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Starke zweite Hälfte bringt Sieg gegen Schweden

Handball-EM Starke zweite Hälfte bringt Sieg gegen Schweden

Mit Leidenschaft und Moral haben die deutschen Handballer bei der EM in Polen die zweite Niederlage verhindert. Gegen Schweden gab es dank Torhüter Wolff und Torschütze Reichmann den ersten Sieg. Die Hauptrunde ist nah. Nun folgt noch ein Vorrundenspiel.

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Großer Jubel: Den deutschen Handballern reicht nach dem Sieg gegen Schweden bereits ein Unentschieden im letzten Gruppenspiel zum Weiterkommen.

Quelle: dpa

Breslau. Als Schwedens Lukas Nilsson neun Sekunden vor Schluss den Ball übers Tor jagte, war es vollbracht. Deutschlands Handballer haben ihre Reifeprüfung bestanden, feierten gegen Schweden mit einem 27:26 (13:17) ihren ersten EM-Sieg. Dank einer Leistungssteigerung nach der Pause, Torjäger Tobias Reichmann mit neun Treffern und einem Wolff im Tor. Keeper Andreas Wolff machte den Unterschied aus, war der Erfolgsgarant vor 6000 Zuschauern in Breslau. Alter Schwede, was für eine Show des Wetzlarers! Nach jeder Parade ballte er die Hand zur Faust, trieb seine Vorderleute an. „Handball lebt von Emotionen, und ich habe versucht, von hinten Signale zu setzen“, sagte er.

Da die besten Drei in der Zwischenrunde mitmachen dürfen, kommt es morgen zum ersten Endspiel gegen Slowenien (17.15 Uhr, ZDF), das mit dem 24:24 gegen Spanien für eine Überraschung sorgte. Ein Remis reicht den Deutschen zum Weiterkommen.

Bereits in den ersten Minuten zeigte sich aber gegen die Schweden, was die größte Baustelle im deutschen Spiel ist: die Abwehr. Weder die defensivere noch die offensivere Variante – nichts passte. Zwei, drei Ballstaffetten – und die deutsche Verteidigung war aus den Angeln gehoben. Flensburgs Johann Jakobsson warf, traf, wie er wollte – bis zur Pause sechsmal. Torwart-Routinier Carsten Lichtlein (35) musste, wie schon gegen Spanien, frühzeitig seinen Kasten räumen. Da sich das defensive Manko mit einfachen Ballverlusten in der Offensive paarte und mit Tempogegenstößen bestraft wurde, rannte das deutsche Team so von Beginn an einem Rückstand hinterher (4:7/8. Minute).

Doch „Jugend forscht“ zeigte – wie gegen Spanien – auch das schöne Gesicht. Offensiv mit Schwung und Tempo, knackigen Rückraum-Toren (Steffen Fäth) und gutem Kreisspiel. Als mit Wolff auch ein echter Rückhalt zwischen den Pfosten stand, nahm das deutsche Spiel Fahrt auf (10:10/18.).

Doch das Auf und Ab ging weiter. Gelungenen Aktionen folgte Konfusion. Etwa, als Niclas Pieczkowski als zusätzlicher Feldspieler zu früh aufs Feld rannte – Zweiminutenstrafe. Hinzu kamen wilde Wechselspiele von Coach Dagur Sigurdsson. Die Folge: Wieder lagen die Deutschen klar zurück – 11:16 (28.). Und das gegen die Schweden, die keinesfalls brillierten.

In seiner Pausenpredigt fand Sigurdsson dann offenbar die richtigen Worte. Denn jetzt ging es in der Achterbahn wieder aufwärts. Kapitän Steffen Weinhold gab dabei das Tempo vor, ackerte, wühlte, übernahm Verantwortung – und traf (insgesamt fünfmal). Die Abwehr bekam nach einer erneuten Umstellung endlich Zugriff. Bundestrainer Sigurdsson: „Die Jungs haben Riesenmut gezeigt. Wir haben uns gefangen.“

Und auch der Wolff im Tor biss zu. Freie Würfe vom Kreis, aus dem Rückraum, von Außen – er hielt alles, als ob er Magnete in Armen und Beinen hätte. Schweden-Hexer Mattias Andersson, der beste Keeper der Bundesliga, hatte da schon längst seinen Kasten geräumt.

Beim 18:18 (36.) war Deutschland auf Augenhöhe, beim 21:20 (42./Weinhold) erstmals vorn, dann auf vier Tore Differenz weg (26:22). Doch es wurde noch mal eng in den letzten Minuten. Nach einer Roten Karte gegen Christian Dissinger war Schweden auf 26:27 (56.) dran. Und Finn Lemke wäre beinahe zur tragischen Figur geworden, als er bei einem Konter den Ball übers Tor jagte. Doch es reichte. „Ein Kompliment an die Jungs. Die haben bis zur letzten Sekunde gekämpft“, sagte Sigurdsson.

Von Jens Kürbis

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