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CAS bestätigt Olympia-Ausschluss

Russische Leichtathleten CAS bestätigt Olympia-Ausschluss

Russland reagiert mit scharfer Kritik auf das CAS-Urteil. Sportminister Witali Mutko spricht von einer "Erniedrigung für den gesamten Sport". Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte zuvor das Olympia-Aus für für die russischen Leichtathleten bestätigt. Nun ist das IOC am Zug.

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Russland hat insgesamt 387 Sportler für Olympia 2016 nominiert. Klar ist nun: Mehr als 60 Leichtathleten dürfen nicht an den Start gehen.

Quelle: dpa

Lausanne. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Einspruch von 68 russischen Leichtathleten und des Nationalen Olympischen Komitees (ROC) gegen den Olympia-Ausschluss abgelehnt. Dies teilte das CAS am Donnerstag in Lausanne mit.

Nach dem Urteil in letzter Instanz muss Russland nun fürchten, wegen staatlich gelenkten Dopings komplett von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, die am 5. August eröffnet werden, ausgeschlossen zu werden.

Die wichtigste Reaktion kam prompt aus Moskau. "Es bleibt dabei: ein möglicher Boykott der Spiele wird nicht erwogen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Gleichwohl wurde scharfe Kritik laut. "Dieses beispiellose Urteil erniedrigt den gesamten Sport", sagte Sportminister Witali Mutko am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Die Entscheidung sei politisch motiviert und habe keine rechtliche Grundlage, so der Sportminister.

IOC tagt am Sonntag

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wollte das CAS-Urteil abwarten, bevor es über einen kompletten Sommerspiele-Bann der Russen entscheidet. Das IOC-Exekutivkomitee wird am Sonntag tagen. Verkündet werden könnte die Entscheidung entweder noch am gleichen Tag oder am Montag. Es wäre der erste Ausschluss eines Landes von Olympia wegen nachgewiesenen systematischen Dopings.

Der CAS bestätigte, das die Entscheidung des Weltverbandes IAAF regelkonform war und stellte fest, dass das ROC keine Leichtathleten für die Rio-Spiele nominieren darf. Die IAAF hatte Russlands Leichtathletikverband am 13. November 2015 wegen umfassenden Dopings suspendiert und die Sperre für internationale Wettkämpfe am 17. Juni über die Rio-Spiele hinaus verlängert. "Wir werden über weitere Schritte nachdenken. So möchten wir die Sache nicht belassen", kündigte Sportminister Witali Mutko an.

Der Weltverband IAAF begrüßte die Entscheidung: "Das Urteil hat gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Sportler geschaffen." Und Clemens Prokop, der deutsche Verbandspräsident, betonte: "Das ist ein wichtiges Zeichen für die Doping-Bekämpfung und die Glaubwürdigkeit des Sports." Allerdings ließ die IAAF die Tür zu Olympia für Sportler aus Russland offen, die nachweislich nicht in das Doping-System in ihrer Heimat involviert waren.

Zwei Ausnahmen

Bisher wurde von der IAAF zwei Athletinnen das Sonderstartrecht erteilt: 800-Meter-Läuferin Julia Stepanowa, Kronzeugin des umfassenden Sportbetrugs in ihrer Heimat, und Weitspringerin Darja Klischina, die in Florida lebt, erhielten die Genehmigung. Ob sie bei Olympia antreten werden, ist offen.

Das IOC wird das CAS-Urteil bei der Entscheidung über einen Ausschluss aller Russen von den Rio-Spielen berücksichtigen. Grundlage für eine Sanktionierung wird aber vor allem der Bericht von Richard McLaren sein, der im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) die Doping-Anschuldigungen in Russland untersuchte.

In dem WADA-Report wurde nicht nur festgestellt, dass auf Anordnung staatlicher Behörden im Kontrolllabor bei den Winterspielen 2014 in Sotschi positive Doping-Proben von russischen Athleten vertauscht und verfälscht wurden. Zwischen 2012 und 2015 sind laut McLaren zudem 643 positive Proben russischer und ausländischer Sportler in rund 30 Sportarten aussortiert worden. Außerdem sollen Doping-Proben von der Leichtathletik-WM 2013 in Moskau und der Schwimm-WM 2015 in Kasan manipuliert worden sein.

Der CAS

  • Der Internationale Sportgerichtshof CAS urteilt seit mehr als 30 Jahren als letzte Instanz bei Streitfällen im Sport. Grundlage des "Court of Arbitration for Sport" mit Sitz in Lausanne sind vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) geschaffene Statuten.
  • In den 1990er-Jahren wurde der CAS nur in wenigen Fällen angerufen, inzwischen entscheiden die mehr als 300 von den Sportverbänden ausgewählten Richter jährlich Hunderte Verfahren. 
  • Nur in 30 Prozent der Fälle vor dem CAS geht es um Doping. Die Richter müssen sich zu 60 Prozent mit Rechtsfragen im Fußball - meist mit Transferstreitigkeiten oder Spielberechtigungen - beschäftigen. In zehn Prozent der Fälle stehen kommerzielle Dispute wie TV- und Sponsorenverträge zur Prüfung an.
  • Experten mahnen aber immer wieder Reformen beim CAS an. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte sich aufgrund der Erkenntnisse aus der Causa Pechstein dafür stark gemacht, die Rechte der Athleten bei CAS-Verfahren zu erweitern. Er plädiert dafür, dass abgeschlossene Verfahren wieder aufgerollt werden können, wenn sich "neue Aspekte und Befunde" ergeben.
  • Kritiker bemängeln zudem, dass bis zu einem Jahr bis zum Urteil vergehen kann.

sid/dpa/RND/zys

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