Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
„Ich kann das selbst nicht so richtig fassen“

400-Meter-Läufer Gladitz bei Hallen-EM „Ich kann das selbst nicht so richtig fassen“

Am Mittwoch fliegt der hannoversche 400-Meter-Läufer Alexander Gladitz mit der deutschen Nationalmannschaft zu den Hallen-Europameisterschaften 2015 nach Prag. Im Interview mit Norbert Fettback spricht er über die EM, das harte Training und neue Bestzeiten.

Voriger Artikel
Ehemaliger NBA-Profi Welp ist tot
Nächster Artikel
Hauptstadt der Spielverderber

„Solche Leistungssprünge sind schon selten“: Alexander Gladitz. 

Quelle: imago sportfotodienst

Herr Gladitz, hatten Sie sich eigentlich die ersten Tage im März vorgemerkt, als Sie sich an Ihre Jahresplanung für 2015 gemacht haben?
Daran habe ich überhaupt keinen Gedanken verschwendet, anders als an die deutsche Meisterschaft in Karlsruhe. Vorgesehen war, dass ich danach ein paar Tage pausiere und dann mit dem Training weitermache. Ich hätte nie geglaubt, nun zur deutschen Nationalmannschaft zu gehören, die am Mittwoch nach Prag zur Hallen-Europameisterschaft fliegt.

Dafür hat vor gut einer Woche Ihr überraschender Titelgewinn über 400 Meter in Karlsruhe gesorgt. Haben Sie inzwischen eine Erklärung für diesen größten Erfolg in Ihrer jungen Karriere?
Im Vorfeld habe ich mich über die 200 Meter deutlich verbessert, das ist ein Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten. In der Halle gewinnt in der Regel derjenige, der nach 200 Metern vorne ist, weil es dann schwer ist zu überholen. So war auch der Plan, den mir mein Trainer Edgar Eisenkolb mit auf den Weg gegeben hat. Und der ist in Karlsruhe aufgegangen, auch wenn es am Ende noch knapp wurde.

Wie haben Sie es geschafft, Ihre Hallenbestzeit auf dieser Strecke innerhalb eines Jahres um mehr als 1,5 Sekunden zu verbessern? Wenn das so weitergeht, wären Sie 2016 ja bei der traumhaften Zeit von 45,4 Sekunden.
Ich kann das selbst nicht so richtig fassen. Solche Leistungssprünge sind schon selten. 2014 stand für mich nach dem Vorlauf zur deutschen Meisterschaft eine 48,41 zu Buche, im Finale bin ich dann leider gestürzt. Im Training haben wir in den vergangenen Monaten wohl alles richtig gemacht.

Was kommt denn an Stunden unter der Woche dafür zusammen?
Ich trainiere sechsmal, jeweils zwei Stunden. Zur Gruppe von Herrn Eisenkolb gehört auch Ruth Sophia Spelmeyer, die über 400 Meter in Prag ebenfalls dabei sein wird.

So gesehen sind Sie und Ihre Trainingspartnerin vom VfL Oldenburg ein ausgesprochenes Erfolgsduo.
Ruth Sophia kann ja schon einiges an Ergebnissen vorweisen, das motiviert einen. Für die ganze Trainingsgruppe ist das eine super Konstellation. Ich will jetzt bei der Europameisterschaft die Chance nutzen, mich zu beweisen, und möchte international Erfahrungen sammeln. Es ist super, dass Herr Eisenkolb jetzt auch mit nach Prag reist und uns dort betreuen kann. Ich gehöre ja nicht zum Bundeskader und stünde sonst bei diesem wichtigen Wettkampf ohne Trainer da.

Trauen Sie sich auch bei der Europameisterschaft den Finaleinzug zu?
So ein Ziel wäre unrealistisch. Nach der Meldeliste rangiere ich an 18. Stelle. Cool wäre eine neue Bestzeit - auch um das Vertrauen zu bestätigen, das mir mit der Nominierung durch den Verband ausgesprochen worden ist. Ansonsten heißt es: Gucken, was in Prag geht, wenn am Freitag der Vorlauf ansteht.

Sie sind auch ein guter 200-Meter-Sprinter. Warum favorisieren Sie die 400 Meter? Auf dieser Strecke muss man sich doch viel mehr quälen.
Ich meine, dass ich über 400 Meter stärker bin, da kann ich mein Stehvermögen besser ausspielen.

Ein Start unter dem Hallendach oder im Freien: Was ist Ihnen lieber?
Schwierige Frage. Eher draußen: Die Leichtathletik ist eine Freiluftsportart. Und da sind dann acht im Finale dabei, es gibt mehr Zuschauer. Ich hoffe deshalb auch sehr, dass ich es schaffe, mich dieses Jahr für die U23-Europameisterschaft in Tallinn zu qualifizieren. Dafür werden 46,60 Sekunden verlangt, da muss ich dann noch mal zulegen.

Interview: Norbert Fettback

Zur Person

Alexander Gladitz widmet sich erst seit zweieinhalb Jahren unter leistungssportlichem Aspekt der Leichtathletik. Der 20-Jährige, der in Hannover geboren wurde, hat mit dem Sport beim TSV Bemerode begonnen, seit 2006 startet er für die LG Hannover. Gecoacht wird er von Landestrainer Edgar Eisenkolb. Dabei kommt ihm die Unterstützung durch das Logistikunternehmen DPD in Lehrte zugute, wo er seit Herbst 2014 zum Speditionskaufmann ausgebildet wird. Da Gladitz aktuell nicht mehr zu einem Bundeskader gehört, profitiert er nicht von der Sportförderung durch den Landessportbund Niedersachsen. Auch privat dreht sich bei ihm viel um den Sport: Er ist mit der U20-Hochspringerin Svea Knoop befreundet, die das Sportinternat des LSB am Maschsee besucht und ebenfalls für die LG Hannover startet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wie hat mein Verein gespielt

Von Kreisliga bis Bundesliga: Hier finden Sie alle Fußball-Ergebnisse.

Quidditch WM in Frankfurt

Die Weltmeisterschaft im Quidditch in Frankfurt am Main.