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Basketball-Bundesliga verteilt Lizenzen und Wildcards nach Belieben

Leistungsprinzip ausgesetzt Basketball-Bundesliga verteilt Lizenzen und Wildcards nach Belieben

Der FC Bayern München spielt nächstes Jahr im Europapokal. Was beim Fußball nichts übermäßig Ungewöhnliches wäre, ist beim Basketball aber schon etwas seltsam - schließlich ist München gerade erst in die Bundesliga aufgestiegen und hat die Teilnahme sportlich nicht verdient.

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Uli Hoeneß (links) und Dirk Bauermann haben im Basketball Großes vor.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Die Idee hatten andere. Darauf legen sie beim FC Bayern München viel Wert. Der europäische Basketballverband und die deutsche Bundesliga waren mit der Bitte an den Klub herangetreten, sich um die Teilnahme am Europapokal zu bewerben. Weil die Münchener für ihre gute Halle, eine gute Infrastruktur und eine gute Anbindung an den Flughafen belohnt werden sollten, hieß es vom europäischen Verband. In Wirklichkeit aber verfolgt dieser ebenso wie die Liga vor allem eigene Interessen.

„Der FC Bayern München ist eine der stärksten Sportmarken der Welt“, sagt der Geschäftsführer der Bundesliga, Jan Pommer. Und diese Marke soll mit allen Mitteln für den Basketballsport genutzt werden. „Der FC Bayern kann das Leuchtfeuer des europäischen Basketballs werden, das ist eine Riesengelegenheit.“ Und diese Gelegenheit wollen sich die Ligaverantwortlichen nicht entgehen lassen. Da wird dann auch mal großzügig darüber hinweggesehen, dass sich die Münchener die Teilnahme am Europapokal sportlich überhaupt nicht verdient haben. Der Klub spielte in der vergangenen Saison noch in der 2. Liga.

Auch die Baskets aus Bonn, in der abgelaufenen Saison nur 13. in der Liga, dürfen dank einer Wildcard wieder als eine von acht deutschen Mannschaften im Europapokal starten. Für viele ist das kaum noch zu verstehen, das ist auch Pommer bewusst. „Aus sportpuristischer Sicht kann man das verwundert wahrnehmen“, sagt er. Im deutschen Profibasketball aber sind die Sportpuristen mittlerweile in der Minderheit.

Lizenzen werden gehandelt wie auf dem Basar

Seit Jahren schon wird in der höchsten deutschen Spielklasse mit Lizenzen gehandelt wie auf dem Basar. Wer möchte, kann sich zu Beginn einer Saison in die Liga einkaufen. Das gilt sogar für Standorte, die bislang gar nicht am Spielbetrieb teilgenommen haben. Der Geschäftsführer der Liga bestätigt das. „Theoretisch könnte sich auch meine Oma um eine Lizenz bewerben, wenn sie genug Geld hätte und uns ein vernünftiges Konzept vorlegen würde“, sagt Pommer.

Selbstbedienungsladen Basketball-Bundesliga. Der FC Bayern München hätte sich bereits im vergangenen Sommer eine Erstligalizenz erkaufen können, verzichtete aber und qualifizierte sich lieber auf dem sportlichen Weg für die Bundesliga. Dafür blieb Düsseldorf, sportlich eigentlich abgestiegen, in der Liga, weil ein türkischer Geschäftsmann im großen Stil in den Klub investierte. 2009 hatten sich die Absteiger Bremerhaven und Gießen den Klassenerhalt erkauft, ebenso Trier 2008. Klubs aus der 2. Liga scheiterten dagegen entweder an den hohen Anforderungen der Liga oder hatten im Vergabeverfahren offenbar die schlechteren Karten gegenüber zahlungskräftigen Mitbewerbern. „Bei der Vergabe der Lizenzen gilt für uns: Wer sorgt für volle Hallen, mit wem können wir als Liga am besten zusammenarbeiten?“, sagt Pommer. „Aber natürlich haben die Kritiker recht: Das ist eine Aushebelung der rein sportlichen Entscheidung.“

Auch in der 2. Bundesliga ProA wird die Ligazugehörigkeit längst nicht mehr nur sportlich entschieden. 2009 schaffte der UBC Hannover als Tabellenzehnter den Aufstieg von der drittklassigen ProB in die ProA, weil er finanziell am besten aufgestellt war. Und in diesem Jahr gibt es in der 2. Liga sogar erstmals ein Wildcard-Verfahren für den vakanten Platz, der durch den Rückzug des UBC entstanden war. Kritik daran kontert der Geschäftsführer der 2. Bundesliga, Nicolas Grundmann, mit dem Hinweis, man habe sich am Vorbild 1. Bundesliga gehalten. Aber macht es das besser ...?

Patrick Hoffmann

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