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Amet boxt sich nach oben

Amateurboxer aus Hannover Amet boxt sich nach oben

Nach seinem Profidebut in der TUI-Arena träumt Boxer Amet Eminovic vom Polizeisportverein von einer großen Karriere – und arbeitet dafür hart. Hilfe bekommt er dabei von seinem Vater und Trainer Isman Eminovic.

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„Wir sind Sportler, sonst nichts“: Amet Eminovic bereitet sich auf seine Kämpfe als Profiboxer in einer schlichten Schulturnhalle vor. Den Glamour eines Kampfabends erlebte er erstmals vor drei Woche in der TUI-Arena.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Die Duschen haben schon bessere Zeiten gesehen, in den Umkleiden riecht es nach altem Schweiß, in der Nachbarhalle trainiert eine G-Jugend Fußballmannschaft. Die Turnhalle der Grundschule Lüneburger Damm im Heideviertel versprüht nichts von dem großen Glanz, der den Boxsport für gewöhnlich umgibt. Wenn sich dort dienstags und freitags die Kämpfer der Box-Sparte des Polizeisportvereins (PSV) zum Training treffen, müssen sie erst ihre Sandsäcke aufhängen und einen Boxring aufbauen, der aus vier im Hallenboden eingelassenen Metallrohren und mehreren Sisal-Seilen für die seitlichen Begrenzungen besteht.

Der Boxer Amet Eminovic könnte jetzt seinem Verein ein wenig mehr Glamour verleihen. Vor gut zwei Wochen hat der 23-Jährige seinen ersten Profikampf im Halbweltergewicht gewonnen. In vier Runden besiegte er den Weißrussen Anton Bekish klar nach Punkten. Das Aufeinandertreffen fand in der gut besuchten TUI-Arena, im Vorprogramm des WM-Titelkampfes zwischen Arthur Abraham und Martin Murray statt. Jetzt steht Eminovic kurz vor dem Sprung in den renommierten Boxstall von Promoter Wilfried Sauerland. Damit wagt der 23-Jährige den Sprung aus dem Amateurbereich. „Mein Vater hat mir alles beigebracht, was man braucht, um sich bei den Profis durchsetzen zu können“, sagt Eminovic.

Nach seinem Profidebut in der TUI-Arena träumt Boxer Amet Eminovic von einer großen Karriere – und arbeitet dafür hart.

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Im Alter von neun Jahren meldete Vater Isman Eminovic seinen Sohn zum Boxtraining beim PSV an. Mit großer Disziplin und einer gehörigen Portion Gelassenheit machte er aus seinem Sohn einen technisch versierten Rechtsausleger, der seine Haken und Geraden sauber ausführen kann. „Jeder Schlag muss 5000 Mal geübt werden, bis er sitzt“, sagt Isman Eminovic. Seitdem hat Amet 115 Amateur-Kämpfe absolviert - 98 davon hat er gewonnen, zwei Mal gab es ein Unentschieden, 25 Niederlagen musste er bislang einstecken. Zwei Besonderheiten zeichnen seine bisherige Karriere aus: Amet Eminovic hat bislang noch keinen K.O.-Sieg errungen und seine Mutter hat noch nicht einen Kampf ihres Sohnes gesehen. „Sie kann es nicht mitansehen, wenn es im Ring zur Sache geht“, sagt Boxhoffnung Amet.

Um bei den Profis bestehen zu können, ordnet der 23-Jährige in seinem Leben alles dem Sport unter. Zwei Mal pro Tag trainiert er. Eine Einheit absolviert er morgens, dann arbeitet er vier bis fünf Stunden in der Fahrschule seines Vaters als Fahrlehrer, dann geht wer erneut in die Boxhalle. Für Freunde, Kino oder andere Aktivitäten bleibt dort wenig Zeit. Amet Eminovic hat sich sogar einen neuen Namen überlegt, um international bestehen zu können. Wenn er jetzt die Boxhandschuhe für einen Profikampf schnürt, tritt er als Amin Winter seinen Gegnern gegenüber. „Das ist beim Boxen üblich, sich einen Kampfnamen zu geben. Alle haben einen - sogar Helene Fischer, die heißt eigentlich auch ganz anders“, sagt Eminovic. Sein Kampfname setzt sich aus seinem Spitznamen und der Jahreszeit zusammen, in der er bislang seine größten Erfolge erzielen konnte.

Dass das Boxen nicht nur eine glamouröse, sondern auch manchmal eine halbseidene Seite hat, mit Berührungspunkten zum Rotlicht-Milieu und der Unterwelt, schreckt den 23-Jährigen nicht ab. „Wir sind Sportler, sonst nichts“, sagt er. Auch sein Vater und Mentor pflichtet bei: „Warum sollte er jetzt irgendwelchen Unsinn anstellen und sich damit seine Karriere verbauen, die er sich mit all dem Schweiß und den Anstrengungen aufgebaut hat - insbesondere als Mitglied des Polizei-Sportvereins.“, sagt er. Wie ernst es Amet Eminovic mit seiner Profilaufbahn ist, zeigte sich auch nach seinem Sieg in der TUI-Arena. Er hielt sein noch im Ring gegebenes versprechen ein und spendete 500 Euro an den Verein Sonnenstrahl, der sich um die Belange von Kindern aus sozial benachteiligten Familien kümmert.

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