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Das Leben im Sportinternat in Hannover

Junge Leistungssportler Das Leben im Sportinternat in Hannover

Schule und Leistungssport – passt das zusammen? Die HAZ hat Kugelstoßer Tobias Trenker einen Tag lang im Sportinternat Hannover begleitet.

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Tobias Trenker ist Leistungssportler und Schüler des Sportinternats Hannover.

Quelle: Anna-Maria Meller

Eines steht fest – Langschläfer haben schlechte Karten im Lotto-Sportinternat. Tobias Trenker sitzt schon um halb sieben in der großen Gemeinschaftsküche seiner Gruppe, die im 1. Stock des Neubaus im hannoverschen Sportpark untergebracht ist. Er frühstückt, während im Radiogerät das Morgenprogramm eines Privatsenders läuft. Und dass Mittwoch ist, erkennen seine Mitbewohner an Trenkers „ziviler“ Kleidung. „Dienstags und donnerstags habe ich vor der Schule Frühtraining“, sagt der Leichtathlet; an diesen Tagen kommt er schon in Trainingskleidung zur ersten Tagesmahlzeit.

Auf den Tisch kommt übrigens alles, was das Sportlerherz begehrt: Brot, Brötchen, Konfitüre, Obst, Müsli und auch die klebrig-süße Nuss-Nougat-Creme, Favorit ganzer Kindergenerationen. Das gilt auch für die übrigen Mahlzeiten – wobei am Mittagstisch schon auf eine ausgewogene Ernährung geachtet wird. Dafür sorgen eine Ernährungsberaterin, zudem soll das Bewusstsein der Talente für sportgerechte Kost durch Kochkurse am Internat geschärft werden.

Mittwochs – wie auch am Montag und am Freitag – hat Trenker immerhin eine Stunde Zeit zum Frühstück, ehe er sich aufs Fahrrad schwingt, um die rund acht Kilometer zur KGS Hemmingen zurückzulegen. An der Schule vor den Toren Hannovers, die Partner des Sportinternats ist, wird so viel Rücksicht wie möglich auf die Leistungssport-Aktivitäten von Talenten wie Trenker genommen. Der 17-Jährige, der die 11. Klasse besucht, gehört mit einer Leistung von 16,58 Metern zu den deutschen Top Ten seiner Altersklasse im Kugelstoßen. Und er ist nicht nur wegen der sportlichen Weiterentwicklung im Vorjahr aus Adendorf bei Lüneburg nach Hannover gezogen, sondern auch, weil an der KGS nach wie vor das Abitur nach neun Jahren möglich ist.

„Das Abitur hat Priorität“, sagt Trenker ganz deutlich, wobei ihm das zusätzliche Schuljahr gegenüber einem herkömmlichen Gymnasium auch dabei hilft, Training und Hausaufgaben unter einen Hut zu bekommen. Das klappt meistens hervorragend, betont Internatsleiter Andreas Bohne. „Wir sind sehr zufrieden mit den schulischen Leistungen unserer Sportler“, sagt er. Und sollte es einmal doch nicht reichen, gibt es im Internat Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeangebote.
Trenker gefällt es aber auch im Internat, weil „wir als Sportler einfach auch viel Rücksicht aufeinander nehmen. Wir sind ja alle ab und zu einem gewissen Druck ausgesetzt. Mein Zimmerkollege beispielsweise ist Schwimmer, und wir motivieren uns gegenseitig, auch wenn wir unterschiedliche Sportarten betreiben.“ So kann Trenker resümieren: „Die Stimmung hier ist toll.“ Betreuerin Indra Hartmann ergänzt indes, dass manchmal der Weg aus dem Elternhaus heraus auch steinig ist. „Die Schüler kommen oft schon in sehr jungen Jahren zu uns. Natürlich hat da jemand mal ein bisschen Heimweh nach der Familie.“

Schule vormittags, dann die Hausaufgaben und Training am Nachmittag von 16 Uhr an – viel Zeit zum Ausruhen bleibt den jungen Sporttalenten wie Trenker nicht, auch wenn das Angebot im Training riesig ist. Computerräume, Fernsehgeräte, Krökeltische und in naher Zukunft eine Dachterrasse mit einem Basketballfeld und einer Ruhezone bieten den Raum zum Entspannen und zuweilen auch Abschalten.

Es wird Abend – aber Trenker hat noch lange nicht Feierabend, was das Lernen und Üben betrifft. Nach dem Training geht es zur Fahrschule, schließlich will der Sportler wie viele seiner Altersgenossen so schnell wie möglich den Führerschein erwerben. Und wenn er danach noch Zeit und Lust hat, trifft er sich noch mit anderen Sportlern, um ins Kino oder einfach in die Stadt zu fahren. Doch bis in die Puppen währt der Ausgang nicht – dafür sorgt schon der Wecker, der gegen sechs Uhr unerbittlich klingelt. Denn am nächsten Tag, Donnerstag, steht Frühsport auf Trenkers Programm.

Anna-Maria Meller

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