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Lukas Podolski: Spaßmacher mit zwei Gesichtern

Nationalspieler Lukas Podolski: Spaßmacher mit zwei Gesichtern

Spaßmacher mit zwei Gesichtern: Lukas Podolski ist einer der erfahrensten Profis in der deutschen Nationalelf, doch als Führungsspieler sieht er sich nicht.

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Immer schön flexibel: Lukas Podolski (Mitte) macht auch bei den Dehnübungen mit Jerome Boateng (links) und Mesut Özil kleinere Faxen.

Quelle: dpa

Wenn Lukas Podolski am Sonntag gegen Australien solche Chancen auslässt, dann muss man sich um den WM-Start der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ernsthafte Sorgen machen. Gestern im WM-Quartier in Erasmia meldete sich ein Fernsehreporter von „Tele Mexiko“ zu Wort und wollte von dem Angreifer wissen, wen er denn heute im WM-Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko für den Favoriten halte und was er glaube, wie die Partie ausgehe. Das ist normalerweise wie eine Steilvorlage von Mesut Özil, ein paar nette Worte für den freundlichen Mexikaner, und alles wäre geritzt gewesen. Podolski sagte: „Ich hoffe, dass die Südafrikaner gewinnen.“

Joachim Löw, Bundestrainer und „Poldi“-Fan, hat für die WM angekündigt, dass „der Lukas explodieren“ werde. Man muss das im übertragenen Sinne verstehen, alles andere wäre nicht besonders gut für die Mannschaft und Podolski: Löw traut dem 25-Jährigen zu, mit „seinem Tempo und seiner Schusstechnik“ ein starkes Turnier zu spielen, obwohl er in der Bundesliga beim

1. FC Köln in der vergangenen Saison viele schwache Vorstellungen abgeliefert hatte. „In Köln haben wir eine defensive Ausrichtung, das liegt mir nicht besonders“, sagte Podolski, „hier ist es mit den besten deutschen Spielern einfacher.“

Es ist bereits zur Gewohnheit geworden, dass es im Grunde zwei Podolskis gibt: den Bundesliga-Poldi und den Nationalelf-Poldi. Während der eine meistens übellaunig über den Rasen läuft, ist der andere immer bestens gelaunt, in Südafrika ist das nicht anders: „Ich bin gut drauf. Ich habe gut trainiert.“ Längere Sätze formuliert er selten.

Tatsächlich hat Podolski, der bei der EM 2004 in Portugal seinen Turniereinstand gegeben hat („Damals war ich noch frisch dabei und sehr zurückhaltend“), in der Nationalmannschaft eine beeindruckende Bilanz: 38 Tore in 73 Länderspielen können sich sehen lassen. Und bei der WM 2006 und der EM 2008 war Podolski immer einer der besten Deutschen, deshalb hat Löw lange vor dem Sonntagspiel gegen Australien für ihn einen Stammplatz auf der linken Seite reserviert.

Obwohl er mehr Länderspiele hat als Kapitän Philipp Lahm (65) und nur eins weniger als dessen Stellvertreter Bastian Schweinsteiger, gehört Podolski nicht zu den Führungskräften in der Nationalelf, auch dem Mannschaftsrat gehört er nicht an. „Ich bin nicht der Typ für eine Führungsrolle, ich bin keiner, der Gespräche führt oder sucht“, sagte er. „Ich will vor allem Spaß haben.“

Was das konkret bedeutet, zeigte der 25-Jährige gestern: Ständig nestelte er an Harald Stenger, dem Mediendirektor des Deutschen Fußball-Bundes, herum und versuchte, Faxen zu machen. Lediglich als ein australischer Reporter auf Englisch eine längere Frage stellte, verschwand das Lachen aus Podolskis Gesicht, weil er sich von Stenger alles übersetzen lassen musste. Danach war Podolski spürbar der Spaß vergangen. Als er und der ebenfalls auf dem Podium sitzende Marko Marin um Antworten gebeten wurde, sagte Podolski zweimal, dass er sich Marins Worten anschließe. Weil dieser auch nicht gerade als Quasselstrippe bekannt ist, verlief der Tag in Erasmia gestern recht einsilbig.

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