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DHB-Team verpatzt EM-Generalprobe in Hannover

Handball-Partie gegen Island DHB-Team verpatzt EM-Generalprobe in Hannover

Nach zwei Siegen haben die deutschen Handballer ihren letzten Test vor der Europameisterschaft in Polen verloren. Der WM-Siebte unterlag gegen Island und muss sich bis zum EM-Start noch steigern. Wegen einer Rückenblessur bangt das Team um den Einsatz von Steffen Fäth.

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Das DHB-Team hat sein Spiel in der Tui-Arena gegen Island verloren.

Quelle: Peter Steffen

Hannover. EM-reif waren nur der Gegner – und die Zuschauer. An den Fans in der ausverkauften Tui-Arena lag es wahrlich nicht, dass die Generalprobe für die deutschen Handballer gründlich daneben ging. Die 10 050 Fans in Hannovers größter Veranstaltungshalle gaben wirklich alles, sie trieben ihr Team noch nach vorn, als sich die Niederlage längst abgezeichnete. Dass diese am Ende mit 24:27 (12:15) noch ziemlich glimpflich ausgefallen ist, lag auch an ihnen. Denn Island war gestern um Längen besser, führte zwischenzeitlich mit sechs Treffern.

„Danke an die super Kulisse“, sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson, „leider waren wir aber viel zu statisch im Angriff und zu schlecht in der Chancenauswertung.“ Er war auch mit der Abwehr überhaupt nicht einverstanden. „Wir  sind viel zu oft einen Schritt zu spät gekommen“, sagte Sigurdsson. In diese Kritik schloss der Coach auch Erik Schmidt von der TSV Hannover-Burgdorf mit ein: „Erik hat heute sicherlich nicht sein bestes Spiel gemacht.“

Nun, Schmidt wird diesen Tadel verschmerzen können, denn das Ticket für die EM in Polen vom 15. bis 31. Januar hat der 23-Jährige sicher. Er hatte auch gestern eine Menge Spielanteile, hauptsächlich natürlich in der Abwehr. Auch wenn die Isländer die meisten ihrer Tore über die andere Offensivseite einleiteten, hatte auch Schmidt einige Schwächen in seinem Spiel. Besonders schlecht sah er ausgerechnet bei einer Aktion seines Burgdorfer Mannschaftskollegen Runar Karason aus – es war das Tor zum 14:9 für die Gäste (25. Minute). „Wir hatten arge Probleme hinten“, gestand Schmidt. „Daran müssen wir noch arbeiten.“

Bei seinen eher seltenen Einsätzen im Angriffsspiel bekam der Kreisläufer die Härte und Routine der starken Isländer zu spüren. Durchsetzen konnte er sich so selten. Einmal allerdings, da war er schneller als ein Gegenspieler – und traf auch. Er soll im Kreis abgesprungen sein. „Schade“, sagte Schmidt, „ich habe mich noch nie so schön gedreht wie in der Szene.“ Gleich danach aber wurde er wieder ernst. „Ich hätte viel lieber gewonnen im letzten Test, aber wir waren einfach nicht so gut wie in Kassel“, sagte er. Dort hatte die deutsche Mannschaft am Sonnabend gegen die Isländer noch mit 26:25 gewonnen.

Erheblich bessere Laune hatte gestern Karason. Der 27-jährige Rückraumspieler hat wie Schmidt seine Berufung für das Turnier in Polen sicher und zeigte gestern eine ordentliche Leistung, die er mit drei Toren krönte. Dafür gab es Lob von seinem Nationaltrainer. „Er hat sehr gut angefangen und hat uns mit seinen Toren geholfen“, sagte Aron Kristjansson. „Später hätte ich mir etwas mehr Disziplin bei ihm gewünscht.“ Kristjansson, der von Juni 2010 bis Februar 2011 die TSV Hannover-Burgdorf trainiert hat, hat mit Asgeir Örn Hallgrimsson und Olafur Andrés Gudmunsson noch zwei ehemalige „Recken“ in seinem Aufgebot.

Die deutschen Spieler haben heute frei, bevor sie sich morgen in Berlin treffen und am Donnerstag nach Polen reisen. „Es wird Zeit, dass es endlich losgeht“, sagte Schmidt.

Tore für Deutschland beim 24:27 in Hannover: Dahmke (6), Wienhold (5), Wiede (3), Strobel, Fäth, Häfner (alle 2), Kohlbacher, Dissinger und Sellin.
Tore für Deutschland beim 26:25 in Kassel: Dissinger (8), Pekeler, Fäth (beide 6), Weinhold. Stobel (beide 2), Reichmann und Lemke.

Häfner nutzt seine kleine EM-Chance

Sofort drin: Irgendwann waren die Fans der TSV Hannover-Burgdorf unter den Zuschauern der Tui-Arena mit ihrer Geduld am Ende. „Häfner rein“, forderten sie. Und der Bundestrainer hatte ein Einsehen. Dagur Sigurdsson wechselte Kai Häfner von den „Recken“ ein. Da waren bereits gut 45 Minuten gespielt. Doch der 26-Jährige, der erst am Freitag nachnominiert worden war, brauchte keine lange Anlaufzeit. Er war wenige Sekunden auf dem Feld, da warf er schon ein Tor. Der Linkshänder, der in Kassel gar nicht zum Einsatz kam, legte einmal nach und gab auch noch eine tolle Torvorlage.
Der Bundestrainer war zufrieden mit Häfner. „Er hat seine Chance genutzt“, sagte Sigurdsson. Über die EM-Chancen des TSV-Profis wollte er sich nicht äußern: „Abwarten.“ Häfner wird heute (16.30 Uhr) beim Trainingsauftakt der „Recken“ dabei sein und morgen nach Berlin zum Nationalteam reisen. „Da werde ich mich voll reinhängen“, sagt er, „vielleicht klappt es noch mit Polen.“

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