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17-Jähriger im Halbfinale von Hamburg

Tennis 17-Jähriger im Halbfinale von Hamburg

Im deutschen Viertelfinalduell setzte sich der 17-jährige Alexander Zverev am Hamburger Rothenbaum gegen Routinier Tobias Kamke durch. Michael Stich lobt den Youngster und erinnert sich an seine Jugend.

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Der Youngster triumphiert: Alexander Zverev jubelt über den Halbfinal-Einzug.

Quelle: dpa

Hamburg. Das unbekümmerte 17 Jahre alte Tennistalent Alexander Zverev ist erstmals ins Viertelfinale des ATP-Turniers in Hamburg gestürmt. Der Hamburger besiegte am Freitag den elf Jahre jüngeren Lübecker Tobias Kamke mit 0:6, 5:7, 6:3. Der Youngster bekommt es nun am Samstag bei dem mit 1,3 Millionen Euro dotierten Sandplatzturnier am Rothenbaum mit David Ferrer oder Pablo Andujar aus Spanien zu tun. Der Juniorensieger der Australian Open hatte zuvor noch kein Spiel auf der ATP-Tour gewonnen. „Es tut mir leid für Tobi, wenn er so weiterspielt, steht er bald in den Top 50 der Welt“, sagte Zverev über seinen Freund, der Platz 82 in der Weltrangliste einnimmt. 

„Das ist sehr schön, wie er sich durchgebissen hat, das ist eine sensationelle Story für das Turnier“, sagte Turnierdirektor Michael Stich. „Er ist nervenstark und weiß gar nicht so genau, was alles passiert. Aber er genießt es.“ Damit steht erstmals seit Tommy Haas 2012 ein Hamburger im Halbfinale. Dass Zverev das Traditionsturnier wie einst Stich 1993 gewinnen kann, ist bei dem Lauf, den der 1,96 Meter-Mann hat, nicht ausgeschlossen. 

„Ich sehe viel von mir in ihm, ich war auch so ein Schlaks und habe mehr mit guter Motorik und Schwung als mit Kraft gemacht“, sagte Stich. Zverev benötigte weniger Aufwand als Kamke, zudem ist sein Selbstbewusstsein schon groß.  Dabei tat sich Zverev schwer, überhaupt ins Match zu kommen. Er wirkte gehemmt und machte viele Leichtsinnsfehler, die ihm bei den drei Siegen gegen die internationalen Topspieler in der Hansestadt zuvor nicht unterlaufen waren. Schon im ersten Satz schmiss er den Schläger und es wirkte so, als habe das größte deutsche Talent angefangen, über seine Erfolgssträhne nachzudenken. Nach dem Turnier wird die bisherige Nummer 285 unter den besten 200 der Welt notiert sein. 

Erst im zweiten Durchgang fand der Youngster wieder zu seinem Spiel, besonders seine bis zu 200 Stundenkilometer schnellen Aufschläge wurden zur Waffe. Ein frühes Break konterte Kamke zwar zum 5:5, doch Zverev behielt die Nerven und nahm seinem Kumpel umgehend den Aufschlag wieder ab. Anders als vor zwei Wochen beim Challenger in Braunschweig, als Zverev in der ersten Runde in zwei Sätzen siegte und auch das Turnier gewann, lieferten sich die beiden einen harten Kampf.  

Angefeuert von seinem Bruder Mischa, der wegen einer Handgelenksoperation derzeit pausiert, wurde Zverev vor 5000 Zuschauern auf dem Centre Court immer besser. In Durchgang drei reichte ein Break im ersten Spiel für den Sieg.

dpa/sag

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