen drei Tore im DFB-Pokalwettbewerb und vier Tore in der Champions League.

Dirk Kuyt: Van Bommel ist van Marwijks Schwiegersohn, Kuyt sein Lieblingsspieler. Der 29-Jährige vom FC Liverpool hat für Feyenoord Rotterdam in 101 Spielen 71 Tore geschossen, in England aber eine neue Spielweise gelernt, die ihm jetzt hilft: Er rennt und arbeitet für die Mannschaft und lässt die Robbens und Sneijders glänzen.

Robin van Persie: Was macht man nicht alles, um im WM-Finale zu stehen – notfalls sogar Mittelstürmer spielen. Der Mann vom FC Arsenal fühlt sich am wohlsten als Rechtsaußen, doch dort ist an Robben kein Vorbeikommen.

Bert van Marwijk: Bei Borussia Dortmund wurde er im Dezember 2006 entlassen, nach der EM 2008 übernahm der „Holland-Berti“ die Elftal und schaffte Erstaunliches: Die sonst streitbaren Niederländer wurden zu einem harmonischen Team.

Spanien

Iker Casillas: Der Kapitän und Torwart bekam bei der WM bereits nach dem ersten Spiel mächtig Ärger. Nach dem 0:1 gegen die Schweiz wurde er von der spanischen Fernsehjournalistin Sara Carbonero frech gefragt, wie denn so eine Pleite passieren könne als Europameister und WM-Favorit. Hübscher Randaspekt: Senora Carbonero ist seit einem Jahr die Freundin von Casillas. Bei Real-Madrid-Fans ist sie nicht sonderlich beliebt, sie geben ihr die Schuld für eine schlechte Ligasaison des 29-Jährigen. Bei der WM hält Casillas gut – aber das Paar sieht sich in Südafrika ja auch selten, weil beide arbeiten müssen.

Sergio Ramos: Im Halbfinale gegen Deutschland (1:0) war zu sehen: Flanken kann der Rechtsverteidiger von Real Madrid nicht. Von seinem Vorwärtsdrang hält das den 24-Jährigen dennoch selten ab, der von seinen Kollegen wegen der langen Haare und dem Stirnband „Tarzan“ genannt wird. Ein athletischer Spieler, dessen technische Schwächen in der spanischen Künstlermannschaft auffallen.

Carles Puyol: „Ein knallharter, kopfballstarker Typ.“ So wurde der 32-Jährige vom FC Barcelona vor dem Halbfinale gegen Deutschland beschrieben. Den Beweis trat er eindrucksvoll an, sein Kopfballtor war eine Wucht. Puyol ist nicht nur deshalb einer der Führungsköpfe des Teams.

Gerard Pique: Für Argentiniens Trainerlegende Luis Menotti ist er der beste Libero seit Franz Beckenbauer. Der Vergleich hat dem 23-Jährigen vom FC Barcelona den Spitznamen „Piquenbauer“ eingebracht, obwohl der Vergleich mächtig hinkt: Einen Libero gibt es in Spaniens Team nicht. Wie Beckenbauer („Einer wie ich“) hat Pique ein Buch geschrieben, das „Hin- und Rückreise“ heißt. Ein philosphischer Titel, es geht jedoch um Fußball und seine Zeit bei Manchester United.

Joan Capdevila: Der Linksverteidiger vom FC Villarreal ist der große Unbekannte im Team – und der große Unauffällige. Er selbst sagt von sich: „Dass einer wie ich mehr als 50 Länderspiele hat, geht eigentlich gar nicht.“ Im Finale gegen die Niederlande wird er Millionen Fans auffallen: Sein Gegenspieler heißt Arjen Robben.

Sergio Busquets: Der 21-Jährige ist ein „Lieblingsschüler“ von Trainer Vicente del Bosque und spielt beim FC Barcelona, wo sein Vater früher Torhüter war. Im defensiven Mittelfeld wird er am Sonntag versuchen, den Niederländer Wesley Sneijder zu bewachen.

Xabi Alonso: Noch ein Spanier mit bekanntem Vater. Alonso Senior spielte bei der Heim-WM 1982 für Spanien und scheiterte dort mit der Mannschaft in der 2. Finalrunde an … Deutschland. Xabi Alonso hat sich von den Deutschen in Südafrika nicht stoppen lassen und dem Papa bereits den EM-Titel von 2008 voraus. Der 28-Jährige spielt bei Real Madrid, ist den meisten Fußballfans aber aus seinen Jahren beim FC Liverpool bekannt.

Xavi: Seinen Hund hat der 30-Jährige vom FC Barcelona „Tor“ genannt. Das ist lustig und zeugt von einer gewissen Selbstironie, denn dieser phantastische Spieler beherrscht alles in Perfektion – nur das Toreschießen nicht. Im Halbfinale wurde er zum „Spieler des Tages“ gewählt, Bastian Schweinsteiger und Co. bekamen wie beim EM-Finale 2008 zu spüren, wo das Problem liegt, wenn Xavi den Ball hat: Er macht damit fast keinen Fehlpass. Xavi ist das Herzstück der Mannschaft.

Andres Iniesta: Vier Jahre jünger als Xavi und im Mittelfeld im Nationalteam sowie beim FC Barcelona praktisch dessen Zwilling. Anders als Xavi hat er bei der WM schon ein Tor geschossen (beim 2:1 gegen Chile). Er allein ist ein herausragender Spieler, gemeinsam mit Xavi sind sie die „Phantastischen Zwei“.

Pedro: Er war der Überraschungskandidat von del Bosque im Halbfinale, in Erinnerung ist vor allem sein Kontersolo Richtung deutsches Tor. Als er nur noch schießen musste, machte er verspielt einen Haken – und vertan war die Chance. Der 22-Jährige wird auch im Finale vermutlich den Vorzug vor Fernando Torres bekommen, denn bis auf die Schlampigkeit im Abschluss zeigte er ein starkes Spiel.

David Villa: Sieben Tore hat Spanien bei der WM erzielt, fünf gehen auf sein Konto. „El guaje“ (Der Kleine) war vor zwei Jahren bereits EM-Torschützenkönig, der FC Barcelona hat für ihn 40 Millionen Euro an den FC Valencia überwiesen. Bei seiner Klasse ein Schnäppchen. Schießt mit links und rechts gleich gut und hat das seinem Vater zu verdanken. Als er als Vierjähriger einen komplizierten Beinbruch hatte und Gips trug, zwang ihn der Papa, mit dem gesunden linken Bein zu üben.

Vicente del Bosque: Bei der Pressekonferenz nach dem Sieg gegen Deutschland konnte jeder sehen und hören: Der Trainer schaut knorrig aus, ist aber ein freundlicher, höflicher und bescheidener Mann. Vorher war zu sehen: Er ist auch ein erstklassiger Trainer.

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