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Das müssen Sie zum Super Bowl wissen

American Football Das müssen Sie zum Super Bowl wissen

Beim 50. Super Bowl zwischen den Carolina Panthers und den Denver Broncos herrscht in den USA der Ausnahmezustand — nicht nur wegen eines faszinierenden Quarterback-Duells. Auch in Deutschland werden in der Nacht zum Montag viele Zuschauer gespannt das Finalspiel der NFL verfolgen. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

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Peyton Manning ist der Quarterback der Denver Broncos.

Quelle: EPA/Paul Buck/dpa

Santa Clara/Köln. Natürlich fiel die Wahl der Denver Broncos auf weiß. 31 der bisher 49 Super-Bowl-Sieger spielten in weißen Trikots, es blieb den Broncos also quasi nichts anderes übrig, nachdem sie entscheiden durften – dunkle Jerseys wären den eigenen Fans nicht vermittelbar gewesen. Rationale Distanz zu wahren, fällt allen Amerikanern seit jeher schwer rund um jenes sagenumwobene Endspiel der National Football League (NFL). Vor der Jubiläumsausgabe ist der Hype besonders groß.

Der 50. Super Bowl – von der Zählweise mit römischen Ziffern hat sich die reichste Liga der Welt diesmal verabschiedet, weil mit dem schnöden "L" für "50" niemand etwas anfangen konnte – soll alle Rekorde sprengen. Wenn die favorisierten Carolina Panthers am Sonntagabend Ortszeit in Santa Clara/Kalifornien im Stadion der San Francisco 49ers gegen die Denver Broncos um die Vince Lombardi Trophy spielen, rechnen Organisatoren und Analysten mit einem Rekord-Gesamtumsatz von 15 Milliarden Dollar – was in etwa dem Dreifachen des Bruttoinlandsprodukts von Liechtenstein entspricht.

Ganz so riesig wie in den USA ist die Aufregung um den Super Bowl in Deutschland dann doch nicht. Aber auch hierzulande erfreut sich das Event immer größerer Aufmerksamkeit – höchste Zeit also, um die wichtigsten Fragen zu beantworten.

Wo kann ich das Spiel sehen?

Der 50. Super Bowl wird live bei Sat.1 übertragen. Die Sendung zum Finale der US-Football-Profiliga NFL aus Santa Clara/Kalifornien beginnt um 23.15 Uhr, Spielbeginn ist um 0.30 Uhr. Als Kommentatoren sind Frank Buschmann und Jan Stecker im Einsatz. Auch NFL-Profi Markus Kuhn (New York Giants) ist dabei.

Die Regeln

Keine Ahnung von American Football? Kein Problem. Fernsehkommentator Frank Buschmann erklärt hier noch einmal die wichtigsten Begriffe und Regeln:

  • Spielprinzip:  Die angreifende Mannschaft versucht, den Ball möglichst weit nach vorne zu tragen – am besten bis in die Endzone. Die Offensive hat dabei vier Versuche (Downs), um mindestens zehn Yards (gut neun Meter) Raumgewinn für einen neuen ersten Versuch zu erzielen. Die Defensive versucht, den Raumgewinn zu verhindern.
  • Touchdown:  Der Ball wird in die gegnerische Endzone getragen, oder ein Spieler fängt den Ball dort. Das Team erhält dafür sechs Punkte. Im Normalfall folgt ein Extrakick, der einen weiteren Punkt bringt. In Ausnahmefällen kommt es zur Two Point Conversion. Der Ball muss dann mit einem Spielzug erneut in die Endzone gebracht werden. Wenn das klappt, gibt es zwei Punkte.
  • Fieldgoal:  Der Ball wird aus ruhender Position mit dem Fuß zwischen die Torstangen geschossen, die hinter der Endzone stehen. Das bringt drei Punkte.
  • Quarterback:  Er ist der Spielgestalter. Spielt Pässe, setzt Läufer ein oder läuft selbst mit dem Ball.
  • Receiver:  Sie sind im Regelfall die Passempfänger. Sie müssen bestimmte Routen laufen und gut fangen können.
  • Offensive Line:  Die kräftigen Jungs sollen verhindern, dass die gegnerische Verteidigung den eigenen Quarterback erwischt. Sie sollen ihm Zeit für den Pass oder Raum für den Lauf verschaffen.
  • Defensive Line:  Diese dicken Jungs wollen ran an den Quarterback des Gegners. Reißen sie ihn zu Boden, ist es ein Sack. Beim Blitz stürzt sich die ganze Truppe auf den Quarterback!
  • Interception:  Der Pass des Quarterbacks landet in den Händen des Gegners, bevor der Ball den Boden berührt hat. Mit anderen Worten: Ballverlust.
  • Fumble:  Ein Spieler hat den Ball unter Kontrolle, verliert ihn dann aber an den Gegner. Auch hier: Ballverlust.
  • Flaggen:  Die gelbe Flagge fliegt auf das Feld, wenn ein Regelverstoß vorliegt. Der Angriff wird zunächst zu Ende gespielt, danach wird die Strafe bekannt gegeben und – ähnlich wie die Vorteilsregel im Fußball – bei Bedarf ausgesetzt. Die rote Flagge fliegt, wenn einer der beiden Trainer einen Spielzug per Videobeweis untersuchen lassen möchte.
  • Line of Scrimmage:  Imaginäre Linie, an der sich die Mannschaften aufstellen, um den nächsten Spielzug zu starten.
  • Two-Minute-Warning:  Zwei Minuten vor Ende des zweiten und vierten Viertels signalisieren die Schiedsrichter das baldige Ende. Die Partie wird unterbrochen. Hilft, Werbespots zu platzieren.     

Wer sind die Stars unter den Spielern?

Den Boom befeuert das Duell der beiden Hauptdarsteller, das so ganz den Geschmack der Amerikaner trifft. Die beiden Quarterbacks, Shootingstar Cam Newton (26) und Routinier Payton Manning (39), sind die Superstars der Szene - und könnten unterschiedlicher kaum sein.

Der Panthers-Spielmacher Newton, 1,96 m groß und der mit Abstand athletischste unter den Quarterbacks, trägt das Ei gerne mal selbst in die Endzone. Dass ausgerechnet ein Afro-Amerikaner das traditionell "weiße" Quarterback-Spiel derzeit neu definiert, bringt die Fans in Aufruhr. Zudem polarisiert "Superman" Newton durch seine ausgesprochen extrovertierte Art. Dem gegenüber steht Saubermann Manning, schon 2007 mit den Indianapolis Colts Super-Bowl-Sieger. Als der Mann, den sie mittlerweile ehrfürchtig "Sheriff" nennen, 1998 die NFL-Bühne betrat, war Newton neun Jahre alt.

Manning vs Newton: Die Fakten

Peyton Manning

  • Geburtstag: 24. März 1976 (39 Jahre, 1,97 m, 104 kg)
  • Draft: Nummer 1 (1998/Indianapolis Colts)
  • NFL-Teams: Indianapolis Colts (1998-2011), Denver Broncos (2012 bis heute)
  • Spitzname: Der Sheriff
  • Touchdown-Pässe (aktuelle Saison): 9
  • Touchdowns (Laufspiel): 0
  • Interceptions (Pässe zum Gegner): 17
  • Sacks (vor Wurf zu Fall gebracht): 16
  • Super-Bowl-Titel: 1 (2007)
  • Super-Bowl-Teilnahmen: 4
  • Sponsoren-Einnahmen pro Jahr: 12 Mio Dollar (Nr. 1 der NFL)

Cam Newton

  • Geburtstag: 11. Mai 1989 (26, 1,96 m, 112 kg)
  • Draft: Nummer 1 (2011/Carolina Panthers)
  • NFL-Teams: Carolina Panthers (2011 bis heute)
  • Spitzname: Superman
  • Touchdown-Pässe: 35
  • Touchdowns (Laufspiel): 10
  • Interceptions: 10
  • Sacks: 33
  • Super-Bowl-Titel: 0
  • Super-Bowl-Teilnahmen: 1
  • Sponsoren-Einnahmen pro Jahr: 11 Mio Dollar (Nr. 2 der NFL)

Wer ist der Favorit?

Die Carolina Panthers sind der klare Favorit bei den Buchmachern. Mit einer Sieg-Quote von 1,45 wird das Team um Cam Newton deutlich stärker gehandelt als die Denver Broncos um Payton Manning. Gewinnen die Broncos, zahlt der Sportwettenanbieter bwin 31 Euro bei zehn Euro Einsatz.

Auch bei der Wahl zum besten Spieler des Finales favorisiert bwin Carolina gegenüber Denver: Newton wird mit MVP-Quote 1,75 notiert, der 39 Jahre alte Routinier Manning mit Quote 4,50.

Wer ist außerdem zu sehen?

Popstar Lady Gaga wird vor dem Spiel die Nationalhymne singen. In der Halbzeitpause vertreiben Coldplay und Beyoncé den Zuschauern die Wartezeit. Gagen bekommen die Popstars nicht, das ist aber auch gar nicht nötig: Für gewöhnlich schießt am Tag nach dem Super Bowl der CD-Verkauf durch die Decke.

Zahlen und Fakten rund um den Super Bowl

  • 4 300 000   Euro kostet ein 30-Sekunden-Werbespot während des Super Bowls im US-amerikanischen Fernsehen. Zum Vergleich: Ein ebenso langer Spot während des Formel-1-Rennens in Monaco ist bei RTL schon für 49 500 Euro zu haben.
  • 900 000 000   TV-Zuschauer werden weltweit vor den Geräten sitzen, davon allein 120 Millionen in den USA.
  • 15   Prozent der US-amerikanischen Männer würden laut Umfrage für ein Super-Bowl-Ticket die Geburt des eigenen Kindes schwänzen.
  • 2700   Euro kostet das günstigste Stadionticket für den Super Bowl. Für die teuerste Loge (22 Plätze, Essen und Getränke inklusive) werden 465 000 Euro fällig.
  • 1 300 000 000   Hühnerflügel (Chicken Wings) werden am Super-Bowl-Sonntag in den USA verspeist. Dazu kommen 14 000 Tonnen Chips, 4000 Tonnen Popcorn und 60 000 Tonnen Avocados, aus denen Guacamole-Dip gemacht wird.
  • 17   Personen nehmen durchschnittlich an einer Super-Bowl-Party in den USA teil. Public Viewing wie in Deutschland gibt es nicht.

jos/hof/sid/dpa

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